Mit diesem kleinen Werk möchten wir nicht Wechselfälle der Geschichte erzählen, die das menschliche Leben mehr oder weniger für alle bereithält, sondern das Bewegende, welches das Leben von Madre Eugenia Elisabetta Ravasio beseelt: DIE EINHEIT DER SÖHNE UND TÖCHTER IN CHRISTUS ZUR EHRE DES VATERS.
Die Darstellung ist einfach und leicht verständlich, kurz gehalten, um nicht zu langweilen, arm an Wiederholungen, damit das Wesentliche nicht aus dem Auge verloren gehe.
Zu gegebener Zeit wird die Geschichte ausführlich dargestellt werden; jetzt aber wollten wir uns mit Fragmenten begnügen, die jenen, welche sie kennengelernt haben, schon Frieden und innere Ruhe schenken konnten.
Ziel dieser Schrift ist es, das Verlangen nach der Wahrheit zu Wecken, die allein uns frei (vgl. Jo 8,32), glücklich und zu wahren Kindern Gottes macht; sie möchte uns bewusst werden lassen, dass Gott unser guter und besorgter VATER ist, der es liebt, mit Seinen Kindern zu sein.
Wir können uns nur dann durch das Leben derer, die schon in dieser wunderbaren Wirklichkeit lebt, bewegen lassen, wenn wir das Wort des Evangeliums in Liebe und Demut leben; dies befähigt uns, in Fülle zu schöpfen aus der Quelle des Lebendigen, des frischen und ewig sprudelnden Wassers, die sich VATER nennt.
Diese kurzen Überlegungen spornen uns an, das Evangelium zu lesen und bis zum Ende zu leben, wo wir Licht, Frieden und wahres Glück finden und die Väterliche Liebe unseres Gottes und VATERS erfahren.
D. Joppolo
Das Charisma von Madre Eugenia besteht darin, die Einheit, die von Jesus so sehr gewünscht ist, zu verwirklichen: 'Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, den Du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie Wir.' (vgl. Joh 17,11 ff); eine einzige Familie, deren Haupt Gott-Vater ist:
Der Vater, der uns so sehr liebt, dass Er uns Seinen einzigen Sohn gegeben hat (vgl.1 Joh 4,9).
Der Vater, der, gut und voll Wohlwollen, immer mit uns ist.
Der Vater, der uns zärtlich und ohne Unterlass liebt.
Um sie vorzubereiten für ihre Mission, hat Gott Madre Eugenia erfüllt mit ausserordentlichen Gaben und Gnaden, indem Er sie gestählt hat zu starkem Tugendleben in Prüfungen und grossen Leiden, wodurch ihre Gottesliebe stets inniger und tiefer wurde.
Madre Eugenia hat von Gott-Vater Selbst den Auftrag, die Botschaft Seiner Liebe den Menschen, Seinen Kindern, nahe zu bringen, damit Er erkannt werde (vgl. 1 Joh 3,1).
Sie hat die Gemeinschaft des Vaters für die Einheit: "Unitas in Christ ad Patrem" in Anzio (Rom) gegründet, die das Charisma von Madre Eugenia weiterträgt.
Gott-Vater gewährt viele Gnaden, besonders für die Familie, sowie für den inneren Frieden auf die Fürbitte von Madre Eugenia durch das Gebet "Gott ist mein Vater", das der Vater Selbst ihr gegeben hat.
Mein Vater im Himmel, die wohltuend und heilsam ist es, zu wissen: Du bist mein Vater, und ich bin Dein Kind.
Vor allem, wenn es dunkel ist in meiner Seele, und mein Kreuz zu schwer wird, dann spüre ich, wie notwendig es für mich ist, Dir immer wieder zu sagen: 'Vater, ich glaube an Deine Liebe zu mir!'
Ja, ich glaube, dass Du mir Vater bist in jedem Moment meines Lebens und, dass ich Dein Kind bin!
Ich glaube: Du liebst mich mit unendlicher Liebe!
Ich glaube: Tag und Nacht wachst Du über mir; ohne Deine Zustimmung fällt kein Haar von meinem Haupte!
Ich glaube: Du, Allweiser, weisst besser als ich, was gut ist für mich!
Ich glaube: Du, Allmächtiger, kannst auch das Böse zum Guten wenden!
Ich glaube: Du, Allgütiger, lässt denen, die Dich lieben, alle Dinge zum Besten gereichen: und selbst unter Händen, die schlagen, küss ich Deine heilende Hand!
Ich glaube! Doch festige in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe!
Lehre mich, zeitlebens Deine Liebe als Wegweisering in allem und jedem anzusehen. Lehre mich, mich ganz Dir zu überlassen, wie sich ein kleines Kind den Armen seiner Mutter überlässt. Vater, du weisst alles, Die siehst alles, Du kennst alles und Du liebst mich!
Mein Vater, weil Du willst, dass wir Dich um alles bitten, komme ich vertrauensvoll zu Dir, um Dich mit Jesus und Maria zu bitten:
(Bitte um eine besondere Gnade)
Vereint mit ihren Heiligsten Herzen bringe ich Dir in diesem Anliegen alle meine Gebete, Opfer und Verzichte dar, all mein Handeln und mehr Treue in der Erfüllung meiner Aufgaben.*
Schenke mir das Licht, die Kraft und die Gnade Deines Heiligen Geistes!
Stärke mich in diesem Geist, so dass ich Ihn niemals verliere, Ihn nicht betrübe und Seine Stimme in mir nicht schwäche.
Mein Vater, darum bitte ich Dich im Namen Deines Sohnes Jesus! Und Du, Jesus, öffne mir Dein Herz, lege das meine hinein und bringe es zusammen mit dem Herzen Mariens unserem Göttlichen Vater dar. Erlange mit die Gnade, die ich notwendig habe. Göttlicher Vater, rufe alle Menschen zu Dir. Die ganze Welt möge Deine Väterliche Güte und Deine Göttliche Barmherzigkeit verkünden!
* Wenn man dieses Gebet als Novene durchführt, kann man es folgendermassen erweitern: Ich verspreche Dir, während dieser neun Tage bei einer bestimmten Gelegenheit ............. bzw. gegenüber einer bestimmten Person ............. besonders grossherzig zu sein.
Sei mein zärtlicher Vater und beschütze mich überall wie den Stern Deines Auges. Gib, dass ich immer würdig sei, Dein Kind zu heissen: Erbarme Dich meiner!
GÖTTLICHER VATER,
liebreiche Hoffnung unserer Seelen, alle Menschen mögen Dich erkennen, verehren und lieben!
GÖTTLICHER VATER,
unendliche Güte, die sich über alle Völker ergiesst, alle Menschen mögen Dich erkennen, verehren und lieben!
GÖTTLICHER VATER,
erquickender Tau der Menschheit, alle Menschen mögen Dich erkennen, verehren und lieben!
Mutter Eugenia Elisabetta Ravasio
+ Jean Kard. Verdier Erzbischof von Paris 8. Mai 1936
+ Msgr. Girad, Vic. Apost., Kairo, 9. Okt. 1935
Warum dieses Gebet zum Vater? Haben wir nicht das vollkommenste Gebet im 'Vater unser', das Jesus uns gelehrt hat?
Mutter Eugenia wollte nichts darüber hinaus tun, sondern nur den Gefühlen kindlicher Liebe, entsprungen aus der Betrachtung Gottes des Vaters, Ausdruck geben. Indem sie uns daran teilnehmen lässt, hilft sie uns, besser zum Vater zu beten und das 'Vater unser' mit mehr Liebe und mit grösserem Vertrauen zu sprechen.
Sie kam 1907 in San Gervasio D'Adda (BG) in einfachen familiären Verhältnissen zur Welt. Ihre Eltern waren Felicita und Carlo Ravasio. Schon früh lernte sie Entbehrungen kennen, da ihre Mutter als Folge ihrer Geburt sieben Jahre lang ans Bett gefesselt blieb. Hinzu kam der Schock einer unerwarteten finanziellen Erschütterung der Familie, verursacht durch den Konkurs einer Bank.
Der Arzt, der nur die schwierige Situation mit einer bettlägerigen Frau und einem im sechsten Monat Frühgeborenen im Haus sah, sagte: "Kümmern wir uns um die Mutter, die Kleine kann ohnehin nicht lange leben".
Von den acht Geschwistern war Teresa, die Älteste, bereits in einem benachbarten Dorf verheiratet, dann kamen Luigi, Lorenzo, Giovanna, die im Alter von zwei Jahren gestorben war, Giovanni, Angelo, Francesco und die Kleine, welche in der Taufe den Namen Elisabetta erhielt. Lauter Männer im Haus - die Lage wurde schwierig.
Grossvater piero, sehr fromm, muss den Eindruck eines "Stammesvaters" gegeben haben, wenn er jeden Morgen, noch vor dem Gang zur Heiligen Messe, mit lauter Stimme den Angelus anstimmte. Das ganze "Nest" musste ihm dann folgen, damit der Tag im Namen Gottes begonnen werde.
Die Kleine stirbt nicht wie erwartet, doch mit vier Jahren ist sie noch sehr klein und kann weder sprechen noch gehen. Daher beschliesst Grossvater Piero, zu Fuss zum Heiligtum der "Madonna di Varese" zu pilgern und für seine Enkelin zu bitten, sie möge entweder geheilt werden, oder Gott möge sie zu Sich nehmen.
Zur gleichen Stunde, in der der Grossvater im Heiligtum ankommt - es war in aller Herrgottsfrühe - steht zu Haus Bettina, wie sie zärtlich in der Familie genannt wird, an der Hand einer sehr schönen Damen auf; diese hilft ihr, sich anzukleiden und sagt ihr, sie solle gehen und sich den Eltern zeigen. Diese erkennen das, was geschehen ist als Wunder, und mit Staunen und Freude danken sie der Muttergottes.
Als sie ein wenig grösser geworden ist, bringen die Eltern die Kleine in einer Dankeswallfahrt zum Heiligtum der Madonna. Als sie die Statue der Muttergottes erblickt, ruft Bettina aus: "Das ist die schöne Dame, die mich angekleidet hat!" Während ihres weiteren Heranwachsens 'bewahrt sie alles in ihrem Herzen'.
Schon das kleine Mädchen hilft bei der Hausarbeit, und selbst in grösster Kälte wäscht sie die Kleider ihrer Brüder in der Adda. so wächst sie in grossen Beschwerlichkeiten gut abgehärtet heran, derweil alle noch weit davon entfernst sind, sich vorstellen zu können, welchen Plan Gott für sie hat, der sie derart nah bei Sich auf dem Kreuzweg haben will.
Grossvater Piero sieht Bettina schon Verantwortung tragen wie eine Erwachsene und sucht, ihr beizustehen, indem er ihr seine ganze Zuneigung schenkt und ihr das vermittelt, was ihm das Liebst und Kostbarste ist: den Glauben, mit welchem er sie Schritt für Schritt vertraut macht, damit seine Kleine in so viel Wellengang einen Anker des Heils habe.
Elisabetta wird sich später an ihren Grossvater erinnern, wie er mit ausgebreiteten Armen vor dem Herz-Jesu Bild betete: "Jesus, nimm Dich dieses Kindes an!" All das festigt eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Bettina und ihren Beschützern.
Die Belehrungen des Grossvaters sind für Bettina wie Samen, der auf fruchtbaren Boden fällt und gut gepflegt wird. Eines Tages sagt ihr der Nonno, indem er auf die Adda deutet: "Schau, wie das Wasser kommt und weiterfliesst. Morgen ist es nicht mehr dasselbe. Würde es stehenbleiben, entstünde ein fauliger Tümpel. So ist es auch mit deinen Leiden, deinen Tränen und deinen Kämpfen: sie kommen und gehen, gib gut acht, dass du sie nicht festhältst. Alles vergeht! Gib alles Gott hin und nimm jeden Tag Seinen Willen an. Schau nicht auf die Person, die dir ein Leid zufügt, sondern nimm es an aus Seiner Hand. Nichts geschieht zufällig. Gott begleitet Seine Geschöpfe Schritt für Schritt. Er meint es ganz gewiss gut mit uns, auch wenn wir nicht jedes Warum verstehen. Fasse den Mut, geh immer vorwärts und warte, bis das Leiden vorübergeht!"
Elisabetta nimmt sich diese Lehren zu Herzen: es ist ihr geliebter Grossvater, der sie ausspricht. Später wiederholt sie diese bezeichnenden Worte: "Ich warte, bis es vorübergeht und singe inzwischen".
Vom zwölften bis zwanzigsten Lebensjahr arbeitet sie in einer Webefabrik; dann endlich kommt die ersehnte Stunde: sie beschliesst, entgegen allen Hindernissen, Missionarin werden zu wollen.
An jenem Tag im Jahre 1927 wurde zum ersten Mals das Christkönigsfest gefeiert. Bei dieser Gelegenheit sagte der Pfarrer, Don Benigno Carrara, in seiner Predigt: "Der König hat seine Königin erwählt. Bettina Ravasio verlässt uns, um auf den Spuren Christi Missionarin zu werden". "Hier bin ich, Vater, ich komme, um Deinen Willen zu erfüllen".
Im Kloster, dem Institut Notre Dame des Apôtres` begegnet sie sehr vielen Schwierigkeiten und lernt auch Enttäuschungen kennen. Man darf sicher nicht meinen, alle , die in einem Kloster leben, wären allein aus diesem Grund schon heilig. Heilig wird man, indem man mit aller Ausdauer um Selbstüberwindung ringt. Aber Elisabetta verstand schnell, nicht zu urteilen, sondern in Einheit mit Gott zu bleiben, ob andere sie befolgten oder nicht. Jeder befindet sich allein vor Gott, um sich seinen eigenen Verantwortlichkeiten entsprechend zu verantworten.
Sie ist ganz überzeugt, dass sie sich um andere nur kümmern soll, um ihnen Gutes zu tun und in ihren Bedürfnissen zu helfen. Sie glaubt, dass Gott es nicht daran fehlen lässt, ihr Seine Kraft zu schenken; "Mutig voran"!
Noch sehr jung wird sie unerwarteterweise mit dem Amt der Novizenmeisterin betraut, und 1935 wählt man sie für 12 Jahre zur Generaloberin.
Ihre Art zu handeln ist die eines Menschen, der uneingeschränkt auf Gott sein Vertrauen setzt, ohne sich dabei aufzuhalten, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten abzuwägen.
Verschiedene Umstände hatten sie daran gehindert, ihre Ausbildung fortzusetzen, die sie mit der dritten Volksschulklasse abgeschlossen hatte. Jetzt sieht sie sich mit verschiedenen Sprachen, vielen Verpflichtungen und grossen Problemen konfrontiert.
Viele Jahre später wird sie sagen: "Wenn ich an jene Jahre zurückdenke! Es schien verantwortungslos, ich stürzte mich hinein, ohne mir Sorgen zu machen; ich dachte, Gott ist mit mir, darum mache ich weiter in der Aufgabe, die ER mir anvertraut hat". Wirklich, ER allein hat da geholfen! Und Gott sei Dank, dass sie sich nicht sorgte und so allein auf Gott ihr Vertrauen setzte; sonst wäre es ihr ergangen wie Petrus auf dem Wasser, der, sobald er anfing, sich zu sorgen, auch schon zu sinken begann!
Wer immer mit ihr zu tun hatte, war beeindruckt von der Kraft und Leichtigkeit, mit der sie schwierige Situationen mit Weitblick, Klarheit und Entschiedenheit anging.
Wenn Raoul Follereau von Madre Eugenia sprach, bewunderte und rühmte er ihre hohe Persönlichkeit: "Madre Eugenia ist eine aussergewöhnliche Frau. Das Wort 'unmöglich' hat für sie überhaupt keine Bedeutung.' (Interview mit R. Follereau, in 'Gente' 44/1973).
Sie ist ein Vulkan an Initiativen. Innerhalb kurzer Zeit bringt sie dem Institut tiefgreifende Impulse und erneuert Werke und Schwestern zu lebendiger Frische.
Sie handelt in äusserster Geradlinigkeit, kompromisslos, unabhängig von gutem oder schlechtem Leumund, ohne Angst vor Unannehmlichkeiten.
Den wahren Geist des Evangeliums: "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein", von dem sie geprägt ist, lebt sie auch in allem, was sie tut: entschieden und klar hält sie sich fern von allen menschlichen Ränkespielen, die sich gewöhnlich in das Leben eines Menschen einschleichen, um die eigenen Ansichten zu vertreten und sie mit dem Evangelium zu begründen, "wortgetreu, doch bar des Geistes". Sie ist frei von all dem. In der Gegenwart des Lichtes, das in ihr ist, entdeckt man auch das feinste Stäubchen.
In verschiedenen Nationen eröffnet sie Noviziate und nimmt so die Weisungen des II. Vatikanischen Konzils vorweg, das von der Notwendigkeit spricht, einheimische junge Ordensleute an Ort auszubilden. Sie gründet Provinziate und, wo notwendig, Regionalhäuser; für Schwestern und Novizinnen führt sie Fortbildungskurse und Fachkurse ein, damit jede von ihnen befähigt wird, die verschiedenen Probleme in der missionarischen Arbeit professionell anzugehen.
Antrieb für dieses neue pulsierende Leben ist das klare Bewusstsein um den Heiligen Geist, der im Innersten ruft "Abba", VATER! (Röm 8,15). Er ist der Schöpfer des neuen Lebens, das Jesus uns wiedererlangt hat; darum muss das Handeln der Söhne und Töchter diesen VATER wiederspiegeln! "Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist" (vgl. Mt 5,44-48). Madre Eugenia ist beseelt von einer entschiedenen und starken mütterlichen Lieber, die der Vaterschaft Gottes entspring (vgl. Eph 3,14). Der Vater erschafft, Madre Eugenia beschützt, pflegt, umsorgt stetig, damit die Kinder nicht verderben; sie wacht, damit die Liebe wachse und dem VATER wahre Söhne und Töchter zurückgegeben werden, die mit dem Siegel Seiner Liebe bezeichnet sind; um dieses Ziel zu erreichen, bedienst sie sich aller Mittel.
Nach den ersten Umstellungen folgt ein grosses Aufatmen. Eine neue Begeisterung bricht aus allen. Sie leben echte Gemeinschaft; es ist wie ein Frühling, auf den sonnenbestrahlten Gesichtern sind Lächeln und Freude zu finden. Bei einem Besuch der Gemeinschaft sagte Kardinal Gerlier von Lyon: "Ich wünschte, wir lebten alle so froh und in Einheit miteinander wie diese Schwestern; wir sollten unsere Seminaristen hierher schicken."
Ihre einzige Unterstützung ist das Evangelium, wie in der Tat geschrieben steht: Meine Worte sind die Quelle des Wassers, das ewige Licht schenkt (vgl. Jo 4,14). Madre Eugenia fühlt sich dazu gedrängt, dieses innere Leben nach aussen mitzuteilen; auch, indem sie verschiedene Schriften wie aus einem Guss verfasst, der Notwendigkeit und den Umständen entsprechend. Mit einem Schmunzeln erzählte sie uns, dass sie auf die erste Seite alle Satzzeichen setzte mit der Bemerkung: "Setzt sie hin, wo sie hingehören. Für die Rechtschreibung seid ihr zuständig, das ist nicht meine Aufgabe." Wenn sie hingegen, wie es manchmal geschah, in Latein schrieb, machte sie keine Fehler, wie ein Priester bezeugt durch ein an ihn gerichtetes Schreiben, das sie ihm eigenhändig übergeben hat.
Der Schein trügt; wer hätte von einem schmächtigen jungen "Schwesterchen" die aufschürfende Arbeit eines mächtigen Schaufelbaggers erwartet? So geschah es wegen dem Paternalismus, der von anderen auf ihre Schwestern ausgeübt wurde, weil diese den gleichen Ordengründer hatten. Daher glaubten sie sich ganz selbstverständlich im Recht, den Schwestern eine untergeordnete Stellung zuweisen zu können, wie es überhaupt für die Frauen in jener Zeit galt. Aber für Madre Eugenia war das nicht so:Vor Gott sind alle Menschen gleich, alles sind Söhne und Töchter desselben VATERS; weder Hautfarbe noch Rasse noch sozialer Stand noch Geschlecht geben irgend jemandem das Recht, sich über einen anderen zu setzen.
Selbstverständlich nahm sie die Unterordnung unter eine Autorität an; aber nicht darum, weil die Person, welche Autorität ausübt, über den anderen stünde, sondern weil niemand Macht hat, wenn sie ihm nicht von oben gegeben ist. (vgl. Jo 19,11). Und auch: "Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen". (Jo 10,18). Gott allein hat alle Machte inne, und Gott ist die Liebe, und was Er tut ist gut.
Jeder, dem Macht gegeben ist, muss dem Wohl des Menschen und der Menschheit dienen, nicht dem eigenen Vorteil. Welchen Titel er auch führen mag, er darf sich nicht über die anderen stellen. Autorität, die solcherweise ausgeübt wird, ist der Anerkennung würdig, insofern sie aus Gottverbundenheit kommt und dem Guten dient.
Augenscheinlich könnte Madre Eugenia jemandem, der vom Evangelium nicht durchdrungen ist, ungehorsam und eigensinnig erscheinen. Doch in Wirklichkeit hat sie Durchblick; sie ist stark und heroisch im gründlichen Erfüllen der eigenen Pflichten als Christin und Ordensfrau, kompromisslos, ohne faulen Frieden oder Menschenfurcht, die nichts mit Gott zu tun haben: mit Seiner Lieber, Seiner Gerechtigkeit, mit Achtung vor Seinen Söhnen und Töchtern im einzelnen, wie vor allen Seinen Geschöpfen.
Diese Haltung war für die Einstellung gewisser Leute unbequem, und sie protestierten. Die "anderen" fühlten sich stark, weil sie das Geld verwalteten, das die Propaganda Fide als Unterstützung für die Missionen schickte. Noch kannten sie nicht die Charakterstärke dieser jungen Generaloberin, und sie sind erstaunt, als sie eine Antwort erhalten, die ihrer Persönlichkeit würdig ist: "Wir sind gekommen, um der Kirche zu helfen und nicht, damit sie für unseren Lebensunterhalt aufkomme". In vollem Vertrauen auf die Vorsehung lehnt sie jeden Beitrag ab, der ihre Schwestern in Abhängigkeit bringen könnte und erinnert sich an ihre wahre Würde. Man strengt sich noch mehr an und geht vertrauensvoll vorwärts. Madre Eugenia wagt alles, wenn es darum geht, die Rechte Gottes und Seiner Söhne und Töchter zu verteidigen.
Als sie Kardinal Fumasoni Biondi begegnet und ihm über ihre Entscheidungen berichtet, stellt dieser die Frage: "Und was werden die Schwestern zu ihrem Unterhalt tun ohne die Beiträge der Propaganda Fide"? Sie antwortet ruhig und fest im Vertrauen auf IHN: "Sie werden genug haben für sich selbst und um anderen zu helfen". Und so war es auch.
Einige Jahre später, nachdem sie die Früchte gesehen hatten, sagten die Apostolischen Vikare: "Mutter Eugenia, in jeder Prozession kommt das Kreuz vor den Fahnen".
In all ihrem Feuereifer lässt Madre Eugenia sich nur von der Liebe Gottes leiten; in allem was sie tut, kann man diesen Antrieb feststellen, der nicht den menschlichen Maßstab nimmt, um so weder ihre Möglichkeiten zu messen, noch die um sie herum möglichen Reaktionen.
Als sie im Jahr 1939 die Missionshäuser an der Elfenbeinküste Afrikas besuchte, begegnete sie Leprakranken, die auf der Insel 'Desirèe' verbannt lebten. Die Einwohner des Dorfes, die von dieser 'unverzeihlichen' Krankheit befallen waren, hatte man auf die Insel gebracht, von wo sie nicht fliehen konnten; als Beute der unheilbaren und abscheulichen Krankheit waren sie der Einsamkeit und Verzweiflung ausgeliefert.
Ab und zu warf ihnen jemand aus einem Boot von fern Lebensmittel zu, ergriff aber sofort wieder die Flucht, ohne ein Wort des Trostes oder der Hoffnung: sie waren 'Verfluchte'.
Berichte wir, wie Giannina Facco die Begegnung zwischen Madre Eugenia und den Leprakranken beschreibt (in: I big. della pace; edz Messaggero PD):
"Eines Tages kam Madre Eugenia, die Generaloberin der 'Schwestern U.L. Frau von den Aposteln' mit einem Wasserflugzeug in die Nähe der Insel. Sie kam nicht als Touristin auf Suche nach Abenteuern, es versteht sich: die Schwestern stellen alle Stunden ihres Lebens in den Dienst Gottes und der Menschen.
Als der Einbaum die Insel erreichte, schrien die Mitreisenden, Madre Eugenia solle eiligst aussteigen, dann kehrten sie sofort um. man verstand, sie waren von Entsetzen gepackte aus Furcht vor der Ansteckung.
Madre Eugenia sah die hinter Palmen wohl getarnten, elenden Baracken, in denen die unglücklichsten Geschöpfe der Welt wohnten; die Aussätzigen. Mit Güte stellte sie ihnen Fragen und erfuhr, dass die Kranken selbst diese mit ihren armen, verstümmelten Händen gebaut hatten. Sie assen, was sie gerade fanden und was von den Booten aus auf die Insel geworfen wurde. In ihren Gesichtern stand eine Verzweiflung geschrieben, die erst mit dem Tod ausgelöscht würde.
'Was wünschtet ihr euch?' fragte Madre Eugenia schliesslich diese Unglücklichen. 'Sprecht frei heraus; hier ist jemand, der euch liebt und euch helfen möchte'.
In den Augen, die diese Fremde, die keine Ansteckung zu fürchten schien, musterten, stand Verwunderung, aber kein Misstrauen. Madre Eugenia's Antlitz verriet Ernst und Trauer.
'Würde es euch gefallen, in einer kleinen Stadt zu wohnen, die ganz euch gehört?'
'Ohne Mauern darum herum?' wagte ein Jugendlicher zu fragen, der von der Krankheit ganz entstellt war.
'Ohne Mauern, natürlich', antwortete die Madre. 'Aber das ist nicht möglich: Lepra ist ansteckend. Wir müssen isoliert leben. Das Meer hält uns gefangen; wir können von hier nicht weggehen. Wir sind dazu verdammt, einsam zu sterben.'
'Ich werde mein Bestes tun, um euch zu helfen', versicherte Madre Eugenia. 'Ihr dürft nicht verzweifeln. Ich verspreche euch, zurückzukehren, sobald es mir möglich ist.'
Wenig später sprach Madre Eugenia zu ihren Mitschwestern über die Aussätzigen. Keine von ihnen fand den Hilfsplan absurd. Mit bebender Stimme erläuterte Madre Eugenia: 'Ihr Dorf müsste mitten im Wald entstehen, so dass sich die Kranken frei fühlten. Jede Familie müsste ein Häuschen besitzen und ein Stück Land zum Bebauen; so bekommen die Aussätzigen den Eindruck, von ihrer Arbeit zu leben. Natürlich sollten sie auch ein Radio haben, ein Kino, und, warum nicht? ich wünsche auch, dass sie sich ein wenig handwerklich beschäftigen'.
'Wir alle werden für diese Armen arbeiten. Darauf können sie sich verlassen, Madre'.
'Ich weiss. Das Problem liegt woanders: wie finden wir die erforderlichen Mittel....'"
Hören wir, wie Raoul Follereau diese Episode erzählt in seiner Autobiographie: "Die einzige Wahrheit heisst: Lieben'. Es folgt ein Auszug:
"1939 - ELFENBEINKÜSTE. Eine Insel auf der Höhe von Abidjan. Eine Insel in der Lagune, die sich durch nichts unterscheidet von den anderen, mit ihren hohen Palmen, mit ihrer üppigen Vegetation. Eine Insel, die gemacht zu sein scheint für das Glück, die Ruhe, den Frieden. Sie trägt einen anziehenden und lieblichen Namen: 'L'ile Désirée'.
Doch in Wirklichkeit ist diese Insel, die wie ein Paradies erscheint, die Hölle. Wenn die Einbäume (Boote) sich ihr nähern, wenden die Ruderer den Kopf ab und rudern schneller. Denn die Insel ist bewohnt von 'Verdammten'. Gezeichnet von schrecklichen Wunden fliehen sie oder verstecken sich vor unseren Blicken. Ihre Häuser? Armselige Baracken, die sie mit ihren armen verstümmelten Händen gebaut haben. Ihre Nahrung? Was sie finden und was ihnen manchmal zugeworfen wird.
Auf dieser Insel, die soviel Glück zu versprechen scheint, gellen oft Schreie des Hasses und der Verzweiflung. Denn die Insel Désirée ist ein Gefängnis, Begräbnisort der Aussätzigen der Elfenbeinküste. Eines Tages landet hier das Wasserflugzeug mit Madre Eugenia, derzeit Generaloberin der Schwestern U.L. Frau von den Aposteln. Und so sehren diese Elenden und Unglücksseligen die Missionarin der Nächstenliebe vom Himmel her kommen. Sie ist ganz in Weiss gekleidet, lächelt und streckt die Hände aus. Sie spricht mit ihnen, hört geduldig ihre traurigen Geschichten an. Jeder zeigt ihr seine wunden, beschreibt sein Elend. Wie nur liess sich der Eindruck von Freiheit vereinbaren mit den strengen sanitären Vorschriften der damaligen Zeit, die ihnen aufgezwungen wurden? Die Missionarin hat eine geniale Idee ersonnen:
Das Aussätzigendorf müsste in dichtem Urwald errichtet werden. Dort wären die Unglücklichen zwar isoliert wie durch eine Mauer, von der sie sich jedoch nicht erdrückt fühlten. Sie könnten in ihrer Stadt ein- und ausgehen, wie es ihnen beliebte; sie hätten wirklich den Eindruck, frei zu sein.
In dieser Stadt will Madre Eugenia sie sammeln und ihnen ein leben ermöglichen, das so weit wie nur möglich ein normales ist. Jede Familie würde ihr eigenes Haus haben und ein Stückchen Garten zum Bebauen. Man würde ihnen berufliche Ausbildung ermöglichen und moderne Unterhaltung bieten: Radio und Kino; es wäre in Städtchen wie jedes andere.
Madre Eugenia lächelt immer, nun aber sind ihre Augen voll Tränen. Dies ist die Geburtsstunde des Planes, ein Dorf für die Aussätzigen zu bauen, wo sie wie Menschen und nicht wie Tiere leben können, im Glauben, frei zu sein, ohne Mauern, die ihnen den Blick in den Himmel verwehren.
Heute, da die törichten Vorurteile und Ängste verschwunden sind, mag dies leicht erscheinen. Doch im Jahr 1939 war dies ein revolutionärer Plan. Es schien ein Traum, eine Utopie, ein Hirngespinst.
Diese Frau war grossmütig, aber ihre Nächstenliebe drängte sie zum unmöglichen ......
Die begeisterten Missionsschwestern waren bereit, mit Freude ihr Leben dieser Aufgabe zu widmen. Doch das genügte nicht: damit nicht alles ein Traum blieb, mussten die materiellen Mittel beschafft werden. Auch ich nahm mich dieser Sache lebhaft an. Aus heutiger Sicht war es verrückt: es war eine Herausforderung, aber ihre Nächstenliebe war ansteckend! und segensreich..."
Hochintelligent, macht er einen glänzenden Abschluss seiner Studien an der Sorbonne und erwirbt das Lizentiat in Literatur, Philosophie und Rechtswissenschaft. Zusätzlich ist er Dichter, Journalist und Beter. Mit zwanzig Jahren hält er im Hotel des Sociétés Savantes' den ersten Vortrag über das Thema: 'Gott ist die Liebe' und zitiert dabei Platon: "Es ist die Liebe, die den Menschen Frieden bringt, das Meer beruhig, Stürme besänftigt, Schmerzen lindert". Er schliesst mit den Worten: "Das Herz ist der Schlüssel des Himmels".
Er ist Christ und erklärter Katholik, klar und mutig als Glaubender. Wie alle prophetischen Menschen begegnet er in der kirchlichen Welt eher Schweigen und verdecktem Vorbehalt als Zustimmung.
Immer handelt er unter eigenem Namen und übernimmt die ganze Verantwortung, ohne sich gegenüber Priestern und Ordensleuten minderwertig zu fühlen. Er spart nicht mit Kritik angesichts gewisser Kreise der Amtskirche, die mehr um den Rahmen als um den Inhalt des Christentums besorgt sind, die sich mehr von den Vorschriften als von der Liebe leiten lassen.
Raoul ist verheirateter Laie und lebt, zusammen mit seiner Frau Madeleine, ganz sein Charisma der Ehe. Und er sagt: "Das grösste Glück meines Lebens ist meine Gattin." So beschreibt es auch einer ihrer Freunde, R. Guerrini: "Diese ideale Gefährtin, die ihn auf allen seinen Reisen begleitete, war Sekretärin, Vertraute und erleuchtete Beraterin. Diskret und bescheiden, war sie gewissermassen sein Schutzengel... Ich bin überzeugt, ohne sie hätte er nicht wirken können, wie er es tat."
Aus der Erinnerung beschrieb Madre Eugenia Madeleine als eine liebe und gütige Frau mit einem herzlichen Lächeln, die ihren Gatten tief achtete und verehrte. Raoul Follereau war ein gewöhnlich bürgerlicher Christ; später wird ihm auf dieser Linie die einschneidende und entscheidende Entdeckung der Aussätzigen zuteil, die so grausam aus der Welt ausgestossen waren. Es ist die Entdeckung der Liebe, die ihn jetzt fasziniert.
In der Begegnung mit Madre Eugenia Elisabetta Ravasio macht er die Erfahrung einer solch mitreissenden, feinfühlenden und überströmenden Liebe, dass von nun an in der Aufforderung zu geschwisterlicher Liebe die Hauptkraft seiner 'Botschaft' liegen wird, bis sie sich schliesslich in dem Satz verdichtet: "Die einzige Wahrheit heisst: Lieben".
Schon als er die Orte besuchte, wo Charles de Foucauld gelebt hatte, war er geprägt geworden durch die Entdeckung der radikalten Wandlung dieses Menschen. Welcher Kontrast zwischen der eleganten Uniform eines Grafen de Foucauld und dem groben Tuch eines Beduinen, das er in der Einsamkeit der Sahara trug! Solche Gedanken liessen Follereau nicht mehr los.
An diesem Ort begegnet er Aussätzigen und er stellt fest: "Während einige verängstigt flohen, blieben andere unbeweglich stehen und hörten nicht auf, mich mit ihren schmerzerfüllten Augen zu beobachten. Ich sagte zum Führer:
'Was sind das für Menschen?' 'Aussätzige', antwortete er. Warum sind sie dort? Es sind Aussätzige. Ich verstehe, aber wäre es nicht besser für sie, im Dorf zu leben? Was haben sie denn getan, dass sie ausgestossen sind?" Ich habe es Ihnen doch gesagt: es sind Aussätzige. Sorgt man wenigstens für sie? An diesem Punkt zuckte mein Gesprächspartner die Achseln und verliess mich wortlos. An diesem Tag verstand ich, dass es ein Verbrechen gab --- Ein Verbreche, für das weder Berufung noch Amnestie gewährt wird: Den Aussatz".
Noch aber stellte er sich nicht sofort in ihren Dienst. Die Begegnung in der Sahara war ein Anruf, der nach einer Bestätigung verlangte. Da kommt es zur Begegnung mit Madre Eugenia Elisabetta Ravasio, die ihn mit neuem und entschiedenem Eifer beseelt. Jetzt gibt es kein Warten mehr.
Es war Kriegszeit. Im Jahr 1938 hatte Raoul in seiner Zeitschrift einen Aufsatz veröffentlicht unter dem Titel: 'Hitler: Das Gesicht des Antichrist'. Deshalb war es für ihn nicht klug, sich in einem auffälligen Gebiet aufzuhalten. Also suchte er Zuflucht in Vénissieux bei Lyon, im Mutterhaus der Schwestern U.L. Frau von den Aposteln.
Er kannte die Ordenfrau gut. Er hatte Gelegenheit gehabt, sie in Kairo, im Libanon und in Afrika kennenzulernen, so dass er 1939 über sie ein zweibändiges Werk schrieb: 'Sur les routes de la Charité' (Auf den Wegen der Nächstenliebe).
In Vénissieux war er sicher, wie ein Freund aufgenommen zu werden. Und hier ist es auch, dass sich , unter dem Einfluss der Generaloberin Madre Eugenia Elisabetta Ravasio, seine Berufung deutlich abzeichnet. (Vgl. J. Toulat: R.F. Pour un monde moins lépreux - Für eine Welt mit weniger Lepra').
Aus Abidjan zurückgekehrt vertraut Madre Eugenia ihrem 'Gärtner' Raoul Follereau mit bewegter und entrüsteter Stimme ihren Kummer an. Dieser hört ihr zu, indem er mit unruhigen Schritten den Klostergarten durchmisst:
'In Europa macht man Krieg! Bomben und Kanonen kosten Millionen von Francs! Und dort unten sterben die Ärmsten der Welt an Hunger und der schwarzen Seuche. Knaben um die zwölf Jahre , ohne Hände mit entstelltem Gesicht, schlafen im Schmutz. Junge Mädchen werden wahnsinnig vor Hunger. Und wir spielen Krieg! Ich möchte im afrikanischen Wald eine Stadt bauen, wo die Aussätzigen nicht länger wie Tiere behandelt werden, sondern mit allem Respekt und Anstand, den sie verdienen...."
Follereau hört aus der Stimme der kleinen Schwester einen ungeheuren Willen, der zu allem entschlossen ist. Doch, wo Gelde finden im zerstörten, besetzten und ausgeplünderten Paris?
Auf einmal sieht Madre Eugenia ihren 'Gärtner' die Hacke hinwerfen, und während er sich den Schweiss von der Stirne wischt, sagt er entschlossen: "Madre, mach Sie sich keine Sorgen, fahren Sie nur fort mit Ihrem Werk; um das Geld werde ich mich kümmern!"
Als sein Sekretär, der in Paris geblieben ist, die Nachricht hört, ruft er aus: "Mitten im Krieg 7000 km von Frankreich entfernt ein Dorf für Aussätzige bauen? Das ist doch verrückt! Madre Eugenia träumt mit offenen Augen!"
Man muss zugeben: Liebe ist ansteckender als Aussatz, und es gelingt ihr, viele Herzen zu gewinnen und sie wie eine Kampftruppe mit sich in dieses Projekt hineinzunehmen; der utopische Traum wird Wirklichkeit.
Raoul Follereau stimmt sofort dem Vorschlag der Madre zu, der so einfühlsam und sorgfältig auf die Probleme der Unglücklichen eingeht.
Die Angst vor der Militärpolizei ist verschwunden; er verlässt das Kloster mit einem einzigen Hilfsmittel: seiner Sprache. So beginnt er, Vorträge zu halten. Sein Wort fliesst wie Wasser aus einer reinen Quelle: es ist klar, glühend, bilderreich, farbig. Es drückt Zartgefühl aus, und man spürt darin das ganze Feuer, mit dem Madre Eugenia ihm das alles mitgeteilt hat. Er gebraucht eine Ausdrucksweise, die ins Herz trifft, Gesten die erschüttern, und er sagt: "Seht diese Hände an! Sie haben Tausende von Aussätzigen berührt, doch sie wurden nicht vom Aussatz angesteckt."
Der erste Vortrag findet am 15. April 1943 im Stadttheater in Annecy statt. Was wird dort aufgeführt, dass eine so grosse Menge davon angezogen wird? Im Hintergrund ein grosser roter Vorhang, auf der Vorbühne ein kleiner Tisch und darauf ein Glas Wasser. Durch eine ungeschickte Handbewegung wird das Glas umgestossen, die durchtränkten Blätter sind unleserlich geworden. Was tun? Nach einem Augenblick der Besinnung hält Follereau aus dem Stegreif einen warmen und lebendigen Vortrag, der einen Sturm von Applaus hervorruft. Von diesem Tag an werden seine Vorträge nicht mehr schriftlich aufgesetzt.
Wenn immer Madre Eugenia sich an diesen 'Störenfried' von einem Wasserglas erinnerte, lächelte sie und sagte: "Ich hatte ihm gesagt, er brauche nichts als sein Herz, seinen Willen und sein Vertrauen, um zum Ziel zu kommen. Ja, Jesus hat uns gelehrt, uns keine Sorgen zu machen, wie und was wir sagen sollen, wenn es darum geht, für die Wahrheit einzustehen und die Rechte der Menschen zu verteidigen."
Zahlreiche Vorträge folgen in Belgien, der Schweiz, Nordafrika und Kanada. In Frankreich bieten sogar die kommunistischen Bürgermeister unentgeltlich ihre schönsten Räume an; in der 'Comédie-Francaise' führt der neue Apostolische Nuntius Mons. Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., den Vorsitz über dei Versammlung. Im 'Palais de Chaillot' bleiben tausend Personen ausgeschlossen, weil alles überfüllt ist; das gleiche geschieht im Châtelet.
Am Ende eines Vortrages sind die alten Koffer, die Follereau am Eingang aufgestellt hat, mit Geld gefüllt. Follereau erzählt: "In Nancy kam ein junger Mann zu mir, nahm seinen goldenen Ring vom Finger, liess ihn in meine Hand gleiten und flüsterte: 'Entschuldigen Sie, dass ich so lange gezögert habe'. Ein anderer aus der Pariser Bannmeile sage beim Hinausgehen: 'Wir haben eine leere Brieftasche, aber unser Herz ist voll' ".
Liebt man wirklich, dann gelingt es auch, solche Liebe zu übertragen. Man denke nur an Madre Eugenia Elisabetta Ravasio und ihre Schwestern, anRaoul Follereau und alle, die ihm gefolgt sind. Liebe ist wahrhaftig ansteckender als Aussatz!
Auf Anfrage von Madre Eugenia Elisabetta Ravasio bietet die Regierung 250 ha Land zum Aufbau des Lepradorfes an, im dichten Urwald, 15 km entfernt von der nächsten Niederlassung. Zunächst mussten 15 km Strasse gewonnen werden, Meter um Meter, mit den einzigen Hilfsmitteln, die damals zur Verfügung standen: Äxte, Hacken, Schaufeln, kleine Körbe, um die Erde wegzutragen. Gigantische Bäume aus hartem Holz müssen geschlagen werden. Zweihundert Hilfsarbeiter aus dem Norden brechen In Mannschaften zu je fünf auf, um den Wald zu bezwingen.
Einmal erschlägt ein fallender Baum zwei Holzfäller. Entmutigt denken die Arbeiter: Die Waldgeister sind zornig! Sie verlassen die Arbeitsstelle; erst nach tagelangem Zuspruch lassen sie sich zur Rückkehr bewegen.
So beginnt der Wald langsam, Land freizugeben. Während Madre Eugenia sich ihren Aufgaben widmet, leiten die anderen beherzt die Arbeiten. Dreizehn Brücken müssen über die Sümpfe gebaut werden, und endlich ist nach 15 km das Flachland gewonnen.
Die ersten Häuser werden gebaut, und im Juli 1950 ziehen die Schwestern und die Kranken in die neue Leprastation ein, die sich weiter und weiter entfalten wird. So wird durch das Wohlwollen vieler Menschen und im Vertrauen, das Madre Eugenia vermittelt und immer wieder unterstützt hat, das 'Unmögliche' verwirklicht. Dies trägt die Kennzeichen Gottes, der die Menschen - 'die anderen' als Teilnehmer am Schöpfungsplan einbezogen hat, welche sich in der Nächstenliebe rühren sollen wie ER.
Follereau sagt in seiner Eröffnungsansprache: "Ich erinnere mich, wie Sie, Madre Eugenia, entdeckten, dass die Aussätzigen vor den Menschen auf die Insel Désirée, diesen schrecklichen Ort, fliehen mussten, wo sie ihr Elend, ihre Leiden, ihre Verzweiflung versteckten; wie sie davon träumten, ihnen ein Dorf zu bauen, das kein Gefängnis wäre, sondern ein Dorf wie jedes andere, wo sie leben würden wie alle anderen und sterben könnten als Menschen. Dies wird auch, nach ihren Willen, Madre, eine Stadt der Liebe werden." (Fond. R. Follereau, Suppl. Nr. 219 Sept. 1987 zu 'Lépres`, Frankreich)
Dieses Projekt entsprang einem Herzen voller Liebe und bar jedem Ehrgeizes. Deshalb wird es imstande sein, im Sinne jener, die es ausgedacht und in die Wege geleitet hat, weiter zu bestehen.
Vernehmen wir, wie Raoul Follereau anlässlich eines 'Welttages der Aussätzigen' den mutigen Einsatz von Madre Eugenia Elisabetta Ravasio bezeugt:
"....Sie haben, Herr Minister, die Erinnerung angesprochen .. Madre Eugenia hatte diesen Traum, der in einer Welt des Egoismus, des Hasses, des Unglücks, in einer gequälten und blutenden Welt noch utopischer und verrückter erschien: ein Dorf der Geschwisterlichkeit zu erbauen. Wenige Mensche sprachen in den Jahren 1941-42 von Frieden und Liebe. Dennoch blühte diese Idee in ihrem Herzen auf: ein Dorf für die unglücklichsten und verlassensten der Menschen: die Aussätzigen. Ihrem grossen Traum - und dafür werde ich ihr immer dankbar sein, wollte sie den jungen Poeten, der ich damals war, verbünden. Ich wurde eine Art 'Finanzminister' von Adzopé. Die einzigen Mittel, die mir zur Verfügung standen, waren mein Wort und mein Herz. Zehn Jahre lang habe ich dieses Wort für die Aussätzigen eingesetzt, indem ich die Schwestern begleitete, die zu kämpfen hatten gegen Trägheit, Egoismus und die feige Meinung: "Was soll's diese aussätzigen wird es immer geben"! Es war eine einfältige, gemeine und unabänderliche Ansicht. Ich ging von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, um die ersten Francs zusammenzubringen, die es erlauben würden, mit dem Bau zu beginnen. Dieses Haus, das vor Ihnen steht, war das erste .... Ich durchzog die Welt, um diesen sonderbaren Kampf der Nächstenliebe zu führen."
Am 30. Oktober 1968 beschloss die Regierung, das Dorf Adzopé in das 'Nationale Leprainstitut der Elfenbeinküste' umzubenennen und verleiht ihm den Namen von Raoul Follereau. Doch in seiner Eröffnungsrede anlässlich des 18. Welttages der Aussätzigen am 28. Jänner 1971 sagt dieser wieder: "Heute feiern wir die Eröffnung des Nationalen Leprainstitutes der Elfenbeinküste, das meinen Namen trägt. Doch von Rechts wegen müsste es den euren tragen, denn nicht ich bin es gewesen, sondern Madre Eugenia zusammen mit euch...."
Madre Eugenia war nicht anwesend. Sie war auch nicht dabei, als dem Institut U.L. Frau von den Aposteln die 'Couronne Civique', die höchste Ehrenbezeugung verliehen wurde, die Frankreich für soziale Werke zu vergeben hat, in diesem Fall für die Aussätzigenstation Adzopé. Madre Eugenia war deren Initiantin und die treibende Kraft für das Aussätzigendorf Adzopè gewesen, das nunmehr Leuchte und Anstoss der Ermutigung zur Eröffnung weiterer Zentren für die Pflege dieser Kranken geworden ist. Einer sät, ein anderer erntet. Madre Eugenia ist froh, wenn nur das Gute getan wird. Sie fühlt sich arm vor Gott, vor den Menschen und vor sich selbst. Es ist ihr ganz klar, dass Gott allein die einzige Quelle des Guten ist, und dass wir das Gute nur tun können, wenn wir uns von ihm, von seinem Wort führen lassen; wenn wir fortfahren, unsere Hände in die Hände des VATERS zu legen.
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr euch 'unnütze Knechte' nennen .... (vgl. Lk 17.10), das heisst: das Vermögen des Tuens kommt von Gott. Er hat es auch uns gewähren wollen. doch müssen wir uns bewusst sein, dass Er der Urheber ist; es ist an uns, nicht überheblich zu werden und uns der Lüge, dem Bösen zu ergeben.
In seiner tiefen und ehrlichen Gesinnung reist R. Follereau 1971 nach Rom, um Madre Eugenia zu besuchen, und er findet sie ganz darauf bedacht, in Treue ihren Kreuzweg zu gehen. Mit tiefem Respekt drückt er sein Bedauern aus: "Das nationale Leprainstitut von Adzopé müsste Ihren Namen tragen, Madre, nicht den meinen, ich habe das schon gesagt ...", und er küsst ehrfürchtig ihre Hand. Nach einem Augenblick der Stille sagt er mit glänzenden Augen:
"Ihnen schulde ich meinen innigsten Dank dafür, dass Sie mich ins schönstmögliche Abenteuer der Welt gestürzt haben." Sie antwortet bescheiden und aus tiefer Überzeugung: "Ich bin glücklich, das zu tun, was der VATER von mir will". Für sie ist jetzt in der Tat die Stunde von Kalvaria, und sie fügt hinzu:
"Ich bin glücklich, nichts getan zu haben in den Augen der Welt; so stehe ich vor Gott arm, wirklich arm".
Vernehmen wir nochmals Follereau: "Diese Begegnung versenkte mich in eine unantastbare Stille, wo der Friede der Gerechten herrscht; mir schien, als habe ich die Frucht meiner Mühen geerntet, ein neues Licht durchdrang mich, und ich verstand, was es bedeutet: 'wenn ihr alles getan habt, sollt ihr sagen, wir sind nur unnütze Knechte'; unnütz, ja, für den Hochmut, aber Kinder Gottes, und darum von Nutzen für die Wahrheit, für die Liebe. Ich rauchte ein in die Wirklichkeit: Gott IST, und ER ist die LIEBE. Mir genügt es, Sein Kind zu sein. Nun verstehe ich noch besser das Gebet 'Gott ist mein Vater'! Ihm allein gebührt die Ehre, doch ich bin Sein Kind und nehme daran teil!"
Welch tiefe Erleuchtung kann jene Seele erfüllen, die, vom Glauben und von der Liebe ergriffen, zum Ewigen emporsteigen! Während die erste Begegnung mit Madre Eugenia aus Follereau, feinfühlend und voll wohlwollender Bereitschaft wie er war, den Apostel der Nächstenliebe machte, liess diese zweite Begegnung ihn zum Unendlichen vorstossen, im Ahnen des Absoluten. Losgeschält von allem! Auch von jenen als gut geltenden 'abgöttisch' verfolgten Zielen, die aber noch nicht Geist und Wahrheit sind. Der Geschmack an diesem Erleben blieb ihm; so sehr, dass er in den noch verbleibenden letzten Jahren seines Lebens die dringende Notwendigkeit spürte, sich in diesen grenzenlosen Frieden, der sich VATER nennt, zu versenken, Seine Väterlichkeit auszukosten.
Madre Eugenia hatte eine Menge von Menschen aufgeboten, die grosszügig halfen; doch zunächst mussten die Kranken mit erster Hilfe und Medikamenten gegen den Aussatz versorgt werden, und die gab es nicht. Die Frage quälte sie, wie man den Aussätzigen deren 'Körper zerfressen wurden und in Stücke fielen', helfen könne. Während sie sich umschaute mit einem Herzen, das vor Sorge zu zerbrechen drohte, schien sie jedermann, den sie sah, um Hilfe zu bitten.
Dabei entdeckt sie auf einmal eine Pflanze, deren Schoten ihr auffallen, und sie verliert keine Zeit. "Aber ja, vielleicht könnt ihr mir helfen! Zu irgend etwas seid ihr gut, wenn euch der Herr erschaffen hat, also helft mir!" Mit hoffnungsvollem Herzen zerquetscht sie diese zu einem öligen Brei, den sie auf vom Aussatz befallenen Stellen streicht; die Krankheit breitet sich nicht weiter aus. Madre Eugenia ist wirklich unberechenbar!
Das 'Institute Pasteur' in Paris hat diese Entdeckung entwickelt und vervollkommnet und so der Wissenschaft einen Anstoss zur Bekämpfung dieser Krankheit gegeben.
Aus ihrem Leben als Missionarin haben wir nur an einige Episoden erinnert, um so eine Vorstellung zu vermitteln von ihrer Kraft, ihrem Mut, ihrem Eifer für das Wohl des Nächsten, ihrem Höchstmass an Gottvertrauen; um zu zeigen, wie sie das Evangeliumswort lebte: 'Ihr seid der Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuert .... Ihr seid das Salz der Erde ... die Lampe, die auf den Leuchter gestellt wird, damit alle sie sehen'. (vgl. Mt 13,33; 5,13, 14-15)
Madre Eugenia ist wie ein lebendiger ´Vulkan, ein nicht zu löschendes Feuer: die lebendige Kraft Gottes führt sie.
Der Apostel Paulus sagt: "Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir" (Gal 2,20). Es ist normal - gemäss unserem Glauben - dass Christus in jeder Seele, die ihn aufnimmt, fortfährt, Sein Bestreben zu verwirklichen: die Ehre des VATERS und das Heil aller Seiner Söhne und Töchter, aller Menschen guten Willens, die ihn aufnehmen wollen. "Heiliger VATER! Alle sollen eins sein: Wie du VATER, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Heiliger VATER! Ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin...."(vgl. Jo 17,21.23f).
Wir sind von Gott geschaffen, und er wollte nicht nur, das wir leben, sondern Er wollte uns als Seine Söhne und Töchter, Ihm ähnlich (Gen 1,26). Hierzu hat Er uns Sein eigenes Leben mitgeteilt, uns Anteil gegeben an Seiner Göttlichen Familie. Unglücklicherweise hat der Mensch sich nicht für das gerechte Handeln seines Schöpfers und VATERS entschieden, sondern er liess sich von der Lüge, dem Bösen verführen.
Von wie vielen lügnerischen Idolen sind wir angezogen! Doch Vorsicht! Nicht alles, was glänzt ist Gold. Denken wir zum Beispiel an die Drogen: trügerisches Glück, das den Menschen zerstört! Der 'verlorene Sohn' des Evangeliums wähnte, glücklich zu sein, doch fern vom VATER, von der Wahrheit fand er sich am Schweinetrog. So geht es mit allen trügerischen 'Idolen'.
Gott gab uns seine Gebote, nicht um uns zu unterdrücken oder Seine Hoheit zu beweisen, sondern um uns anzuleiten, das Gute, die Wahrheit zu wählen, die allein frei und glücklich macht (vgl. Jo 8,32): zu wählen zwischen Wahrheit oder Knechtschaft. Die Freiheit ist das grösste Geschenk, das Gott dem Menschen gemacht hat; doch ist sie im Geist der Liebe, der Ordnung und der Gerechtigkeit zu gebrauchen. Denn die Wahrheit besteht darin, dass wir vor Gott kommen; daher müssen wir uns in Freiheit für ein Verhalten nach der Weise Gottes entscheiden: ER ist die LIEBE.
Leben wir nicht in der Liebe, wie das Evangelium sie beschreibt, dann verraten wir Gott und uns selbst, wir leben in der Lüge und daher im Bösen, im Unglück. Behauptet jemand, er fühle sich wohl in einem ausschweifenden Leben, dann hat er noch nicht die Früchte des Bösen geerntet, wie der 'verlorene Sohn', wie der reiche Prasser das Evangelium.
Gott wollte uns einen freien Willen schenken. Warum? Das ist sicher ein grosses Geschenk, das wir leichter verstehen, wenn wir einst in der Welt der Wahrheit die Früchte unseres Handelns aus der Wahrheit ernten werden; doch auch jetzt schon können wir es begreifen, wenn wir uns von Gott führen lassen.
Viele fragen: warum lässt Gott das Böse zu? Lesen wir aufmerksam das Evangelium, so finden wir die Antwort. Kurz: Er respektiert die Freiheit des Menschen, den Er so erschaffen hat (d.h. Ihm ähnlich - Anm. d. Üb.).
Anstatt mit Gott zu hadern, was ungerecht wäre, wollen wir betrachten, wie Gott handelt: So sehr achtet Er die Freiheit des Menschen, dass Er Seinen einzigen Sohn vom mörderischen Bösen versucht werden liess, damit wir, die ganze Menschheit, die sich entschieden hatte, Böses zu tun, gerettet und in der Wahrheit Seine Söhne und Töchter würden.
Die Liebe des VATERS und Schöpfers wird in dieser Tat bis ins Unendliche gesteigert. Gott der VATER kann anscheinend nicht anders, als Seine Söhne und Töchter glücklich zu machen. In der Betrachtung dieses wunderbaren Geheimnisses sagt der Hl. Irenäus: "Die Verherrlichung Gottes ist der lebendige Mensch"; lebendig aus Seiner Liebe und nicht aus der Lüge. Die Kinder sind der Ruhm des VATERS. Gott ist in Sich selbst glücklich, und doch will ER, dass Seine Herrlichkeit damit gekrönt werde, dass auch seine Kinder glücklich sind; ohne Gott können wir nicht glücklich werden.
Jesus kam in die Welt, um sich um das zu kümmern, was des VATERS ist: "warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem VATER gehört?" (Lk 2,49)
Aus dieser Haltung heraus setzt Jesus alle anderen Werte an die zweite Stelle. Sein Ziel ist in vollkommener Weise das Ziel des VATERS: alle Söhne und Töchter, gerettet in Wahrheit, glücklich im Schosse des VATERS zu versammeln, damit eine Einheit werde mit Jesus und dem VATER in der wahren Liebe, dem Heiligen Geist.
"Ich und der VATER sind eins" (Jo 10,30), sagt Jesus, und SEIN brennender Wunsch ist: "Heiliger VATER! Alle sollen eins sein, wie wir eins sind, wie Du, VATER, in mir bist und ich in Dir bin. VATER, ich will, dass alle, die Du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin." (vgl. Jo 17,21.24)
Jesus ist gekommen, um uns den Weg, die Wahrheit und das Leben zurückzukaufen. Er kam in Sein Eigentum, aber die Seinen nahmen Ihn nicht auf, weil sie sich Gott, dem wahren Gut, widersetzt hatten. Besessen von Stolz und Egoismus, bleiben sie sich selbst verhaftet. Sie sind verblendet und erkennen nicht die Zeichen der Zeit.
Bereits die Propheten hatten dieses böse Verhalten verurteilt und wurden dafür von den 'Kindern der Lüge' getötet. Noch schlimmer machten sie es mit Jesus, weil Er die Wahrheit nicht nur verkündete, sondern sie darüber hinaus mit Seiner Macht bestätigte.
Jesus hat uns die Liebe als grösstes Gebot in Erinnerung zurückgerufen, in dem alle anderen Gebote enthalten sind. Statt daher jene, die ihn töten wollen, zu vernichten, lässt Er sich wie ein wehrloses Lamm töten. Dies ist die Stunde der Finsternis! Aber den Triumph der Auferstehung zu einem glorreichen Leben kann niemand mehr verhindern. Zusammen mit Ihm werden jene auferstehen, die Ihn aufgenommen haben; und so, wie sie Jesus auf dem Weg nach Kalvaria gefolgt sind, werden sie auch an Seinem Triumph teilhaben; sie helfen dem VATER, Seine Söhne und Töchter nach Hause zu führen.
Wer immer diese Wahrheit annimmt und sich von ihr leiten lässt, hat der Welt etwas zu sagen; zusammen mit Jesus wird er zum Propheten. Und es wird ihm nicht leicht gemacht, weil die 'Welt', besser gesagt: jene, die nicht für Gott verfügbar sind, Ihn nicht annehmen. Der prophetische Mensch aber schreitet zusammen mit Jesus unerschrocken voran; er zittert in Gethsemani, doch er weicht nicht zurück; er trägt sein Kreuz in Geduld und Hoffnung, des Sieges gewiss, der ihn am Ende sicher erwartet. So geschah es auch Madre Eugenia: als sie den Wunsch des VATERS annahm: die Väterlichkeit Gottes bekanntzumachen, stiegen tausende von Widerständen auf. Doch sie schritt voran, in ihrem Glauben unerschütterlich wie ein Fels. Wer mit ihr zusammenstiess, wurde zerschmettert, denn sie war in Wahrheit, die unanfechtbare ist.
nach dem Tod am Kreuz weist Jesus auf ein noch viel schöneres Leben hin. So ist es auch mit Seinen 'Propheten': das Leiden vernichtet sie nicht, sondern lässt sie erstarken.
Eine Seele, die ihrem Meister auf Seinem Weg folgt, macht die Erfahrung: "Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen" (Jo 15,20; vgl. Mt 10,24). Doch vereint mit Jesus sind wir sicher und stark, wie Paulus sagt: "Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat." (Röm 8,31.35.37)
Das Leiden löst uns von all den verführerischen Götzen dieser Welt, von ungeordneter Eigenliebe, von leerer Ehrsucht und von allem, was nicht in der Wahrheit ist, damit Christus uns zurückführen kann in die Arme des VATERS, wo Friede ist, Heiterkeit, Freude, Wonne und Seligkeit, die Herrlichkeit des VATERS, die unsere Herrlichkeit sein wird. Ein schwieriges Unterfangen, dem Meister konsequent zu folgen bis ans Ende!
Eines Tages fragte Pater Pio von Pietralcina ein Kind:
'Was möchtest du den einmal werden?' 'Ich möchte ein Heiliger werden'. 'Das ist ein schwerer Beruf, mein Sohn', antwortete Pater Pio lächelnd.
Ähnlich erging es der hl. Teresa von Avila: sie war traurig, weil sie eine sündhafte Begebenheit gesehen hatte. Als sie sah, wie man ihren Herrn beleidigte, litt sie so sehr, dass sie drei Tage lang keine Nahrung zu sich nehmen konnte. Da zeigte sich ihr Jesus mit zärtlichem und traurigem Antlitz, als wollte er sagen: 'trösten wir uns gegenseitig'. In der Hand hielt er ein Glas Wasser und ein Stückchen Brot; Er lud sie ein, zu essen, doch sie lehnte es ab. Noch einmal lud Jesus sie ein, Er ermahnte sie, Mut zu fassen und fügte hinzu: "Weisst du nicht, dass ich Meine Freunde, die Ich mit dem Kreuz heimsuche, so behandle?" - "Ach, Herr, darum hast Do so wenige Freunde!"
Auch Madre Eugenia Elisabetta Ravasio wurde eingeladen, sich zu stärken, um dem verachteten und gekreuzigten Jesus nachzufolgen, das heisst, tapfer die schwierigen Umstände zu überwinden, die sich entgegenstellten, sobald sie ihr Ideal in der Wahrheit verwirklichen wollte.
Der VATER sagt ihr einmal: "schon mehrmals habe ich anderen Seelen diese Meine 'Botschaft' mitgeteilt, doch bei den ersten Schwierigkeiten haben sie aufgegeben. Mach du es nicht wie sie." Konfrontiert mit dem Wunsch dieses zärtlichsten VATERS, der anscheinend wie ein Bettler zu Seinen Geschöpfen kam, spürte sie, wie ihr Herz weich wurde und alle seine Kräfte aufbot, sogar das Unmögliche zu wagen "Ja, VATER! Ich werde alles tun; nimm auch meine Ehre und alles, was mir sonst noch lieb ist, denn Dein Wille ist meine Seligkeit". Sie wusste, dass Gott sie beim Wort nehmen würde, und so war sie bereit, sich mit Füssen treten, verachten, mit Schimpf und Schande bedecken zu lassen. "In jener Nacht im Gefängnis habe ich mich neben Jesus gesetzt, um ihm Gesellschaft zu leisten!" Und, zusammen mit Jesus schrickt sie nicht zurück und verurteilt nicht; sie übersteht alles, um die Erneuerung zu bringen, um derentwillen der VATER sich ihrer Hilfe bedient.
Zuerst das 'Hosanna', dann das 'Kreuzige'!
Bis 1948 war alles ein Triumph für Madre Eugenia Elisabetta Ravasio. Man sah die Früchte ihrer Mühen, die Planung und die Verwirklichung ihrer vielen Werke. Aber Gott wollte auch noch anderes von ihr. Auch für Jesus selbst war es so; der VATER hat es so gewollt. Jesus tat so viel Gutes, überall eilte Er Bedürftigen zu Hilfe, Er tröstete alle, heilte Kranke an Leib und Seele, erweckte Tote zum Leben.
Mit 33 Jahren steht Jesus in voller Kraft; warum verlässt Er nicht diese Handvoll Menschen, die Ihn vernichten wollen, nur weil Seine Lehre ihnen unbequem ist, und zieht an einen anderen ort? Da sind so viele, die Seine Hilfe nötig hätten!
Tatsächlich läst sich Petrus von menschlicher Logik und von dem, was einfacher und bequemer ist, leiten und rät Jesus, einen anderen Weg einzuschlagen: Geh nicht nach Jerusalem... Es ist gefährlich! Aber Jesus antwortete: "Du weisst nicht, wes 'Geistes Kind du bist --- Weg mit dir, Satan ... Soll ich nicht den Willen meines Vaters tun?" (vgl. Mt16,23).
In unserer Kurzsichtigkeit reden wir heute auf unsere Art wie Petrus, ja schlimmer noch: 'Schön, jung und mächtig, er wird einen Anflug von Verrücktheit haben! Er ist doch stur und eigensinnig, den paar Hitzköpfen nicht auszuweichen! Warum vernichtet er die nicht!...' Wer nicht ebenso reagieren würde, erhebe die Hand; gemäss Erfahrung würden wir uns gleich verhalten; sind vielleicht in unserer Zeit die Seelen, die Christus treu nachfolgen, nicht in gleicher Weise abgestempelt?
Aber Jesus und die Seelen, die Ihm nachfolgen, werden vom Willen des VATERS geführt, dessen Pläne der Vollendung einer unermesslich grossen Liebe dienen. Der VATER opfert Sein Liebstes: Seinen einzigen Sohn, allein um all Seine Söhne und Töchter zu retten.
Wir würden wahrscheinlich ganz selbstzufrieden sagen: sie wollten Hals über Kopf gehen, jetzt müssen sie selbst zusehen!.. Ich habe es ihnen ja gesagt...
Auch Gott hat es uns ja gesagt; dass wir uns für das Gute entscheiden sollen. Glücklicherweise ist der VATER nicht so, wie wir Menschen. Er hat Mitleid mit unserer Schwäche und möchte sie heilen. Jesus sagt: "Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wir euer VATER im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten" (Mt 7,11) - der VATER, der die Liebe ist!
Auch heute, wie zu jeder Zeit, fragt uns der VATER: wer ist bereit, zusammen mit Jesus den Kreuzweg zu gehen und hilft Mir so, alle meine Söhne und Töchter nach Hause zu bringen? Und der VATER gibt Sich denen, die auf Ihn hören, wohl zu verstehen.
Madre Eugenia Elisabetta Ravasio hatte ihr Ja dem VATER schon gegeben. "Heiliger VATER, lass sie alle EINS sein!" Diese Botschaft hatte sich ihrem Geist tief eingeprägt. Sie selbst erzählte: "Eines Tages öffnete ich die Heilige Schrift und schlug zufällig das 17. Kapitel des Johannesevangeliums auf, das Hohepriesterliche Gebet Jesu. Ich las es aufmerksamer als andere Male, und als ich zu der Stelle kam: "HEILIGER VATER, lass sie alle EINS sein', heilt ich inne. Es war, als sähe ich darin alles vor mir: warum Jesus Mensch wurde wie auch das Ziel Seiner Menschwerdung. Spontan antwortete ich mit Leidenschaft: Ja, VATER. Mir war es nun ganz klar, was der VATER von mir wollte. Dieses 'Ja' blutete nicht, es brannte, wenn ich daran dachte, wie ich mit meinem kleinen, unbedeutenden Leben den VATER beglücken könnte".
Wenn wir aufmerksam das Gebet 'Gott ist mein Vater' lesen, können wir spüren, wie sie sich völlig dem Willen Gottes überantwortete, ihr grosses Gottvertrauen, ihre tiefe Liebe zu der väterlichen Zärtlichkeit Gottes, die liebevoll über allen Seinen Geschöpfen wacht, nicht, um sie zu beherrschen, sondern um sie liebevoll zu beschützen. "Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt". Nichts geschieht zufällig: sie sieht die väterliche Liebe wie ein unauslöschliches Licht über ihren Taten, ihren Bewegungen, ihrem Atmen, über ihrem ganzen Leben wachen. Sie lebt nicht mehr länger für sich selbst, sondern für die Absichten des VATERS.
Nunmehr opfert sie ihr Leben zusammen mit dem Leben Jesu auf für dieses grosse Ideal: dass alle Söhne und Töchter in Jesus mit dem VATER vereint werden, und dass sie, zusammen mit Jesus, zur Verherrlichung des VATERS werden. Dieses Angebot gilt nicht für dieses Leben, sonder darüber hinaus: "VATER, darum möchte ich mich bemühen und nicht ruhen, solange es auch nur noch eine Seele auf Erden hat."
Das Problem der Welt sind die Probleme ihrer grossen Familie, die sie nun unablässig dem VATER darbringt, und für die sie ihr Leben angeboten hat. Es ist ein grosses Opfer; denn sie hält nichts als das Kreuz in der Hand; die Auferstehung schenkt der VATER, und diesem VATER vertraut sie.
Zu Verwirklichung dieses Ideales der Einheit in Christus zur Verherrlichung des VATERS möchte sie eine Gemeinschaft gründen, und zu diesem Zweck verlässt sie das klösterliche Institut, dem sie angehört.
Mit diesem Neubeginn wendet sich ihr Weg auf Kalvaria zu. Von 1948 an folgt pausenlos eine Schwierigkeit der anderen. Dem Vater der Zwietracht, Satan, missfällt ihr Programm der Einheit in Gott dem VATER, und er versuch, es zu verhindern, indem er die verschiedenstartigsten und verrücktesten Widerwärtigkeiten auslöst.
Im Jahr 1949 finden wir Madre Eugenia in der Nähe Roms. Signora N.N., eine ehemalige Novizin, die aus gesundheitlichen Gründen das Kloster verliess, suchte Madre Eugenia auf. Diese sagte zu ihr unter anderem: "Ich sehe, wie sehr die Hölle gegen mich wütet, Sie will mich ins Gefängnis bringen und so erledigen ... aber ich nehme alles an aus dem Willen des VATERS; denn wenn ich mich auf die Mensche fixiere, die das tun, oder auf die Dämonen, ihre Anstifter, dann könnte ich Groll empfinden. Meine Verteidigung überlasse ich Jesus und dem VATER .. Der Kelch ist bitter, doch ich habe dem VATER mein Ja bereits gegeben, und um Seiner Verherrlichung willen, will ich den Kelch trinken.... Unablässig wiederholte ich mein Ja, damit ich nicht von meinem Versprechen zurücktrete. Gott nimmt es ernst mit dem Opfer, aber auch ich will mein Ja sagen bis auf den Grund. Ich werde Jesus Gesellschaft leisten; Er wurde nicht nur gefangengenommen, sondern auch angespieen, geohrfeigt, geschäht, verlacht, und - wer könnte die Leiden zählen, die Ihm zugefügt wurden?!! Er, unser Gott und Herr, der sich bis zum äussersten erniedrigt! Was sind dagegen unsere Leiden? Auf die eine oder andere Art verdienen wir sie; Er nicht. Allein aus Liebe zu uns nimmer Er so viel Leiden auf sich."
Was Madre Eugenia 1949 vorausgesehen hatte, trat dann 1972 ein - und nun befinden wir uns mitten im Sturm: die Gemeinschaft, die sie aufzubauen versuchte, wird aufgelöst , das Ordenskleid wird ihr genommen. Es ist wie ein Wettstreit, wer am lautesten "kreuzige! kreuzige!" rufen könne; wahrhaftig eine teuflische Aufwiegelung. Wäre solches nicht vom Bösen, wie liesse sich dann erklären, dass die Menschen, die von Jesus so viel Segen erhalten hatten, alle bereit sind, ihr 'kreuzige!' zu schreien? "Ihr steht nicht über dem Meister: wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen." (vgl. Mt.10,24; Jo 15,20)
Monsignore N.N., der dem Kaplan des Gefängnisses begegnete, in dem Madre Eugenia kurze Zeit war, fragte diesen:
"Haben Sie Madre Eugenia gesehen? Sagen Sie, wie geht es Ihr?"
Inzwischen ist sie wieder frei; Monsignore, ich sage ihnen, wenn es nicht gerade dieser Ort wäre, dann müsste sie noch länger dort bleiben, denn die Menschen wurden einfach besser in ihrer Gegenwart. Ihre Augen strahlten einen solchen Frieden aus, dass es ihr gelang, diesen auch auf die anderen zu übertragen. Sie hörte den anderen zu, als sei ihr selbst nichts widerfahren. Sie sangen und waren friedlich. Als sie fortging, weinten alle!
Nunmehr ist all das Ihre zerstört. Nur sie selbst in ihrem grossen Gottvertrauen fühlt sich nicht vernichtet. Derart gründlich losgeschält, ist ihr Übersiedeln in den Geist gleichsam ein unbeschränktes. Nach Kalvaria folgt die Auferstehung; ihre Gegenwart verströmt tiefen Frieden.
Nachdem sie so viele Jahre ihr Ordensgewand mit grosser Liebe getragen hat, wird es ihr jetzt genommen: das betrübt sie sehr! Wenn sie durch die traurige Angelegenheit scheinbar ihrer Ehre und ihres Teuersten beraubt wurde, so schien es ihr, dass man ihr mit dem Ordenskleid auch ihre Seele wegnahm. Eines Morgens machen diese Gedanken sie so traurig, dass sie nicht die Kraft findet, aufzustehen. Betrübt betrachtet sie das Kruzifix vor sich, da hört sie deutlich folgende Worte: "Worüber beklagst du dich? Du hast wenigstens etwas, womit du dich bekleiden kannst. Sieht du nicht, wie erniedrigt Ich bin? Nackt. Und nackt stelle sie Mich weiterhin dar sogar überzeugt, Mich so zu ehren."
Diese Worte geben ihr Mut, sie springt aus dem Bett und kleidet sich so sorgfältig wie möglich an. "Wie die 'Befana' (eine Hexe - Anm. d. Ueb.) ist sie eingemummt", sagt der Pfarrer von Montagnola, als er ihr begegnet.
Alle, die ihr begegnen, spüren etwas Besonderes, das sie nicht erklären können, und sie wünschen, ihr wieder einmal begegnen zu können.
Jemand berichtet: "Während sie in Rom im Spital war, besuchten viele Mitglieder des Pflegepersonals sie häufig, und jemand sagte: 'Ich weiß nicht, warum ich mich so zu dieser Schwester hingezogen fühle, ich spüre wahrhaft das Bedürfnis, sie einfach zu besuchen'."
Eine andere: "Ich war niedergeschlagen, nicht einmal die Ferien vermochten mir etwas Freude zu bringen. Doch nachdem ich bei Madre Eugenia gewesen war, fühlte ich mich anders, ich war heiter und zufrieden."
N.N. erzählt: "Wissen Sie, ich bat Madre Eugenia, mir die Hand auf den Kopf zu legen, denn zwei Tage schon litt ich unter starken Kopfschmerzen. Kaum hatte sie mich mit der Hand berührt, verschwanden sie vollständig."
Ein Professor erzählt: " Als ich Madre Eugenia traf, hatte ich im Sinn, ihr mein Problem der Schlaflosigkeit darzulegen: seit zwei Jahren konnte ich kaum mehr schlafen. Noch hatte ich kein Wort darüber gesagt, da lächelte sie mich an, hob die Hand und sagte: 'Sie werden gut schlaffen'. Tatsächlich habe ich so ruhig wie nie zuvor geschlafen. Das Schöne daran ist, dass ich nicht mehr darauf verzichten kann, das Gebet zum VATER bei mir zu tragen; es ist, als ob ich dadurch immer mit Ihm in Verbindung wäre."
Für Madre Eugenia gab es weder räumliche noch zeitliche Begrenzungen. Sie verfolgte selbst Dinge, die sich hunderte von Kilometern entfernt ereigneten, und wenn jemand nach ihr rief, so hörte sie es auf jegliche Entfernung.
Dazu erzählt N.N.: "Ich war im Zug, als ich plötzlich eine Embolie erlitt, wie ich es schon bei früheren Gelegenheiten erlebt hatte. Aus den Symptomen verstand ich sofort, was geschehen war, denn mein Mund war bereits gelähmt. Im Geiste rief ich mit aller Kraft Madre Eugenia zu Hilfe und betete das Gebet zum VATER. Jene, die bei der Madre waren, erzählten mir, dass sie, den Blick in die Ferne gerichtet, wie abwesend, plötzlich sagte: 'Danken wir Gott, es ist gut gegangen!'. Auf die Frage der Anwesenden: 'Was ist denn passiert?' antwortete sie noch einmal mit den gleichen Worten: 'Danken wir Gott, dass es gut gegangen ist!' Die Stunde entsprach, genau jener meines Unglücks. Als ich vor den Ärzten stand, sagten diese mir, erstaunt über den Verlauf der Sache: 'Sie müssen einen grossen Heiligen haben, der seine Hand über Sie hält!' Ich antwortete, ich hätte den grössten, nämlich den VATER, den ich mit Hilfe des Gebetes von Madre Eugenia um Hilfe angerufen hatte."
Es gäbe endlos solcher Gnaden zu erzählen; wir berichten noch von einzelnen:
Aus Frankreich: "Schon seit langer Zeit hatten wir keine Nachricht mehr von unserem Sohn. Ich hielt eine Novene mit dem Gebet 'Gott ist mein Vater' von Madre Eugenia. Wir wurden erhört, unser Sohn kehrte zurück."
Nochmals aus Frankreich: "Eine Dame, die wusste, dass wir vom VATER Gnaden erhalten hatten, um die wir in der Novene mit dem Gebet 'Gott ist mein Vater' gefleht hatten, bat uns, auch für sie diese Novene zu beten, denn ihre fünfzehnjährige Ehe war kinderlos geblieben. Zur grossen Freude der ganzen Gruppe wurde der Dame diese Gnade gewährt."
Aus Amerika erreichte uns ein Telefonanruf. Es war eine der Madre bekannte Lehrerin. 'Sagt Madre Eugenia, sie möge beten: eine meiner Freundinnen hat durch einen Unfall einen Sohn verloren, und vom anderen weiss man nicht, ob er gerettet werden kann. Sein Zustand ist bedenklich und er erbricht Blut. Die ganze Familie steht vor dem Spital und wartet auf Nachricht über den Jungen. Um ein Uhr soll er operiert werden.' Als die Madre die Nachricht erhielt, begann sie sofort zu beten. Wieder läutete das Telefon: 'Der Junge ist ausser Gefahr. Er hat sich zum Staunen aller im Bett aufgesetzt. Die Angehörigen draussen rufen erschüttert: ein Wunder! Dass ich Madre Eugenia anrufe, habe ich nur seinen Eltern gesagt."
Ein Telefonat aus Florenz: "Mein Mann wird zu Ihnen kommen, um den VATER zu danken. Er sollte sich einer Tumor - Operation unterziehen, und alles war für den Eingriff vorbereitet. Da erinnerte er sich an das Gebet 'Gott ist mein VATER'; er betete es sofort, dann sagte er: 'Untersucht mich noch einmal, bevor ihr mich operiert, denn mir schein, es geht mir wirklich gut.' Und so war es: mit grossem Erstaunen stellte man fest, dass es ihm gut ging und dass keine Operation mehr notwendig war."
Eine Person, deren Beine seit einiger Zeit gelähmt waren, kam zu Madre Eugenia und bat sie um ihr Gebet. Die Madre antwortet ihr: 'Sei beruhigt, ich nehme dein Leiden auf mich. Du bist noch jung und musst noch viel Gutes tun'. Nach einer Weile befreite sich die Kranke von den Händen, die sie stützen und sprang umher, zum Erstaunen der Anwesenden. (Es waren dies zwei Afrikaner, eine Französin und andere Italiener).
N.N. erzählt: "Schon drei Jahre litt ich an einem kranken Bein. Ich bat Madre Eugenia, mir das Kreuzzeichen auf die schmerzende Stelle zu zeichnen, und sie antwortete: 'Ertrag es noch ein wenig, der VATER braucht deine Schmerzen.' Glücklich darüber, dass ich mit meinen Schmerzen dienen konnte, freundete ich mich mit ihnen an und sprach zu ihnen: 'wartet noch ein wenig, anscheinend seid ihr kostbar!' Nach einiger Zeit kam ich wieder zu Madre Eugenia, um sie zu fragen, ob es jetzt Zeit sei, die kranke Stelle mit dem Kreuz zu bezeichnen, und sie antwortete mir:
'Wenn Jesus es so will, ja; aber was, wenn Er es nicht will?' - 'Gut, wenn Jesus es nicht will, bin ich zufrieden, wenn die Schmerzen bleiben; aber machen Sie mir trotzdem das Kreuzzeichen.' - 'Also gut, aber mach es selbst'.
Ich tat es, doch der Schmerz wurde nur noch stärker. Aber im Herzen hatte ich grosses Vertrauen, und ich sagte zu dem Schmerz: 'du bist besiegt, bellte nur darauf los, du bist wie ein angebundener Hund'. Acht Tage nach diesem Kampf war ich ihn vollständig los, und nun sind es schon fünf Jahre, dass es mir gut geht."
"Und wenn Jesus es nicht will?" Madre Eugenia war tief davon überzeugt, dass der Wille Gottes die grösste Gnade ist, und wie jede andere Gnade auch, dient sie dazu, uns auf die eine oder andere Art und Weise zu Gott zu führen, der die höchste Gnade überhaupt ist, die wir je empfangen können. Wie oft geschah es doch, dass jemand, nachdem er die Novene mit dem Gebet 'Gott ist mein Vater' beendet hatte, grossen Frieden und Gelassenheit fand, dem Leben kühner entgegentrat und es mit anderen Augen betrachtet, so dass es führ ihn nicht mehr notwendig ist, die erbetene 'Gnade' zu erlangen.
Jeder drückt auf seine Art seine Freude aus. So berichtet jemand: "Jetzt bin ich so voller Freude, mir ist, als würde um mich herum alles lächeln... Mein Glaube ist lebendiger geworden, und ich bin glücklicher darüber, dass Gott mein VATER ist."
"Endlich bin ich Gott begegnet, und ich habe Ihn als zärtlichsten VATER, als Schutz, als tiefen Frieden erfahren... Es scheint, dass viele Ereignisse mich auf diese Begegnung vorbereitet haben, Ich bin so glücklich, dass ich nichts anderes brauche ..."
"Ich würde alles darum geben, diese Erfahrung noch einmal zu machen: Gott als VATER zu spüren. Jetzt bleibt mir eine überaus zärtliche Erinnerung an dieses Erlebnis, aber sie hilft mir, meinen Glauben überzeugt zu leben. Seither spüre ich das Bedürfnis, das Evangelium zu lesen. Es ist, als seien meine Augen geöffnet worden. Früher glaubte ich auch, aber es war, als würde mir der Glauben entgleiten. Erst jetzt entdecke ich, dass Jesus kam, um uns den VATER zu offenbaren. Früher betrachtet ich Jesus ausschließlich als den Erlöser; aber auch darin hat Er den Willen des VATERS erfüllt. Ich gestehe ein, dass ich das nicht beachtet hatte. Auf jeden Fall möchte ich ausdrücken, welche Erfahrung mich zu einer lebendigen Lektüre des Evangeliums geführt hat; jetzt glaube ich wirklich! Und ich bin glücklich, dass dieser mächtige und überaus liebevolle VATER auch mein VATER ist; und das in Wirklichkeit, nicht nur als leere Phrase."
"Wegen eines Leidens hielt ich die Novene mit dem Gebet 'Gott ist mein Vater'. Nach Abschluss der Novene war ich ganz ruhig und zufrieden mit meinem Los. Heute denke ich sogar, das Leiden ist eine Gelegenheit, dem VATER zu zeigen, dass ich Ihn wirklich liebe, indem ich on Seinem liebenden Willen alles annehme, was Er von mir will. In einem Buch las ich, Jesus habe gesagt: 'Durch das Kreuz ziehe ich die Seelen an Mich'. Heute fühle ich mich wirklich anders. Im Leiden sehe ich nicht länger ein Kreuz, das ich vermeiden möchte, sondern ein Feuer, das mich antreibt, damit ich DER LIEBE immer näher komme. Ich sehe darin ein Geschenk, das mir aus den liebenden Händen des VATERS zukommt, der sicher alles zum Besten führt. Deshalb möchte ich, fest und sicher, nahe bei meinem Herrn am Kreuz sein; zusammen mit Ihm fühle ich mich nicht erdrückt, sondern siegreich."
"Es hat mich tief beeindruckt, wie Madre Eugenia sich vollkommen dem Willen des VATERS überliess. Bevor ich sie kennenlernte, hatte ich nicht beachtet, wie sich Jesus dem Willen des VATERS ausliefert; Er unterstellt sich ganz dem VATER; Er und der VATER sind eins, und Er gibt Ihm alle Ehre. Jesus sagt sogar: 'Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der VATER, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im VATER bin und dass der VATER in mir ist, wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke!' (Jo 14,10-11) Ich empfinde grosse Freude darüber, dass dieser VATER auch mein VATER ist! Ich fühle mich sicherer und glücklicher. Jesus hat das im Evangelium gesagt, aber ich hatte es nicht beachtet."
"Ich brachte es nicht fertig, das Laster des Rauchens aufzugeben. Schritt für Schritt bereitete Madre Eugenia mich vor. Sie sah meinen guten Willen, aber auch meinen Mangel an Willensstärke. Es kam die Stunde, in der sie mir mit ihrer ganzen mütterlichen Geschicklichkeit den entscheidenden Anstoss gab. Ihr gegenüber, in der ich eine von Gott gesandte Person sah und ganz achtete, war ich nicht fähig, mich zu verschliessen, nein zu sagen. Heute bin ich Madre Eugenia dankbar, denn seit diesem Sieg fühle ich mich wirklich 'ein anderer Mensch': ich bin zufrieden und ruhig. In meiner Familie hat es eine Wende gegeben; zusammen beten wir jetzt den Rosenkranz und das Gebet 'Gott eist mein Vater'; wir überwinden viele Schwierigkeiten, an denen wir früher scheiterten. Auch mein Gatte wurde von einer schlechten Gewohnheit befreit, wir haben uns gegenseitig unterstützt. Jetzt finden wir die Kraft, unsere Kinder mehr nach den Forderungen des Evangeliums zu erzielen. Dank der Madre, dass sie uns den Ansporn zu diesem neuen Leben gegeben hat. Heuten haben wir ein frohes Heim, und das verdanken wir ihr."
Madre Eugenia zögert nicht, mit der eigenen Person zu bezahlen (scheinbar 'den kürzeren' zu ziehen), wenn sie nur nach Gottes Willen und zum wahren Wohl der Betreffenden handelt. Ein Doktor sagte zu ihr: "Ich muss in --- ein Zeugnis über Sie ausstellen. Meine einzige Tochter ist sterbenskrank, da sie an einem Tumor leidet. Sagen Sie Jesus, wenn Er meine Tochter heile, werde ich Ihnen ein gutes Zeugnis ausstellen; andernfalls werde ich Schlechtes über Sie aussagen."
Die Madre senkte bei dieser Beleidigung den Blick und würdigte ihn keines Wortes. Wer darf sich mit Gott auf die gleiche Stufe stellen und Ihn erpressen wollen? Vor Gott können wir nur in grosser Ehrfurcht stehen und ihn demütig bitten, denn Gott ist die Wahrheit.
Wir sind unverständig, wenn wir meinen, Gott sei dafür da, unsere Wünsche zu erfüllen, die wir immer für gut halten Gott sieht mehr als wir, Er blickt auf das, was wahrhaft zu unserem Wohl ist und möchte alles auf eine Weise lenken, die noch grösseres Unheil vermeidet.
Zum Beispiel: Dieser Doktor wünschte die Heilung seiner Tochter, an sich eine gute Sache, doch verdorben durch seine böswillige und überhebliche Geisteshaltung. Möglicherweise würde der Vater durch den Schmerz über den Verlust seiner Tochter wieder zu sich selbst finden und wäre bereiter, sich für die Gerechtigkeit und Liebe in der Wahrheit zu entscheiden, die das höchste Gut und des Menschen würdig ist. Dies als Überlegung, die wir erwägen können, den wahren und eigentlichen Grund kennt nur Gott, der über unser ganzes Leben und unser Schicksal mit Liebe wacht. Gott ist die Liebe, und Er möchte uns zur Glückseligkeit dieser Liebe führen. Wie gewohnt hat sich die Madre auch in diesem Fall ans Vorbild Gottes gehalten.
Sie erkannte, dass der Vater in einem schlimmeren Zustand war als die Tochter; sie betete für ihn, sie opferte Gott die bösen Folgen auf, die durch das falsche Zeugnis des Mannes entstanden waren, sie blieb ohne jeden Groll, daher stimmten bei ihr Beten und praktisches Handeln überein: Heiliger VATER! Dir opfere ich es auf , damit sie EINS seien in Dir, der Du die Liebe und die Wahrheit bist.
Die Einheit, die Madre Eugenia sucht, besteh nicht im 'Ja sagen um des lieben Friedens willen', wie man so sagt, sondern es ist die Einheit der Söhne und Töchter im Hause des VATERS, in der Liebe und in der Wahrheit, das heisst: die Einheit, die Jesus wollte.
Eine Mutter erzählt: "Hätte ich doch Gott machen lassen! Als meine Kleine, meine einzige Tochter im Alter von drei Jahren krank wurde und keine Hoffnung auf Heilung bestand, konnte ich mich nicht unter den Schmerz beugen. Ich bat Gott, mein einziges Kind nicht sterben zu lassen, und verzweifelt weinend und mit erhobenen Armen warf ich mich auf die Knie. Gott hat mich erhört, aber jetzt tut es mir leid. Hätte ich doch Seinen weisen Willen geschehen lassen! Heute bin ich verzweifelter denn je; jetzt, mit kaum fünfzehn Jahren geht meine Tochter auf den Strich, nimmt Drogen und ist mit mir zerstritten. Jetzt lebe ich ohne meine Tochter, mit der Schande, mit dem Groll und in Verzweiflung und Sinnlosigkeit, wie es sich niemand vorstellen kann. Hätte ich doch Gott machen lassen! Es wären mir wenigstens ihre Unschuld und Liebe geblieben!"
Im Evangelium lehrt uns Jesus beten: "VATER, wenn es möglich ist, nimm dieses Leiden von mir, aber nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe!" (vgl. Mk 14,36)
Wenn wir an das Drogenproblem denken: die Eltern und diejenigen, welche die Abhängigen von ihrer Sucht befreien möchte, sind selbst frei von dieser Versklavung. Sie nehmen jedes Opfer auf sich, um ihre Kinder von den Drogen zu befreien, die nicht gut für sie sind. So möchte auch Gott Seine Söhne und Töchter von der 'Droge' des Bösen und der Lüge befreien und sie zu der Güte und Wahrheit führen.
Der Drogensüchtige ist nicht mehr fähig, sich selbst zu befreien, andere müssen ihm helfen. So bittet auch Gott jene , die Ihm treu sind, Seinen verirrten Kindern zu helfen; doch helfen verlangt Opfer.
Welcher Mensch würde nicht versuchen, einem anderen, den er in Flammen stehen sieht zu helfen? Der Böse ist schlimmer als jedes Feuer, nur, dass wir uns darüber keine Rechenschaft geben, ähnlich wie die Drogensüchtigen; und mehr oder weiniger schüren wir alle auf die eine oder andere Weise das Feuer des Bösen an.
Der gute Mensch, der frei ist von der Sklaverei Satans, vermeidet nicht nur selbst das Böse, sondern er ist auch bereit, jedes Opfer zu bringen, um seine Brüder und Schwestern davon zu befreien.
Es ist nicht immer offensichtlich und erkennbar, dass die Opfer guter Menschen anderen helfen. Doch jene, die Gott treu folgen, haben gelernt, dass die Opfer, die es braucht, um gut zu bleiben, vom VATER aufgenommen werden, um allen Seinen Söhnen und Töchtern zu helfen. So wirken Menschen, die Gott ernsthaft suchen, of wie Blitzableiter.
Ein Prophet verhandelte einst mit Gott, ob er die Strafe, die Er einer ganzen Stadt angekündigt hatte, erlassen würde, wenn Er dort fünfzig Gerechte fände. Gott stimmt dem zu. Doch im Zweifel darüber, ob wirklich fünfzig Gerechte zu finden wären, handelte er nach und nach die Zahl herunter und fragte schliesslich: "Und wenn sich nur zehn Gerechte finden, wirst Du um ihretwillen allen die Strafe erlassen?" Und Gott antwortete, er werde sie erlassen.
Eines Tages wurde die Hl. Gertrud von Leiden überwältigt. Die Versuchungen waren so schlimm, dass sie sich beim Herrn beklagte und sage: "Herr, wie kommt es, dass ich so zu kämpfen habe? Du weisst doch, dass ich nur Dir folgen will".
Da erschien ihr Jesus und sagte: "Ich weiss, dass du das Gute tun willst; aber Ich will, dass es dich so viel kostet, damit deine Treue überfliesse und ich davon jenen Hilfe zukommen lassen kann, die schwächer sind als du".
Nun liess er sie zwei Menschen im Kampf mit dem Bösen sehen; doch sie kämpften schwach, und der Böse hatte sie überrumpelt.
"Siehst du? Dein Kampf dient Mir dazu, ihnen zu helfen".
"Herr, ich muss nicht mehr sehen, wem Du meine Opfer zukommen lässt. Ich übergebe sie Dir, tu damit wie es Dir gefällt."
"Viele Seelen helfen Mir, indem sie Mir ihre Leiden, Opfer und Gebete anbieten; doch Ich lasse sie nicht wissen, wie Ich sie gebrauche, um sie vor der Versuchung der Überheblichkeit über andere zu schützen. Ich möchte, dass sie standhaft bleiben in der Treue und im Glauben an das Evangelium. Habe Ich nicht zu Thomas gesagt: selig, die nicht sehen und doch glauben? Und: der Glaube kann diesen Berg versetzen? Jedes kleine Opfer und Gebet, das Mir im Glauben angeboten wird, unabhängig von dem Wohlgefühl Meiner spürbaren Gegenwart, ist gross in den Augen meines VATERS."
Madre Eugenia genügt das, was Jesus gesagt hat. Sie denkt nie sie leide, um für die Sünden anderer zu sühnen. Sie vertraut sich selbst und die anderen Gott an. "Er weiss". Wenn sie sieht, dass irgend eine Sache nicht weitergeht, wiederholt sie immer wieder: "Jesus sorge Du dich darum".
Wenn jemand sich während eines Gespräches allzusehr als 'Erlöser' fühlte, sagte Madre Eugenia: "Ich habe selbst so viele Schulden, vertrauen wir alles Jesus an. Er bringt es in Ordnung."
Ging es darum, einer Versuchung zu widerstehen, sie zu schmähen, mochte sie auch noch so geringfügig erscheinen, dann handelte sie schnell und entschieden, als gelte es, ein glühendes Eisen zu berühren. Sie sah Dinge der Vergangenheit und der Zukunft, aber sie bediente sich dieser Fähigkeit nur, um sie dem Herrn aufzuopfern und um zu beten. Stellte ihr irgend jemand diesbezüglich Fragen, die auch nur einen Schatten von Neugierde in sich trugen, so antwortete sie:
"Das ist nicht meine Sendung." "Was ist denn Ihre Sendung?" "Im Glauben das Evangelium zu leben; wenn der VATER erlaubt, dass ich mich des Wissens um einige Dinge bediene, dann nur, um dem leben aus dem Glauben zu helfen, und damit die Seelen im Glauben noch mehr gestärkt werden." Und schnell fügt sie hinzu: "Aber ich weiss nichts"; in diesem Punkt ist sie unerschütterlich.
Betete man im Herzen für bestimme Anliegen, so gab sie die Antwort auf derart einfache Weise, dass die Anwesenden ausser dem Betreffenden es nicht einmal merken.
Wollte jemand um jeden Preis seine Meinung bestätigt haben, so versuchte sie, durch Schweigen auszuweichen, aber Elise sagte sie zu sich selbst: "Und wie kann Gott eure Wünsche erfüllen, wenn ihr nicht die Bereitschaft habt, nach dem Evangelium zu leben?"
"Madre, warum sagen Sie ihnen das nicht?"
"Weil sie es nicht hören wollten, sonst hätten sie bereits eine andere Einstellung. Wir kommen zu Gott mit unseren Bitten, ja. Aber wir müssen auch auf Ihn hören, ohne gewaltsam an den eigenen Überzeugungen festhalten zu wollen; sonst beginnen wir allein, enden allein und bleiben allein mit unserer Überheblichkeit."
Madre Eugenia mischte sich nicht in Ereignisse ein, wenngleich sie ihren weiteren Verlauf klar erkannte. Sie achtete den Göttlichen Plan voll und ganz: Gott schenkt dem Menschen die Intelligenz, um zu planen, erlaubt ihm jedoch in Seiner Vorsehung nicht, die Dinge zu sehen, bevor sie sich ereignen. Nicht umsonst sagt das Sprichwort: "Jeder Tag hat genug eigene Plage". (vgl Mt. 6,34)
Eines Tages kam eine Dame zu Besuch, die ein Kindlein erwartet und sehr glücklich darüber war. Madre Eugenia hörte sie an, als sähe sie nicht, dass dieses so freudig erwartete Kind nicht mehr lebte. Nachdem sie wieder gegangen war, sagte die Madre: Wir müssen für Frau N.N. beten, damit sie die Kraft hat, anzunehmen, was auf sie zukommt: das Kleine, das sie erwartet, ist schon tot." "Oh! Warum haben Sie es ihr nicht gesagt?" "Lassen wir geschehen, was geschieht; halten wir uns nicht dabei auf, das ist unnütz und neugierig, und ausserdem zieht es die Aufmerksamkeit auf mich. Beten wir, das ist es, was der Herr will."
Wenn sie sah, dass etwas gut ausgehen werde, sagte sie: "Jetzt aber lasst uns Mut fassen, um mit allem Einsatz zu kämpfen, sonst könnten die Dinge anders ausgehen."
Damit wollte sie die Wichtigkeit unseres Mitwirkens auf das endgültige Ziel hin zeigen. Sie lehrte uns, den Ereignissen mit lebendigem Glauben zu begegnen, zu beachten, dass diese Haltung im Evangelium beschrieben ist und sie auch in den kleinsten Dingen in die Praxis umzusetzen; denn vor Gott ist nichts gering.
Oft sagt sie: "Ich bin beschäftigt, man hat mich gerufen. "Dies ist es, was sie am liebsten tut; für sie gab es keine Entfernungen: sie wird zu Hilfe gerufen und ist sofort bereit, allen mit ihrem Gebet beizustehen.
Eines Tages Wiederholte sie mit ungewöhnlichem Ton in der Stimme:
"Madre,! Madre! Wer ruft mich?" "Niemand", antwortete man ihr. "Doch, man ruft mich, ich muss helfen ..." Später erzählten uns Bekannte:
"Vorgestern um 14 Uhr geschah folgendes... Wir riefen Madre Eugenia, beteten dann sofort das Gebet 'Gott ist mein Vater', und glücklicherweise ist alles gut gegangen."
"Genau zu jener Stunde hat die Madre gefragt: 'Wer ruft mich?' Sie hat euch gehört!"
Madre Eugenia lebte, zurückgezogen im Gebet, in der Einfachheit. Sie vermied es. Menschen zu treffen, um ihre Sammlung nicht zu stören; doch half sie allen gern mit ihrem Gebet, indem sie alle weiterhin begleitete in ihrer Zweisprache mit Gott.
Die ganze Welt betrachtete sie als ihre Familie und verfolgte alles, was in ihr geschah. Eines Abends sahen wir, dass sie sehr beunruhigt war und fragten: "Madre ist etwas?" "Ich muss helfen, ein Unglück! Züge stossen zusammen!"
"Wenn wir die ganze Nacht im Gebet verbringen, können wir es dann verhindern?" "Wir müssen beten, aber wir können nur den Seelen helfen, vor das Antlitz Gottes zu treten."
Tatsächlich hatte es ein Zugunglück gegeben. ähnliches geschah bei einem grossen Erdbeben. Wenn man sie jedoch um eine Auskunft bat, dann war ihre Antwort, sie wisse nicht. Vielleicht liess der Herr sie die Ereignisse nur in dem Augenblick sehen, in dem es ihres Gebetes bedurfte. Sie hielt daran fest, ihre Aufgabe sei es, zu beten und den Seelen zu helfen, an Gott zu glauben und daran, dass Gott VATER ist.
Zusammen mit Jesus hat Madre Eugenia ihr Leben aufgeopfert für die Einheit der Söhne und Töchter im Haus des VATERS. Wie hätte sie dies besser tun können als mit Maria, der Königin der Einheit?
Ihr Leben war schon geprägt von der Gegenwart dieser liebenswürdigsten Mutter: sie war es, die ihr geholfen hatte, die ersten Schritte ihres Lebens zu tun. Im Wachsen merkte sie nach und nach, dass sie diese Hand immer mehr festhalten muss, um Hindernisse überwinden und sicher auf dem Weg des Heiligen Geistes gehen zu können.
Eines Tages war es ihr, als würde sie diese Hand wieder so lebendig berühren, und sie fühlte sich in ein Licht hineingeführt, so unermesslich, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte; und sie fand sich wie in einer neuen Welt: die himmlische Mutter führte sie ganz sanft und lehrte sie, den VATER, den SOHN und den HEILIGEN GEIST zu erkennen. Unfassbares Geheimnis!.. Die Heiligste Mama sagte zu ihr: "Siehst du, du gehörst zu unserer Familie". Madre Eugenia wusste nicht mehr, ob sie im Himmel oder auf der Erde war.
Diese Erkenntnis hat sich tief in ihre Seele eingeprägt. Jetzt wusste sie, wie man zu dieser Einheit gelangen konnte. Koste es, was es wolle:
"Mutter Jesu und meine liebreichste Mutter, ich lege mein ganzes Leben in Deine Hände indem ich immer und in allem den göttlichen Willen des VATERS anbete. Bringe es Jesus dar zur Verherrlichung des VATERS in der Liebe des Heiligen Geistes, damit alle zum Hause des VATERS gelangen. Alle! Ich bin zu jedem Opfer bereit, damit niemand fehle.
Hilf mir Du, Mama, eins mit Jesus als wahres Kind des VATERS in vollkommener Hingabe an das Evangelium zu leben. Königin der Einheit, bitte für uns!"
Maria ist die Königin der Einheit,
denn mit ihren "Ja, Vater"
hat sie mitgeholfen am Plane Gottes
zum Heil der Welt.
Zur Linken, unter ihrem Mantel,
beschützt sie die kleine Familie.
Zur Rechten beschützt sie die grosse Familie,
welchen Glaubens sie auch sei.
Die Person im Gebet
steht für all jene,
die ihr Leben aufopfern
mit Jesus und mit der Hilfe Mariens,
mit allen Gebeten und Opfern,
damit alle Söhne und Töchter zurückkehren
zum Hause des VATERS.
Hilarius von Poitiers sagt, dass es das grosse Werk Christi war, den VATER bekannt zu machen. In der Bergpredigt spricht Jesus 17 mal vom VATER, im ganzen Matthäus-Evangelium 47 mal. bei Johannes 115 mal, davon 43 mal in den Abschiedsreden.
Die Frohe Botschaft wurde von Jesu verkündet, aber sie kommt vom VATER, denn Jesus sagt von Sich selbst, dass Er vom VATER, denn Jesus sagt von Sich selbst, dass Er vom VATER gesandt ist. "Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat." (Jo 7,16) "Ich tue nichts im eigenen Namen, sonder sage nur das, was mich der VATER gelehrt hat. Er ist bei mir... weil ich immer das tue, was ihm gefällt." (vgl. Jo 8,28f) Und an anderer Stelle: "Wer mich gesehen hat, hat den VATER gesehen ... Glaubst du nicht, dass ich im VATER bin, und dass der VATER in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der VATER, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im VATER bin und dass der VATER in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke." (vgl. Jo14,-11)
"Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der VATER, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt." (Jo 6,44) Achten wir auf dieses Wort: niemand. Wir begreifen nie genug, wie unfähig wir in unserer geschöpflichen Natur dem Übernatürlichen gegenüberstehen. Wir wollen demütig den VATER bitten, uns in der Wahrheit zu festigen und Ihm innig dafür danken, dass Er uns an Sich zieht, in die ewige Glückseligkeit. Und wir wollen Seine Güte, Seine Zuneigung und Seine Liebe anbeten. "Das ist das ewige Leben; dich, den einzigen wahren Gott zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast." (Jo 17,3).
Der VATER weiss um die Grenzen unserer menschlichen Natur; daher hat Er uns in Seiner grossen Liebe Jesus geschenkt und mit Ihm auch Dessen eigene Fähigkeit, Seine ganze väterliche Liebe in Fülle entgegennehmen zu können.
Im 'Vater unser' wird diese erhebende Wahrheit bereits ausgedrückt: Die herrliche Freude, dass Gott uns schon als VATER zukommt, Er möchte Sic h uns zusammen mit dem ganzen unermesslichen Reichtum Seiner Gottheit schenken.
"Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein VATER wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen." (Jo 14,23) "Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat." (Jo7,16).
"Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der VATER in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Jo 14,25 f).
Der Christ, der das Wort des Evangeliums befolgt, lebt in der Dreieinigkeit: mit Jesus, der uns in seiner erlösenden Hingabe alles verdient hat, leben wir in der Liebe des Heiligen Geistes zur Ehre des VATERS, an dessen Glorie wir teilhaben durch unsere Annahme als Kinder und Erben (vgl. Röm 8,17).
Durch die Verdineste Jesu, im Licht des Heiligen Geistes spricht der VATER Selber im Geheimen zu jedem Christen wie damals zu Petrus, als dieser erklärte: "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!" worauf Jesus bestätigt: "Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein VATER im Himmel."(Mt 16,16f)
"Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes." (Jo 8,47) "Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den VATER hört und seine Lehr annimmt, wird zu mir kommen." (Jo 6,45).
Durch die Verdienste Jesu haben wir das Recht, Gott auch unseren VATER zu nennen, und Er ist es in Wahrheit. Obwohl Jesus uns vom VATER gesprochen hat, so hefteten die ersten Christen ihre Aufmerksamkeit doch hauptsächlich auf die Person Jesu; verständlicherweise, musste doch zuerst ihr Glaube an Ihn gefestigt werden. Jesus hat die Kirche unter Verfolgung gegründet. "Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen;" (Joh 15,20ff). Trotz seiner Auferstehung gehen die Feindseligkeiten in aller Härte weiter, und man gebietet den Aposteln unter Androhung von Schlägen und Gefängnis, zu schweigen.
Jesus weiss so gut um gar alles und spricht: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen." (Joh 16,12) und: "Die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den VATER anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der VATER angebetet werden." (Jo4,23)
Bezüglich der Botschaft des VATERS anvertraut an Madre Eugenia sagte einmal jemand zu ihr: "Madre, sie hätten 50 Jahre später damit kommen sollen." Die Seelen waren noch nicht bereit; sie mochten befürchten, durch die ausgesprochenen Beachtung der Person des VATERS würde die Person Jesus als des Erlösers verschleiert. Doch wir lesen im Evangelium, dass der VATER keineswegs die Person des Sohnes verschleiert. Die Vaterschaft Gottes zu erkennen, gehört zur "ganzen Wahrheit".
Wie Msgr. Caillot, Bischof von Grenoble, dementsprechend bemerkt, offenbart uns der VATER mit Seiner Botschaft, die Er Mutter Eugenia anvertraut hat, eigentlich nichts Neues, das nicht schon im Evangelium enthalten wäre. Er will die Aufmerksamkeit auf Seine Person lenken, auf Seine Göttliche Väterlichkeit und auf die wahre Verehrung und Anbetung Ihm als VATER gegenüber, wie Jesus es gelehrt, und die Kirche es in der Liturgie grundgelegt hat.
Der VATER, da Er der Schöpfer ist, hätte uns als unser Gebieter oder dergleichen gegenüberstehen können; stattdessen möchte Er in Seiner unermesslichen Liebe und unendlichen Güte vielmehr unser VATER sein! Wie könnten wir Ihm je genug für dieses unfassbare grosse Geschenk danken!
Jetzt ist die Zeit, mit dem Herzen anzunehmen und dessen gewiss zu werden, dass Gott unser VATER ist; nunmehr ist es an der Zeit. Seine Göttliche Vaterschaft zu verkosten, sie zu ehren und zu preisen:
Verkosten, insofern, wir uns Ihm mit grösserem Vertrauen nähern und in wachsender Trautheit mit Ihm zusammen sind. Erwünscht es so! So will es ein VATER!
Ehren, insofern wir uns als Kinder verhalten möchten, die eines solchen VATERS würdig sind. "Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer VATER ist." (Mt 5,48) Doch 'vollkommen' nicht nach begrenztem menschlichem Verständnis, indem wir womöglich die Verschiedenheit und Andersartigkeit jedes Menschen als Unvollkommenheit ansehen, sonder 'vollkommen' nach dem Evangelium: in demütiger Liebe und Rechtschaffenheit.
Preisen, insofern wir Ihm in der Freude unsere Dankbarkeit zeigen, indem wir Ihn für Seine unermessliche Güte und Vollkommenheit loben. Wenn wir ergriffen sind von der Erkenntnis, dass wir einen überaus grossen und gütigen VATER haben, können wir nicht anders, als uns danach sehen, dass alle diese Wahrheit kennenlernen, und beten, dass sie allen Menschen bekannt werde.
"Göttlicher Vater, liebreiche Hoffnung unserer Seelen, alle Menschen mögen Dich erkennen, ehren und lieben". So betet Madre Eugenia im Heiligen Geist, der in uns ruft "Abba" VATER (vgl. Röm 8,15), bis dass alle zur Erkenntnis und in den Genuss dieser Quelle des Lebens gelangen, die sich VATER nennt. Jesus hat sein ganzes Leben der Verherrlichung des VATER gelebt. Sein Leben ist das Vorbild für einen jeden Christen: "Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wo wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe." (Jo 15,10)
"Alle sollen eins sein; wie du, VATER, in mir bist und ich in dir bis, sollen auch sie in uns sein." (Jo 17,21).
Madre Eugenia bewegte vor allem diesen Teil des Evangeliums in ihrem Herzen; und als sie ihn klar verstanden hatte, zögerte sie nicht, zur Ehre desVATERS alle ihre Kräfte einzusetzen, zusammen mit Jesus und durch die Hände des Hl. Mutter Maria, der Königin der Einheit.
Der Hl. Irenäus sagt: die Verherrlichung Gottes ist der lebendige Mensch; lebendig aus Seiner Liebe, aus Seinem Leben. HEILIGER VATER! Lass alle EINS sein mit Dir!
In Fatima fragte die Muttergottes die drei Inder, ob sie bereit wären, alle Leiden zu ertragen, die Gott ihnen zumuten würde, damit die Botschaft, die Er ihnen für die Welt aufgetragen hat, verwirklicht werden könne. Sie antworteten: Ja. Sie wussten nicht, was auf sie wartete, aber sie waren bereit, in jedem Augenblick diesen Willen Gottes zu erfüllen. Gott will Seine Geschöpfe nicht leiden lassen, doch damit sie von Seiner Liebe erobert werden können, braucht es einen Kampf bis zum Sieg, und jemand muss bereit sein, zu kämpfen und sich daranzugeben.
Angefangen mit Jesus ist es so auch mit allen, die Ihm nachfolgen und sich aufopfern, damit alle Söhne und Töchter zurückkehren in die Liebe des VATERS. "Deshalb liebt mich der VATER, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen." (Jo 10,17).
Während fünfzig Jahren hat Madre Eugenia mit Geduld und bis zum äussersten alle Widerwärtigkeiten ertragen, die jene verursachten, die sich der 'Botschaft des VATERS' entgegenstellten.
Sie nahm sich selbst nicht wichtig, weder in ihrer Mission, noch in den leiden, die sie ertrug. In Einfachheit nahm sie ganz den Willen Gottes an, Augenblick für Augenblick. Sie sah es nicht, wenn jemand ihr Böses tun wollte, sah nicht einmal das 'Böse'; sie wollte es nicht sehen und sagte: "Ich habe keine Feinde, ich nehme alles an aus dem Willen Gottes. Der Hölle schenke ich keine Beachtung, weder mit einem Blick noch mit einem Wort."
"Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen." (Mt 18,3; vgl. a. 11,25-27) Wir sind nicht aufgerufen, etwas Grosses zu leisten, sondern die Haltung kleiner Kinder zu haben. Sie halten sich selbst nicht für gering wegen ihres Standes, sondern sie freuen sich über die Liebe ihrer Eltern und antworten auf diese Liebe mit Vertrauen und Zutrauen. Sie sind einfach, sie haben noch nicht die Falschheit des Bösen in Anspruch genommen.
Madre Eugenia sage dazu: "Wenn ihr Böses seht, tut, als sähet ihr es nicht und seid demütig, ohne auch zu entrüsten oder zu verurteilen, bleibt fest verankert in Gott. Allein die Kraft, die aus Gott kommt, wird das Böse von selbst besiegen. Das Gute ist wie die Sonne, die die Finsternis vertreibt."
Wir sind das Ziel der Liebe des VATERS. In uns erkennt Er die Freude darüber, dass Er uns nach Seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat; Er sieht in uns das Blut Seines Sohnes, vergossen aus der Fülle Seiner Liebe; und Er sieht in uns Sein grosses Verlangen, uns glücklich zu sehen; Er sieht in uns Seine Herrlichkeit. "Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch" (Hl. Irenäus).
Wir sind nicht benachteiligt, wenn wie aus der Wahrheit leben und anerkennten, dass Gott unser VATER ist. Vielmehr wäre es ungeheuerlich, wollten wir uns nicht an diese Wahrheit erinnern, sie nicht hochhalten. Sie besteht nicht in einer untertänigen Abhängigkeit, sonder sie ist die Teilhabe am Göttlichen Leben, das uns in Christus eins werden lässt mit dem VATER. "Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (vgl. 1 Jo 3,2)
Jede Vaterschaft hat ihren Ursprung in Gott, dem VATER. (vgl. Eph 3,14) Für einen Vater sind seine Kinder Ursache besonderer Freude und Aufmerksamkeit. Machen sie ihm Ehre, so freut sich der Vater und, wie man sagt, es wird ihm warm um's Herz - es 'schmilzt' ihm gegenüber den Kindern. Machen sie ihm Schande, so leidet der Vater, doch wird seine Liebe nicht weniger; vielmehr wartet er mit blutendem Herzen, bis sie zurückkehren. Er findet keine Ruhe, bis er sicher ist, dass sie glücklich sind. Auf diesen väterlichen Anspruch will er nicht verzichten, und er wird erst dann glücklich sein, wenn er seine Kinder in Sicherheit weiss.
Die Mystiker bringen gern das Beispiel des Wassertropfend, der sich mit dem Ozean vereinigt und dadurch teilhat an allen Eigenschaften des unendlichen Wassers. Doch muss man unterscheiden: der Tropfen Wasser verliert sich ganz im Ozean, während jene Mystiker, die Gott erfahren haben, sagen, dass die Seele in ihrer Vereinigung mit Gott auch eins wird mit Ihm, jedoch mit dem Unterschied, dass ihre eigene Persönlichkeit und ihre Wesensart erhalten bleiben. Welch ein Wunder! Gott ist wahrhaftig gross und vollkommen! Er liebt uns mit vollkommener Liebe um unseretwillen, und er gewährt uns alles zur Vollendung.
Bevor wir eine solche Erfahrung nicht selbst gemacht haben, können wir sie uns auch nicht vorstellen, denn sie ist neu für die menschliche Natur. Paulus spricht in 2.Kor 12,4 von einem Menschen, der ins Paradies entrückt wurde. "Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann." (do.) Und in 1. Kor 2,9 schreibt er: "Wir verkündigen..., was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Grosse, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben."
Einstweilen wissen wir, dass wir Erben dieses unendlichen Reichtums sind, und dass Gott in Seiner ganzen Vollkommenheit unser VATER ist, und Er ist es wirklich! (vgl. Eph 1,17f).
(Mt. 7,5; Gal 5,22; 1 Thess 5,17-22; 2 Tim 3,1-5;4,3)
Kaum haben gewisse Menschen von einem aussergewöhnlichen Ereignis gehört, das bestaunt werden kann, so laufen sie ihm nach, ohne sich darüber Rechenschaft zu geben, ob die Sache gut oder böse oder unbedeutend ist. Damit erreichen sie nichts anderes, als dass ihre Aufmerksamkeit vom wahren Gut abgelenkt wird, nämlich. unserer Erhöhung in dei Göttliche Natur.
Wir lesen im Evangelium auch nicht von einem einzigen ausserordentlichen Eingreifen Jesu, das überflüssig gewesen wäre. Jesus vollbrachte Wunder, um Zeugnis zu geben von der heilenden Gegenwart Gottes, um der Not zu wehren und um den Glauben an Seine Verkündigung der Heilsbotschaft zu stärken.
Die Gegenwart Gottes, von der Er Zeugnis gab, besänftigte die Herzen, bewegte sie zu demütiger Liebe, schenkte Frieden, Gelassenheit und Hoffnung; "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen" (vgl. Mt 7,15-20)
Jene, welche die Botschaft vom Heil nicht annehmen wollten, weil sie nicht bereit waren, sich von ihren eigenen Vorstellungen befreien zu lassen, verhärteten sich noch mehr. Er ist gekommen, um Spaltung zu bringen (vgl. Lk 12,51) zwischen jenen, die Ihm folgen wollen und jenen, die es nicht wollen.
Jeder, der Anteil haben will am Göttlichen Leben, muss bezeugen, dass er das will, indem er ein entsprechendes Leben führt. Die Kinder des Lichtes leben in der Liebe ihres VATERS, während die Taten jener, welche die Finsternis wählen, böse, ungerecht, egoistisch und stolz sind.
Dorthin müssen wir gehen, wo wir spüren, dass sich unser Herz in der Wahrheit und in der Liebe Gottes erwärmt. Alles andere lenkt unsere Aufmerksamkeit ab von dem grossen Wunder: dem GLAUBEN an die Botschaft des Evangeliums.
"Der Gott Jesu Christ, unseres Herrn, der VATER der Herrlichkeit, gebe auch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt." (Eph 1,17f) Gott ist unser VATER! Und wir dürfen auch sagen: Gott ist mein VATER durch das Recht, das jedem durch seien persönliche Beziehung zu Gott geschenkt ist.
Wer Madre Eugenia begegnet, spürt diesen Frieden und diese heitere Gelassenheit, spürt das Verlangen, das Evangelium zu betrachten, aus dem die Kraft kommt, vorwärts zu gehen und für die Einheit der Familie einzustehen, auch wenn es Anstrengung kostet.
Msgr. A. Caillot, Bischof von Grenoble, gab folgendes Zeugnis: "Ich glaube an einen Fingerzeig Gottes...; man kann sehen, wie sie in ihrem Leben die Lehre verwirklicht, an die sie uns erinnert."
Mann muss sich hüten vor leichtfertigen Schwärmereien und sie dem Evangelium, der einzigen Wahrheit gegenüberstellen. Sie laufen hierhin und dorthin und rufen: "Seht, hier ist Christus!" und so verwischen sie die Wahrheit über Gott, der Geist und Wahrheit ist.
Manches, was an sich gut ist, wird leer vor Gott, wenn wir es gebrauchen zugunsten unserer eigenen eitlen Ehre und um unserem Stolz zu genügen. So machten es die Pharisäer, deren Vollkommenheit nicht auf Gott ausgerichtet war und die die Religion zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchten.
Geben wir einmal acht, wie oft wir Gott als Den anbeten, der Er ist, das heisst, Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Wie oft verraten wir vielmehr unser wahres innerstes Bedürfnis nach Anbetung, indem wir Götzen huldigen, die im Augenblick zu unserem Vorteil scheinen, in Wirklichkeit jedoch trügerisch sind.
Unser wahrer Gewinn liegt darin, dass wir aus der Wahrheit leben, die allein uns frei und glücklich macht.
Man könnte fragen: der VATER ist reiner Geist, wie kann Er menschliche Gestalt und Sprache annehmen?
Die Antwort ist sehr einfach: "Gott spricht wie Er will, wann Er will und zu Wem Er will". Er braucht keinen Ratgeber; Ihm ist jedes 'Warum' vorbehalten. Wenn wir bedenken, dass Er Gott, Schöpfer und VATER ist, wir aber Seine Geschöpfe und Kinder sind, dann ist es lächerlich, wenn nicht sogar schuldhaft, wenn wir uns vermessen, Sein Handeln immer wieder zu beanstanden, es gar anzufechten.
Dennoch ist Er gütig und überaus gnädig, Er wird nicht schnell zornig, wie wir nach unserem menschlichen Wertmaßstab meinen könnten. Er ist Gott, die vollkommene Liebe, ER nimmt es uns nicht übel, wenn wir fragen: warum? Es ist gut für uns, wenn wir demütig klärend zur Wahrheit gelangen und anerkennen, dass Er alles tun kann, was Er will, und dies vollkommen ist. Wer könnte Ihn daran hindern, sich in der Ihm beliebigen Gestalt einem Geschöpf zu offenbaren, das in den Augen der Welt unbedeutend ist?
Durch Argumentieren komme jedermann so ans Ziel, wie es ihm genehm sei; doch für uns, die wir an Jesus und Sein Evangelium glauben, ist es einfach: "Wer mich gesehen hat, hat den VATER gesehen". (Jo 14,9) Wie könnte Er sich unserer menschlichen Natur besser zeigen, als in der Gestalt des Sohnes, der bezeugt hat, eins zu sein mit dem VATER?
Uns Seine Väterlichkeit bewusst zu machen, das ist das Ziel der 'Botschaft' an Madre Eugenia. "Ich sehe, das wisst ihr nicht und das versteht ihr nicht, dass Ich von euch nichts anderes wünsche, als dass ihr Mich als VATER erkennt"; damit wir mehr Vertrauen und Zutrauen zu Ihm haben, denn Er ist unser VATER.
Nicht der VATER ist zum Richten da, sondern das Wort des Sohnes selbst, ob wir es aufgenommen haben oder nicht.
Er ist immer der VATER, der nur darauf wartet, Seine Söhne und Töchter in Seine Arme zu schliessen. Er wünscht es, dass wir Vertrauen und Zutrauen zu Seiner Väterlichen Liebe haben, dass wir Ihm alles berichten: Freuden, Schmerzen und alles, was unser tägliches Leben ausmacht. Er kennt uns ganz, Er wacht über uns mit Väterlicher Liebe, und ohne Sein Wissen fällt kein Haar von unserem Haupte. Ohne die Gegenwart Gottes könnten wir nicht leben. Wir müssen nur die Augen öffnen für dieses wunderbare Leben und es zu unserem Nutzen ausschöpfen.
Der VATER wünscht Sein Bild in den Familien und Gemeinschaften. Aber Er beschränkt Seine Gegenwart nicht auf ein solches Bild; Er ist überall gegenwärtig, vor allem im Innersten unseres Geistes; doch Er wünscht ein Bild, um dem Bedürfnis unserer menschlichen Natur entgegenzukommen.
Wollten wir uns wirklich bewusst werden bis zur Gewissheit, dass wir unser Leben unter dem Blick der Liebe des VATERS gestalten, so verbesserte sich alles in der Wende hin zum Besten.
Viele sind sich dessen schon bewusst, doch die meisten übersehen dies, wenigstens im praktischen Leben. Deshalb möchte der VATER mit der 'Botschaft' unsere Aufmerksamkeit auf Seine Väterliche Liebe lenken, damit LEBEN werde.
Betrachten wir die 'Botschaft' wie eine Glocke, die tönt, um uns neu aufhorchen zu lassen auf die Gute Nachricht: "Die Stunde kommt, uns sie ist schon da, zu der die wahren Beter den VATER anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der VATER angebetet werden" (Jo 4,23), damit alle EINS seien in Jesus in der Liebe des Heiligen Geistes zur EHRE GOTTES DES VATERS.
Nunmehr sind die Zeiten reif. Mit der Reform des offiziellen Gebetes der Kirche, Liturgie, wurde uns die Freude geschenkt, dass wir uns namentlich an den VATER wenden. Der Papst selbst, Johannes Paul II., schrieb eine Enzyklika über den VATER: "Dives in Misericordia" (Über das Erbarmen Gottes). Es ist Zeit, dass der VATER alle Seine Söhnen und Töchter in Sein Haus zurückkehren sieht, und Sich 'VATER' rufen hört.
Als Papst Pius XII. von Madre Eugenia sprechen hörte, sandte er einen Priester seines Vertrauens, Pater Girard Matthieu, zu ihr, damit er ihm über die Vorkommnisse Bericht erstatte. Dieser sprach bei ihr vor und liess sie rufen. Während er noch auf sie wartete, sah er auf einmal Madre Eugenia vom Ende des Korridors auf ihn zukommen; sie schwebte einen halben Meter über den Boden, und ein strahlendes Licht ging von ihr aus. Gott gab ihm dieses Zeichen; und wie er selber sagt: "Durch dieses und anderes dazu habe ich die Bestätigung von Gottes Wirken in Madre Eugenia bekommen".
Wer Madre Eugenia ist, das sagt uns vor allem Msgr. Alexandre Caillot, der Bischof von Grenoble. Er hatte sie über einen Zeitraum von zehn Jahren mittels einer kanonischen Untersuchung geprüft und unterzog sie einer theologischen Befragung durch die beiden Jesuitenpatres Augusto und Roberto Valencin. Er spricht für sie mit grosser Klarheit, Deutlichkeit und Überzeugung, und er preis den VATER, dass Er Sich seine Diözese auserwählt habe als Ort solch ergreifender Zeichen Seiner Väterlichen Liebe.
AUFGRUND DES GUTACHTENS
ERSTELLT WÄHREND DER KANONISCHEN UNTERSUCHUNG
DES FALLES MADRE EUGENIA
Zehn Jahre sind vergangen, seitdem ich als Bischof von Grenoble eine Untersuchung über den Fall Madre Eugenia angeordnet hatte. Inzwischen bin ich im Besitz genügender Fakten, um der Kirche mein Zeugnis vorlegen zu können.
Die Untersuchung ergibt in aller Deutlichkeit eine erste Gewissheit:
1. Die echten Tugenden der Madre Eugenia
Von Beginn ihres Ordenslebens an hatte die Schwester die Aufmerksamkeit der Oberen auf sich gezogen wegen ihrer Frömmigkeit, ihres Gehorsams und ihrer Demut.
Die Vorgesetzten waren verwirrt durch die aussergewöhnlichen Dinge, die sich während des Noviziates der Schwester ereigneten, und sie beschlossen, sie nicht im Kloster zu behalten. Wegen des beispielhaften Lebens der Schwester zögerten sie und sahen schliesslich von ihrem Plan ab. Während der ganzen Zeit der Untersuchung bewies Schwester Eugenia grosse geduld und vollkommene Fügsamkeit in der Annahme der Widersprüche und Prüfungen: sie unterzog sich allen medizinischen Untersuchungen, ohne zu klagen, und sie gab Antwort auf die oft langen und peinlichen Befragungen der theologischen und medizinischen Kommission.
Alle Mitglieder der Untersuchungskommissionen lobten vor allem ihre Einfachheit.
Mehre Umstände erlaubten es ausserdem , dass sich zeigen konnte, wie die Schwester Tugenden in heroischem Grad übte. Nach dem Zeugnis der Theologen waren dies namentlich die Tugend des Gehorsams während der Befragung durch Hochw. Pater Auguste Valensin im Juni 1934, und die Tugend der Demut während der schmerzlichen Reise am 20. Dezember 1934.
Ihre Tätigkeit als Generaloberin, so kann ich bezeugen, übte sie mit grosser Hingabe an ihre Pflichten aus, die ihr jedoch umso schwieriger erscheinen mussten, da sie nicht dafür vorbereitet war; sie widmete sich ganz ihren Aufgaben, mit grosser Liebe zu den Seelen, zu ihrer Kongregation und zur Kirche. Jene, die in ihrer Nähe leben, sind betroffen - und ich schliesse mich ihnen an - von ihrer Seelenstärke inmitten der Schwierigkeiten.
Es sind nicht nur ihre Tugenden, die mich beeindrucken, es sind die Fähigkeiten, die sich bei der Madre entpuppen im Ausüben von Autorität, und dass sie, eine wenig gebildete Ordensfrau dazu kam, die höchste Funktion innerhalb ihrer Kongregation zu bekleiden! Darin liegt bereits etwas Ausserordentliches, und aus diesem Gesichtspunkt ist der Tag ihrer Wahl, über den mein Generalvikar Msgr. Guerry Erkundigungen eingeholt hat, sehr vielsagend. Die Antworten der Kapitularinnen, und zwar aller, der Oberinnen wie der Delegierten aus den verschiedenen Missionen zeigen, dass sie Madre Eugenia als Generaloberin wählten, trotz ihrer Jugend und trotz der kanonischen Hindernisse, die normalerweise ihrer Nomination im Wege gestanden wären, wegen ihrer Qualitäten der Urteilsfähigkeit, der Ausgeglichenheit, der Wirkungskraft und der festen Entschlossenheit. Die Wirklichkeit scheint die Hoffnungen, die die Wählerinnen in die Erwählte gesetzt hatten, weit übertroffen zu haben. Was mir von Anfang an bei ihr auffiel, war ihre klare, lebendige und durchdringende Intelligenz. Ich erwähnte schon, dass ihre Schulbildung mangelhaft war, übrigens aus äusseren Gründen, die nicht an ihr lagen: die lange Krankheit ihrer Mutter verpflichtete sie, schon in sehr jungen Jahren die Sorge für den Haushalt zu übernehmen und führte dazu, dass sie sehr oft in der Schule fehlte. Danach folgten bis zu ihrem Klostereintritt die harten Jahre der Fabrikarbeit als Weberin. Doch trotz dieser frühen Lücken, die in der Folge sichtbar wurden in ihrer Schrift und Rechtschreibung, hielt Madre Eugenia vor ihrer Gemeinschaft zahlreiche Vorträge. Bemerkenswert ist, dass sie selbst ihre Rundbriefe an die Kongregation redigierte und Verträge abschloss mit Gemeinden und Administrationsräten für die Spitäler, die den Schwestern ihrer Kongregation anvertraut waren. Ausserdem verfasste sie ein langes Direktorium.
Sie sieht klar und gerecht, sei es in einer Situation oder in einem Gewissensfall. Ihre Anweisungen sind deutlich, genau und vor allem praktisch. Jede ihrer 1400 Töchter kennt sie persönlich, mit ihren Fähigkeiten und Tugenden und ist daher fähig, für die Ernennungen an die verschiedenen Aufgabenbereiche jene auszuwählen, die am besten dafür geeignet sind. Gleicherweise hat sie genaue persönliche Kenntnis der Bedürfnisse und der Mittel ihrer Kongregation, wie auch der Situation eines jeden Hauses. Jedes ihrer Missionshäuser hat sie persönlich besucht.
Wir möchten auch ihren Weitblick unterstreichen. (Sie hat alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, dass in Zukunft jedes Institut, sei es Spital oder Schule, die nötige Anzahl diplomierter Schwestern hat, damit es leben und sich entfalten kann). Schliesslich scheint es mir besonders interessant, auf folgendes hinzuweisen:
Madre Eugenia ist begabt mit dem Geist der Entscheidung, dem Sinn für die Realität und mit dem Willen zur Tat. Innerhalb von sechs Jahren nahm sie 67 Gründungen vor und hat es verstanden, zu sehr nutzbringenden Verbesserungen in der Kongregation beizutragen.
Wenn ich ihre Gaben der Intelligenz, der Urteilsfähigkeit, der Willensstärke, ihre Führungsqualitäten aufzeige, so geschieht dies, weil ich den Eindruck habe, dass sie endgültig alle Hypothesen ausschliessen, die man während des Verlaufs der Untersuchung wohl für einen Augenblick prüfen musste, die jedoch keine befriedigende Erklärung geben konnten: die Hypothese der Halluzination, der Illusion, des Spiritismus, der Hysterie und des Deliriums.
Das Leben der Madre ist ein beständiger Beweis ihrer geistigen wie allgemeinen Ausgeglichenheit, und, so meinen die Beobachter, eben diese Ausgeglichenheit ist das Hauptmerkmal ihrer Persönlichkeit. Die anderen Hypothesen, jene der Beeinflussbarkeit und Verfügbarkeit, welche die Mitglieder der Kommission drängten, sich zu fragen, ob sie nicht einer sehr empfänglichen Natur gegenüberstünden, die wie ein Facetten-Spiegel alle Einflüsse und Beeinflussungen widerspiegele, diese Hypothesen sind gleichfalls durch die tägliche Realität zurückgewiesen worden. Madre Eugenia, die wohl mit einer sensiblen Natur und einem feinfühligen Temperament begabt ist, hat bewiesen, dass sie kein Ansehen der Person kennt; weit davon entfernt, sich von menschlichen Erwägungen beeinflussen zu lassen, hat sie ihre Pläne, ihre Aktivitäten, ihre tatsächlichen Ausführungen fest umrissen und setzt sich bei den anderen durch ihre persönliche Ausstrahlung durch. Eine einfache Begebenheit vermag davon viel mehr zu sagen, als alles Wertschätzen: am Tag nach ihrer Wahl zur Generaloberin musste sie die Ernennungen der Oberinnen vornehmen. Nun zögerte sie nicht, eine von ihnen, die ihre Stimme für sie abgegeben hatte, zu ersetzen. Als diese Oberin sich in Ägypten ausschiffte, erfuhr sie von ihrer Versetzung, die ihr per Luftpost mitgeteilt worden war.
Der Inhalt der Sendung, die Madre Eugenia anvertraut worden wäre, ist klar umrissen, und er scheint mir aus der Sicht der Lehre berechtigt und angebracht.
Der genaue Inhalt: Bekanntmachung und Verehrung des VATERS, insbesondere durch die Einsetzung eines eigenen Festes, und das die Kirche gebeten werden soll. Die Untersuchung hat bestätigt, dass ein liturgisches Fest zur Ehre des VATERS ganz auf der Linie der katholischen Gebräuche liege und übereinstimme mit dem traditionellen Ausdruck katholischen Betens, das ein Aufstieg zum VATER durch den Sohn im Heiligen Geist, wie die Gebete der Heiligen Messe und die liturgische Darbringung an den VATER im Heiligen Messopfer beweisen. Anderseits jedoch ist es Tatsache, dass es kein eigenes Fest zur Ehre des VATERS gibt: Die Heiligste Dreieinigkeit als solche wird verehrt, das Wort und der Heilige Geist werden in ihrer Sendung und in ihren äusseren Kundgebungen verehrt, nur der VATER hat kein eigenes Fest, das die Aufmerksamkeit des christlichen Volkes auf Seine Person lenken könnte.
Diesem Fehlen eines liturgischen Festes zu Seiner Ehre ist es wohl zuzuschreiben, was eine ziemlich ausgedehnte Umfrage unter zahlreichen Gläubigen aus den verschiedensten sozialen Schichten, und sogar unter einer grösseren Anzahl Priester und Ordensleuten aufgezeigt hat: "Der VATER ist nicht bekannt, man betet nicht zu Ihm, man denkt nicht an Ihn." Die Umfragekommission entdeckt sogar mit Bestürzung, dass viele Christen sich vom VATER abwenden, weil sie in Ihm einen schrecklichen Richter sehen. Sie ziehen es vor, sich an die Menschheit Christi zu wenden, und wie viele verlangen von Jesus, Er möge sie vor dem Zorn des VATERS schützen!
Die erste Folge eines eigenen Festes wäre daher, die Ordnung in der Frömmigkeit vieler Christen wiederherzustellen, sie zurückzuführen zu der Weisung des Göttlichen Erlösers: "Alles, was ihr den Vater in meinem Namen bittet..." Alles, was ihr den Vater in meinem Namen bittet..." und weiter: "Künftig sollt ihr so beten: Vater unser..."
Desgleichen hätte ein liturgisches Fest zur Ehre des VATERS die Auswirkung, den Blick auf Den zu richten, von Dem der Apostel Jakobus sagt, Er sei der "Vater des Lichtes, von dem jede gute Gabe kommt"...Es würde die Seelen daran gewöhnen, die Göttliche Güte, die Wohltaten Gottes, Seine Väterliche Vorsehung zu betrachten, zu erkennen, wie diese Vorsehung die gleiche ist wie jene der Göttlichen Dreieinigkeit; schliesslich, wie Gott durch seine Göttliche Natur, die allen Drei Personen eigen ist, über die Welt die unermesslichen Schätze Seines unendlichen Erbarmens ausgiesst.
Folglich mag es auf den ersten Blick scheinen, als gäbe es keinen wichtigen Grund, den VATER im besonderen zu ehren; dennoch: ist es nicht der VATER, der Seinen Sohn in die Welt gesandt hat? Und wenn es vollkommen richtig ist, den Offenbarungen des Sohnes und des Heiligen Geistes Feste zu weihen, dann ist es bestimmt 'würdig und recht' wie es in den Präfationen der Heiligen Messe heisst, Gott dem VATER zu danken, für das Geschenk, das Er und in Seinem Sohn gemacht hat.
Der eigene Inhalt dieses besonderen Festes zeigt sich klar folgendermassen: Den VATER ehren, Ihm danken und Ihn preisen dafür, dass Er uns Seinen Sohn geschenkt hat; in einem Wort, wie es die Botschaft sagt: als Urheber der Erlösung. Ihm danken, der die Welt so sehr geliebt hat, dass Er Seinen einzigen Sohn dahingegeben hat, damit alle Menschen, vereint im Mystischen Leib Christi, diesen Seinen Sohn rekapitulieren (wiedergeben), in Ihm Söhne und Töchter werden.
Zu einer Stunde, da die Welt, verirrt in den Ideologien des Laizismus, des Atheismus und moderner Philosophien Gott, den wahren Gott nicht mehr kennt, würde da dieses Fest nicht vielen helfen, den lebendigen VATER kennenzulernen, den Jesus uns offenbart hat, den VATER des Erbarmens und der Güte? Würde es nicht dazu beitragen, dass die Zahl jener wachse, den den VATER "im Geist und in der Wahrheit" anbeten, wie Jesus es voraus gesagt hat?
Zu einer Stunde, da die Welt, zerrissen von mörderischen Kriegen, immer mehr das Bedürfnis spürt, nach einer soliden Basis für Einheit zu suchen, nach Verständigung zwischen den Völkern, könnte dieses Fest ihr da nicht ein grosses Licht bringen, indem es die Menschen lehrt, dass sie alle im Himmel denselben VATER haben: Jenen, den ihnen Jesus geschenkt hat und zu dem Er sie hinzieht als Glieder Seines Mystischen Leibes, in der Einheit desselben Geistes der Liebe!
Zu einer Stunde, da viele Seelen erschöpft oder überdrüssig der Heimsuchungen des Krieges sind, könnten sie mit grosser Sehnsucht nach Umkehr zu einem vertrieften inneren Leben verlangen; ist dieses Fest nicht fähig, sie in ihrem Innersten herauszufordern, den VATER, der im Verborgenen ist, anzubeten und sich als kindliches und grossmütiges Opfer dem VATER hinzugeben, der einzigen Quelle des Lebens der Heiligsten Dreieinigkeit, die in ihnen wohnt? Würde ein solches Fest nicht den schönen Antrieb des übernatürlichen Lebens bewahren, der die Seelen in der Folge mitnimmt in den Bereich der geistlichen Kindschaft und auf den kindlichen Weg zum VATER durch das Vertrauen, die Hingabe an den Göttlichen Willen, den Geist des Glaubens?
Ausserdem, abgesehen von dieser Frage eines eigenen Festes und der Entscheidung der Kirche zu diesem Punkt, stellt sich ein Problem der Lehre. Hervorragende Theologen sind der Meinung, die Lehre der Beziehungen der Seele zur Heiligsten Dreieinigkeit verlange, neu vertieft zu werden; sie könnte den Seelen eine Quelle der Erleuchtung sein für das Leben in Gemeinschaft mit dem VATER und dem Sohne, wie Sankt Johannes es sagt, sowie für die Teilnahme am Wege Jesu, des Sohnes des VATERS, geeinter Gesinnung in Christus, innig vertraut mit Seinem Heiligsten Herzen, vor allem mit Seiner kindlichen Liebe zu Seinem VATER.
Wie auch immer es sich mit diesen theologischen Problemen verhalten mag, was ich hier unterstreichen möchte, ist diese Tatsache: dass eine einfache, in der Theologie ungebildete Frau erklärt, sie habe Göttliche Mitteilungen erhalten, die sehr wohl reich an Lehre sein könnten.
Eingebildete Konstruktionen einer Visionärin sind armselig, steril, unzusammenhängend. Im Gegensatz hierzu ist die Botschaft, von der Madre Eugenia sagt, sie sei ihr vom VATER anvertraut, fruchtbar, - mit einer harmonischen Mischung zweier Eigenschaften, die sie noch zuverlässiger machen: einerseits bietet sie sich dar als herkömmlich in der Kirche, ohne ein Merkmal des Ungewöhnlichen, das sie verdächtig erscheinen liesse, denn sie wiederholt unablässig, dass alles schon gesagt worden ist durch die Offenbarungen Christi über Seinen VATER, und dass alles im Evangelium enthalten ist. Auf der anderen Seite jedoch erklärt sie, dass diese grosse Wahrheit über das Erkanntwerden des VATERS neu überdacht, vertieft und gelebt zu werden verlangt.
Lässt das Missverhältnis zwischen der Armseligkeit des Instrumentes, das aus sich selbst unfähig wäre, eine Lehre dieser Natur zu enthüllen, und der Tiefe der Botschaft, welche die Schwester vermittelt, nicht vermuten, dass eine andere, höhere, übernatürliche, Göttliche Ursache eingeschritten ist und ihr diese Botschaft anvertraut hat?
Ich weiss nicht, wie man menschlich die Enthüllung einer Idee, durch die Schwester, erklären könnte, deren Originalität und Fruchtbarkeit von den wissenschaftlichen Theologen erst nach und nach erahnt wurde.
Eine weitere Tatsache scheint mir ebenfalls sehr vielsagend: Als Schwester Eugenia sagte, sie habe Erscheinungen des VATERS gehabt, antworteten ihr die befragenden Theologen, Erscheinungen des VATERS seien in sich selbst unmöglich, und dass sie übrigens nie zuvor in der Geschichte aufgetreten seien. Die Schwester widerstand diesen Einwänden und erklärte einfach: "Der VATER hat mir aufgetragen, ich soll beschreiben, was ich gesehen habe. Von Seinen Söhnen, den Theologen verlangt Er, dass sie nachforschen". Die Schwester änderte nie ihre Erläuterungen und hielt über Monate an ihren Aussagen fest. Dann, erst im Januar 1934, entdeckten die Theologen bei Thomas von Aquin selbst die Antwort auf ihre eigenen Einwände.
Die Antwort des grossen Lehrers über die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Sendung war einleuchtend. Sie beseitigte das Hindernis, das die ganze Untersuchung gelähmt hatte. Gegenüber den gelehrten Theologen blieb die kleine Unwissende im Recht. Wie kann man da noch menschlich die Erleuchtung, die Weisheit, die Ausdauer der Schwester erklären? Eine falsche Visionärin hätte versucht, sich den Erklärungen der Theologen anzupassen. Die Schwester hielt tapfer stand; darin liegen neue Gründe, weshalb uns ihr Zeugnis der vertrauensvollen Unterstützung würdig scheint.
Was mir auf jeden Fall bemerkenswert erscheint, ist diese Einstellung, Zurückhaltung den übernatürlichen Dingen gegenüber zu wahren und zu zeigen. Während die falschen Mystiker diese in den Vordergrund rücken oder selbst nur auf das Aussergewöhnliche schauen, wird dieses im Fall der Schwester auf den Hintergrund beschränkt, als Beweis und Mittel. Das Fehlen jeder Schwärmerei und ein Gleichgewicht der Werte vermitteln einen guten Eindruck.
Über die Befragung durch die Theologen brauchte ich nicht viel zu sagen. Die Ehrwürdigen Patres Albert und Auguste Valensin werden geschätzt für ihre philosophische und theologische Glaubwürdigkeit, wie auch für ihre Kenntnis des geistlichen Lebens. Sie mussten schon früher unter anderen Umständen intervenieren, in Fällen, die damals wegen solchen Belangen ihrer Prüfung unterstellt wurden.
Wir wissen, dass sie das mit grosser Klugheit getan haben. Darum ist unsere Wahl auf sie gefallen.
Wir erinnern uns an ihre Zusammenarbeit, die aufopfernd und ausserordentlich gewissenhaft war. Ihr übereinstimmendes Zeugnis zugunsten der Schwester und zugunsten einer übernatürlichen Erklärung der Ereignisse hat umso grösseren Wert, als sie lange damit gezögert hatten, zuerst feindlich und skeptisch, später zögernd. Sie kamen nach und nach zu dieser Überzeugung, nachdem sie alle Arten von Beanstandungen erhoben und die Schwester schweren Prüfungen unterzogen hatten.
Nach bestem Wissen und Gewissen und meiner Verantwortung gegenüber der Kirche voll bewusst, erkläre ich:
Übernatürliches und Göttliches Eingreifen scheint mir die einzig mögliche logische und zufriedenstellende Erklärung zu sein für die Gesamtheit dieser Fakten.
Losgelöst von allem Rankenwerk scheint mir das Wesentliche durchdrungen von Adel, von Erhabenheit, von übernatürlicher Fruchtbarkeit.
Eine demütige Ordensfrau hat zurückgerufen zur wahren Anbetung des VATERS, wie Jesus sie gelehrt, und die Kirche sie in ihrer Liturgie festgelegt hat. Darin nichts Beunruhigendes, es ist sehr rein und übereinstimmend mit einer gesunden Lehre.
Die wunderbaren Geschehnisse, die diese Botschaft begleiten, könnten von dem zentralen Ereignis losgelöst werden, das dennoch seinen vollen Wert behalten würde. Die Kirche wird entscheiden, ob die Idee eines eigenen festes, unabhängig von dem besonderen Fall der Schwester, aus Gründen der kirchlichen Lehre wiederaufgenommen wird.
Ich glaube, das der grosse Beweis der Echtheit der Sendung der Schwester uns gegeben ist durch die Art, in welcher sie in ihrem realen leben die schöne Lehre anwendet, die sie uns in Erinnerung gerufen haben würde.
Ich bin der Ansicht, man soll sie weiter ihr Werk tun lassen. Ich glaube, dass dies wirklich ein Fingerzeig Gottes ist. Nach zehn Jahren der Nachforschung, des Überlegens und des Gebetes preise ich den VATER, der meine Diözese gewürdigt und auserwählt hat als Ort solch ergreifender Bekundungen Seiner Liebe.
ALEXANDER CAILLOT
Bischof von Grenoble
Erstes Heft
1. Juli 1932
Fest des Kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus
Endlich ist der Tag gekommen, den der Himmlische VATER für immer durch sein Versprechen gesegnet hat!
Heute gehen die langen Tage der Vorbereitung zu Ende, und ich fühle mich nahe, ganz nahe der Ankunft meines VATERS und des VATERS aller Menschen.*
Einige Minuten des Gebetes, und dann lauter geistliche Freuden! Ein Durst, Ihn zu sehen und zu hören hat mich befallen. Ganz glühend vor Liebe öffnete sich mein Herz mit einem derart grossen Vertrauen, dass ich feststellte, dass ich bisher noch mit niemandem so vertrauensselig gewesen war.
Das Vorhaben meines VATERS schleuderte mich gleichsam in einen Zustand überschäumenden Jubels. Endlich fangen Gesänge an, sich vernehmlich zu machen! Engel kommen und künden mit diese beseligende Ankunft! Ihre Gesänge waren so schön, dass ich mir vorgenommen habe, sie dann nach Möglichkeit aufzuschreiben.
* Jeder kann zu Gott 'mein Vater' sagen; das Recht dazu erwächst aus der persönlichen Beziehung zu Gott.
Dieser Wohlklan hielt einen Augenblick inne, und siehe: da ist das Gefolge der Erwählten, der Cherubim wie der Seraphim, mit Gott unserem Schöpfer und unserem VATER!
Ausgestreckt, mit dem Gesicht zur Erde, versenkt in mein Nichts , sprach ich das Magnificat.
Gleich danach fordert mich der VATER auf, mit Ihm Platz zu nehmen und aufzuschreiben, was Er beschlossen hat, den Menschen zu sagen. Sein ganzer Hof, der Ihn begleitet hatte, war verschwunden. Der VATER allein bleibt bei mir, und bevor Er Sich setzt, sagt Er zu mir:
"Ich habe es dir zuvor gesagt, und Ich sage es wieder: Ich kann den Menschen nicht noch einmal Meinen Vielgeliebten Sohn schenken, um ihnen Meine Liebe zu beweisen! Nun, um sie zu lieben, und um sie diese Liebe erkennen zu lassen, komme Ich zu Ihnen, indem Ich ihre Gestalt, ihre Armut annehme.
Siehe, Ich lege Meine Krone und Meine ganze Herrlichkeit ab, um das Aussehen eines gewöhnlichen Menschen anzunehmen!"
Nachdem Er das Aussehen eines gewöhnlichen Menschen angenommen und Seine Krone und Seine Herrlichkeit zu Seinen Füssen niedergelegt hatte, nahm Er die Weltkugel an Sein Herz und hielt sie dort mit Seiner Linken, dann setzt Er Sich neben mich. Ich vermag kaum, Seine Ankunft, Seine Haltung die Er einzunehmen geruhte noch Seine Liebe mit Worten zu beschreiben! In meiner Unwissenheit finde ich keine Worte, um auszudrücken, was Er mir zu verstehen gab. Er sagt:
"Friede und Heil sei diesem Haus und der ganzen Welt! Auf dass Meine Macht, Meine Liebe und Mein Heiliger Geist die Herzen der Menschen berühren und ergreifen, damit wirklich die ganze Menschheit sich dem Heil zuwende, und damit alle zum VATER kommen, der sie sucht, um sie zu lieben und zu retten!
Mein Stellvertreter Pius XI. möge erkennen, dass dies Tage des Heiles und des Segens sind. Möge er nicht die Gelegenheit versäumen, die Aufmerksamkeit der Kinder auf ihren VATER zu lenken, der in ihre Mitte kommt, um ihnen in diesem Leben Gutes zu tun und ihr ewiges Glück vorzubereiten.
Ich habe diesen Tag erwählt, um Mein Werk unter den Menschen zu beginnen, denn dies ist das Fest des Kostbaren Blutes Meines Sohnes Jesus. In dieses Blut möchte Ich das Werk eintauchen, das zu beginnen Ich gekommen bin, damit es in der ganzen Menschheit viel Frucht bringe.
1. Ich komme, um die masslose Angst, die Meine Geschöpfe vor Mir haben, endgültig zu vertreiben und ihnen zu verstehen zu geben, dass es Meine Freude ist, von Meinen Söhnen und Töchtern erkannt und geliebt zu werden, das heisst, von der ganzen gegenwärtigen und zukünftigen Menschheit.
2. Ich komme, um den Menschen und den Nationen Hoffnung zu bringen. Wie viele haben sie schon lange verloren! Diese Hoffnung lässt sie in Frieden und in Sicherheit leben und somit auf ihr Heil hin wirken.
3. Ich komme, damit man Mich kennenlernen kann, wie Ich wirklich bin. Darum möge das Vertrauen, der Menschen gleichzeitig mit ihrer Liebe zu Mir, ihrem VATER wachsen, da Ich nur eine Sorge habe: über allen Menschen zu wachen und sie als Meine Kinder zu lieben.
Der Maler hat die grösste Freude an der Betrachtung eines Bildes, das er selbst gemalt hat; so ist es auch mit Mir, Ich finde daran Wohlgefallen, Ich setze Meine Freude darein, mitten unter die Menschen zu kommen, dem Meisterwerk Meiner Schöpfung.
Die Zeit drängt; Ich wünschte, der Mensch würde eiligst erfahren, dass Ich ihn liebe, und dass Ich Mein grösstes Glück empfinde, mit ihm zu sein und mit ihm zu sprechen wie ein Vater mit seinen Kindern.
Ich bin der Ewige, und als der Mensch noch nicht existierte, hatte Ich beschlossen, Meine Allmacht zu gebrauchen, um Lebewesen nach Meinem Bild zu schaffen. Doch zuvor musste die materielle Schöpfung entstehen, damit jene ihren Lebensunterhalt finden konnten; daraus ergab sich die Erschaffung der Welt! Ich füllte sie mit allem, was Ich wusste, es sollte für die Menschen da sein: die Luft, die Sonne, den Regen und die vielen anderen Dinge, die Ich für ihr Leben nötig wusste. Zuletzt wurde der Mensch erschaffen! Ich hatte Gefallen an Meinem Werk. - Der Mensch fällt in Sünde, aber gerade da sollte sich Meine unendliche Güte offenbaren.
Um unter den Menschen zu leben, die Ich erschaffen hatte, erwählte Ich im Alten Testament die Propheten, denen Ich Meine Wünsche, Meine Leiden und Meine Freuden eröffnete, damit jene sie allen mitteilten.
Je mehr das Böse zunahm, desto mehr drängte Mich Meine Güte, Mich den gerechten Seelen zu offenbaren, damit sie Meine Weisungen an jene weitergaben, welche die Unordnung verursachten. Auch musste ich mitunter Strenge anwenden, um sie zurück zu gewinnen, nicht , um sie zu strafen - das hätte nur Schlechtes bewirkt - vielmehr, um sie vom Laster abzubringen und zu ihrem VATER und ihrem Schöpfer zu führen, den sie in ihrer Undankbarkeit vergessen und verkannt hatten. Später überwältigte das Böse so sehr das Herz der Menschen, dass Ich gezwungen war, Unheil auf die Erde zu schicken, damit der Mensch durch das Leiden, die Zerstörung seiner Güter oder sogar den Verlust des Lebens geläutert würde; so kamen die Sintflut, die Zerstörung von Sodom und Gomorrha, die Kriege des Menschen gegen den Menschen und anderes mehr.
Immer wollte Ich in dieser Welt mitten unter den Menschen wohnen. Auch während der Sintflut war Ich neben Noah - dem einzigen Gerechten der damaligen Zeit. Ebenso in den anderen Notzeiten; Ich fand immer einen Gerechten, bei dem Ich wohnen konnte und durch ihn weilte Ich mitten unter den Menschen jener Zeit, und so ist es immer gewesen. Oftmals wurde die Welt durch Meine unendliche Güte gegenüber der Menschheit von ihrer Verderbtheit gereinigt. So fuhr ich fort, Seelen zu erwählen, an denen Ich Mein Wohlgefallen hatte, um durch sie an Meinem Geschöpfen, den Menschen, Freude finden zu können.
Ich hatte der Welt den MESSIAS versprochen. Was habe Ich nicht alles getan, um Sein Kommen vorzubereiten, indem ich Mich in den Gestalten offenbarte, die schon tausende von Jahren vor Seiner Ankunft auf Ihn hinweisen!
Dieser Messias, wer ist Er denn? Woher kommt Er? Was tut Er auf der Erde? In wessen Auftrag kommt Er?
- Wer ist Gott?
- Gott ist der Vater; der Sohn und der Heilige Geist.
- Woher kommt ER, vielmehr: wer hat Ihn beauftragt, zu den Menschen zu kommen? Das habe ich getan, Sein VATER, Gott.
- Wen vergegenwärtigt Er auf Erden? Seinen VATER, Gott.
- Was tut ER auf Erden? Er will, dass der VATER, Gott, erkannt und geliebt werde. Hat er nicht gesagt:
"Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?" (Lk 2,49)
"Es geht mir nicht um meinen Willen, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat." (vgl. Jo 5,30)
Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet." (Jo 15,16)
"So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel..." (Mt 6,9)
Und da Er gekommen ist, um den VATER zu verherrlichen und Ihn bei den Menschen bekannt zu machen, sagt er:
"Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen". (Jo 14,9)
"Ich bin im Vater, und der Vater ist in mir." (vgl. Jo 14,10)
"Wer den Sohn ehrt, ehrt auch den Vater"... (vgl. Jo 5,23)
'Wer auch immer mit Mir ist, ist mit Meinem Vater'. (vgl. Jo 17) ... etc. etc.
Schliesst daraus, o ihr Menschen, dass Ich seit Ewigkeit nur dies eine Verlangen habe, dass Mich die Menschen kennenlernen und lieben, und dass Ich Mich unablässig danach sehne, ihnen nahe zu sein.
Wollt ihr einen glaubwürdigen Beweis für diese Sehnsucht, die Ich soeben zum Ausdruck gebracht habe?
Warum habe Ich Mose beauftragt, das zelt und die Bundeslade zu errichten, wenn nicht deshalb, weil es Mich brennend danach verlangte, wie ein VATER, ein Bruder, ein vertrauter Freund bei Meinen Geschöpfen, den Menschen, zu wohnen? Trotzdem haben sie Mich vergessen, Mich beleidigt mit unzähligen Vergehen. Und damit sie sich trotz allem erinnern an ihren VATER und Gott und an Seine einzige Sehnsucht, sie zu retten, habe ich Mose Meine Gebote gegeben; denn wenn sie dazu angehalten werden, diese zu befolgen, können sie sich an ihren unendlich gütigen VATER erinnern, der nur auf ihr gegenwärtiges und zukünftiges Heil bedacht ist.
All das geriet wieder in Vergessenheit, und die Menschen versanken in Irrtum und Angst; sie fanden es mühselig, die Gebote zu befolgen, die Ich Ihnen durch Mose übergeben hatte. Sie ersannen andere Gesetze in Übereinstimmung mit ihren Lastern, um sie leichter beobachten zu können. In ihrer übertriebenen Angst vor Mir haben sie Mich allmählich wieder vergessen und mit Beleidigungen überhäuft.
Indessen hat Meine Liebe für diese Menschen, meine Kinder, auch nicht für einen Augenblick aufgehört. Da Ich deutlich merkte, wie weder die Patriarchen noch die Propheten erreichen konnten, dass die Menschen Mich erkannten und liebten, so beschloss Ich, auf jeden Fall Selbst zu ihnen zu gehen.
Doch wie sollte Ich Mich mitten unter die Menschen begeben? Es gab keinen anderen Weg, als Selbst in der Zweiten Person Meiner Gottheit zu kommen. Würden Mich die Menschen erkennen? Würden sie auf Mich hören?
Für Mich ist nichts Zukünftiges verborgen. So antwortete Ich Selbst auf diese beiden Fragen:
'Die Menschen werden Meine Gegenwart nicht erkennen, obwohl sie Mir ganz nahe sein werden, In Meinem Sohn Werden sie Mich misshandeln, trotz all des Guten, das Er ihnen tun wird. In Meinem Sohn werden sie Mich verleumden, sie werden Mich kreuzigen, um Mich zu töten.
Werde Ich mich dadurch hindern lassen? Nein, Meine Liebe zu Meinen Kindern, den Menschen, ist zu gross!"
Das hat Mich nicht zurückgehalten; doch versteht es wohl, Ich habe euch gewissermassen mehr geliebt als Meinen Vielgeliebten Sohn, oder, um es noch deutlicher zu sagen, mehr als Mich Selbst.
Was Ich Euch soeben gesagt habe, ist dermassen wahr, dass Ich gezögert hätte, auch wenn eines Meiner Geschöpfe genügend gewesen wäre, durch ein Leben und einen Tod wie den Meines Sohnes die Sünden der anderen zu sühnen. Warum? Ich hätte Meine Liebe verraten, indem Ich ein Geschöpf, das Ich liebe, leiden liesse, anstatt Selbst in Meinem Sohn zu leiden. Niemals wollte Ich Meine Kinder auf diese Weise leiden lassen.
Dies also ist in Kürze die Geschichte Meiner Liebe bis zu Meiner Ankunft in Meinem Sohn mitten unter den Menschen. Die meisten Menschen wissen um alle diese Ereignisse, aber sie lassen das Wesentliche ausser Acht: sie wissen nicht, dass es die Liebe ist, die alles geleitet hat. Ja, es ist die Liebe, auf die Ich euch aufmerksam machen möchte in dieser Geschichte, die ihr soeben gelesen habt.
Nun ist diese Liebe in Vergessenheit geraten. Ich möchte sie euch neu in Erinnerung rufen, damit ihr lernt, Mich als Den zu erkennen, Der Ich bin. Auf dass ihr nicht furchtsam seid wie Sklaven einem VATER gegenüber, Der euch so sehr liebt.
Ihr seht, in dieser Geschichte stehen wir erst am ersten Tag des ersten Jahrhunderts; und Ich möchte sie fortsetzen bis in unsere Tage des 20. Jahrhunderts. Oh, dass Meine Väterliche Liebe bei den Menschen in Vergessenheit geriet!
Und doch liebe Ich euch mit so zärtlicher Liebe! Was habe Ich nicht immer wieder getan in Meinem Sohn, das heisst in der menschgewordenen Person Meines Sohnes! In Seiner Menschheit ist die Gottheit verborgen, klein, arm, erniedrigt. Mit meinem Sohn Jesus führte Ich ein leben des Opfers und der Arbeit. Ich nahm Seine bitten an, dass dem Menschen ein Weg gebahnt werde, auf dem er immer in Gerechtigkeit weitergehen kann, bis er schliesslich sicher zu Mir gelangt.
Gewiss, Ich verstehe die Schwäche Meiner Kinder gut. Darum habe ich Meinen Sohn gebeten, ihnen die Mittel zu geben, die sie in ihrer Ohnmacht stärken. Diese Mittel werden ihnen helfen, jeweils wieder von ihrem Fallen aufzustehen, sich von ihren Sünden zu reinigen, so dass sie von neuem die Kinder Meiner Liebe seien. Dies sind vornehmlich die sieben Sakramente und im besonderen das grosse Zeichen, durch das ihr trotz eurer Sündenfälle gerettet werdet: es ist das Kreuz, es ist das Blut Meines Sohnes, das euch in jedem Augenblick überströmt, sofern ihr es wünscht, sei es im Sakrament der Busse oder auch im Heiligen Opfer der Messe.
Meine lieben Kinder, es sind jetzt 20 Jahrhunderte, dass Ich euch mit diesen Schätzen besonderer Gnade überschütte, aber die Früchte sind sehr armselig. Wie viele Meiner Geschöpfe haben sich sehr schnell in den ewigen Abgrund gestürzt, obwohl sie in Meinem Sohn Kinder Meiner Liebe waren! Sie hatten wahrlich Meine unendliche Güte nicht begriffen.
Ich liebe euch so sehr!
Ihr wenigstens, die ihr wisst, dass Ich Selbst komme, um mit euch zu sprechen, euch Meine Liebe zu erkennen zu geben, habt Erbarmen mit euch selbst und stürzt euch nicht in den Abgrund.
Ich bin euer VATER!
Sollte es denn möglich sein, dass ihr, nachdem ihr Mich euren VATER genannt und Mir eure Liebe bezeugt habt, in Mir ein Herz findet, das hart und gleichgültig genug ist, euch verderben zu lassen? Nein, nein! Glaubt das nicht! Ich bin der beste VATER! Ich kenne das Unvermögen Meiner Geschöpfe. Kommt, kommt zu Mir mit Vertrauen und Liebe! Und Ich werde euch verzeihen aufgrund von eurem Bereuen. Selbst wenn eure Sünden abstossend wären wie Schlamm, euer Vertrauen und eure Liebe werden sie Mich vergessen lassen, so gründlich, dass ihr nicht gerichtet werdet. Und dabei bin Ich gerecht, es ist wahr; doch die Liebe bezahlt alles!
Hört, Meine Kinder, stellt euch folgendes vor, und ihr werdet daraus die Versicherung Meiner Liebe erkennen: Für Mich sind eure Sünden dem Eisen vergleichbar; eure Liebe hingegen ist für Mich wie Gold. Wenn ihr Mir tausend Kilo Eisen abliefert, dann ist das nicht so viel, wie wenn ihr Mir zehn Kilo Gold schenkt. Das bedeutet, dass ein wenig Liebe unzählige Sünden tilgt.
Dies ist ein sehr unzulängliches Bild Meines Gerichtes über Meine Kinder, die Menschen, über alle, ohne Ausnahme. Mann muss daher bis zu Mir kommen.
Ich bin euch so nahe! Ihr müsst Mich nur lieben und Mich ehren, damit ihr überhaupt nicht gerichtet werdet, oder höchstens mit unendlich barmherziger Liebe!
Zweifelt nicht daran! Wenn Mein Herz nicht so beschaffen wäre, so hätte Ich die Welt schon so viele Male vernichtet, wie gesündigt wurde; hingegen erweist sich Mein Schutz in jedem Augenblick durch Gnaden und Wohltaten, dafür seid ihr Zeugen.
Daraus könnt ihr schliessen, dass es einen VATER über allen Vätern gibt, der euch liebt, und der nie aufhören wird, euch zu lieben, vorausgesetzt, dass ihr es wollt.
Ich komme zu euch auf zwei Wegen: dem Weg des Kreuzes und dem Weg der Eucharistie.
Das Kreuz ist Mein Weg, um zu Meinen Kindern hinabzusteigen, denn durch dieses Kreuz habe Ich euch losgekauft durch Meinen Sohn. Für euch ist das Kreuz euer Weg, um zu Meinem Sohn emporzusteigen, und durch Meinen Sohn zu Mir. Ohne das Kreuz könnt ihr nie zu mir kommen, denn durch die Sünde hat der Mensch die Strafe der Trennung von Gott auf sich gezogen.
In der Eucharistie wohne Ich unter euch wie ein Vater in seiner Familie. Ich wollte, dass Mein Sohn die Eucharistie einsetze, um jeden Tabernakel zum Gefäss Meiner Gnaden, Meiner Schätze und Meiner Liebe zu machen, um sie an die Menschen, Meine Kinder, auszuteilen.
Auch lasse Ich auf diesen beiden Wegen unaufhörlich Meine Macht und Meine unendliche Barmherzigkeit herabsteigen.
Jetzt, da Ich euch gezeigt habe, dass Mein Sohn Jesus Mich bei den Menschen vergegenwärtigt, und dass Ich, durch Ihn, unaufhörlich bei ihnen wohne, möchte Ich euch ebenfalls zeigen, dass Ich durch Meinen Heiligen Geist zu euch komme.
Das Wirken dieser Dritten Person Meiner Gottheit geschieht ohne Lärm und der Mensch nimmt es oft gar nicht wahr. Für Mich aber ist dies eine sehr geeignete, wirkungsvolle Art und Weise, nicht nur im Tabernakel zu wohnen, sondern auch in den Seelen aller, die im Stand der Gnade sind, um dort Meinen Thron zu gründen, zu wahren und immer dort zu wohnen als der wahre VATER, der Sein Kind liebt, es schützt und ihm beisteht. Niemand kann die Freude begreifen, die Ich verkoste, wenn Ich allein mit einer Seele zusammenbin. Noch niemand bis jetzt hat das unendliche Verlangens Meines Herzens als VATER verstanden, von allen Menschen, den Gerechten wie den Sündern, erkannt, geliebt und verehrt zu werden. Deswegen sind es diese drei Formen der Huldigung, die Ich vom Menschen empfangen möchte, um selbst gegenüber den grössten Sündern barmherzig und gut zu sein.
Was habe Ich nicht alles für Mein Volk getan, angefangen bei Adam bis zu Joseph, dem Nährvater Jesu, und seit Joseph bis zu diesem Tag, damit Mit der Mensch die besondere Form der Verehrung erweisen kann, die Mir als VATER, Schöpfer und Erlöser zukommt. Dennoch wurde Mir diese besondere Huldigung, nach der Ich Mich so gesehnt habe, und nach der Ich Mich immer noch sehne, bis heute nicht zuteil!
Im Buch Exodus ist zu lesen, dass man Gott auf besondere Weise verehren soll. Vor allem die Psalmen Davids bestätigen die gleiche Weisung. In den Geboten, die Ich Selbst dem Mose gegeben habe, setzte Ich an die erste Stelle: 'Den einen Gott wirst du anbeten und uneingeschränkt lieben'. Nun, jemanden lieben und ihn ehren, das gehört beides zusammen. Da Ich euch mit so grossen Wohltaten überschüttet habe, sollte Ich auch von euch auf ganz besondere Weise gehrt werden!
Indem Ich euch das Leben gab, wollte Ich euch nach Meinem Bild schaffen. Euer Herz ist daher so empfindsam wie das Meine, das Meine wie das eure!
Was würdet ihr nicht alles tun, wenn einer eurer Nahestehenden euch irgend einen kleinen Dienst erwiesen hätte, um euch eine Freude zu machen? Der kälteste Mensch würde dieser Person unvergessliche Anerkennung bewahren. Für gewöhnlich möchte jeder sogar herausfinden, womit er den anderen am meisten erfreuen könnte, als Gegenleistung für den erwiesenen Dienst. Nun denn Ich erst: Ich werde Mich euch gegenüber äusserst erkenntlich zeigen, indem Ich euch des ewigen Lebens versichere, Mich so zu ehren, wie Ich es von euch wünsche.
Ich anerkenne, dass ihr Mich durch Meinen Sohn verehrt. Und es gibt auch solche, die es verstehen, alles durch Meinen Sohn bis zu Mir emporsteigen zu lassen; aber ihre Zahl ist recht klein! Meint jedoch nicht, ihr würdet Mich nicht verehren, indem ihr Meinen Sohn verehrt. Ja gewiss verehrt ihr Mich, denn Ich bin in meinem Sohn! Folglich ehrt auch Mich alles, was zu Seiner Ehre geschieht!
Doch Ich sehne Mich danach, dass der Mensch seinem Vater und seinem Schöpfer durch eine besondere Form der Verehrung huldigt.
Je mehr ihr Mich verehren werdet, desto mehr werdet ihr auch Meinen Sohn verehren, denn gemäss Meinem Willen ist in Ihm das Wort Fleisch geworden, und Er ist in eure Mitte gekommen, um auch Den erkennen zu lassen, Der Ihn gesandt hat. Wenn ihr Mich erkennt, werdet ihr Mich lieben, und ihr werdet Meinen Vielgeliebten Sohn lieben, mehr, als ihr es bis anhin getan habt. Seht, wieviele Meiner Geschöpfe, die durch das Geheimnis der Erlösung Meine Kinder wurden, sind noch nicht auf den Weiden, die Ich durch Meinen Sohn für alle Menschen bereitet habe. Seht wieviele andere - und ihr kennt einige davon - wenden sich ab von diesen Weideplätzen; und soviele Geschöpfe, die aus Meiner Hand hervorgegangen sind - Ich weiss um ihre Existenz, auch wenn ihr nicht darum wisst - kennen nicht einmal die Hand, die sie erschaffen hat.
Oh! Wie wünschte Ich, Mich zu erkennen zu geben als der allmächtige VATER, der Ich für euch bin, und der Ich durch Meine Wohltaten auch für jene sein werde! Ich möchte sie durch Mein Gesetz ein viel freundlicheres Leben verbringen lassen.
Ich wünschte, ihr würdet in Meinem Namen zu ihnen gehen und ihnen von Mir sprechen. Ja, sagt ihnen, dass sie einen VATER haben, der, nachdem Er sie erschaffen hat, ihnen Seine Schätze geben will. Vor allem sagt ihnen, dass Ich an sie denke, dass Ich sie liebe, und dass Ich sie mit der ewigen Glückseligkeit beschenken will. Ja, das verspreche Ich euch: die Menschen werden sich viel schneller bekehren!
Glaubt mir, wenn ihr schon in der Frühkirche begonnen hättet, Mich zu verehren und Mir auf eine besondere Weise zu huldigen, dann wären jetzt, nach zwanzig Jahrhunderten, wohl nur wenige Menschen im Götzendienst, im Heidentum und in den vielen falschen und schädlichen Sekten verstrickt geblieben, in die der Mensch sich mit geschlossenen Augen verrennt und so in den Abgrund des ewigen Feuers stürzt. Seht an, wieviel noch zu tun bleibt!
Meine Stunde ist gekommen! Es ist notwenig, dass Ich von den Menschen erkannt, geliebt und verehrt werde, damit Ich, der Ich sie erschaffen habe, ihr VATER sein kann, darauf ihr Erlöser und schliesslich der Grund ihrer ewigen Glückseligkeit!
Bis hierher habe Ich zu euch über Dinge gesprochen, die ihr schon wusstet. Ich wollte sie euch ins Gedächtnis zurückrufen, damit ihr immer tiefer überzeugt seid, dass Ich ein überaus gütiger VATER bin und nicht erschreckend, wie ihr meint; und dass Ich überdies der VATER aller gegenwärtig lebenden Menschen bin wie auch jener, die Ich bis zum Ende der Welt noch erschaffen werde.
Versteht auch, dass Ich erkannt, geliebt und insbesondere geehrt werden will. Alle sollen Meine unendliche Güte gegenüber allen, doch namentlich gegenüber den Sündern, den Kranken, den Sterbenden und allen Leidenden erkennen. Sie sollen erfahren, dass Ich nur ein einziges Verlangen habe:sie alle zu lieben, ihnen Meine Gnaden zu schenken, ihnen zu verzeihen, wenn sie bereuen und vor allem nicht nach Meiner Gerechtigkeit, sondern nach Meiner Barmherzigkeit über sie zu richten, damit alle gerettet und Meinen Erwählten zugezählt werden.
Zum Schluss dieser kleinen Darlegung mache Ich euch ein Versprechen auf ewig:
Ruft Mich an beim Namen 'VATER', mit Vertrauen und Liebe, so werdet ihr alles von diesem VATER erhalten, mit Liebe und Barmherzigkeit.
Mein Sohn, dein Pater Spiritual, möge sich zu Meiner Ehre einsetzen und Satz für Satz das überarbeiten, was Ich dich schreiben liess; und auch das, was Ich dich noch aufschreiben lassen werde, damit die Menschen es leicht und angenehm finden, die Ausführung dessen zu lesen, was Ich wünsche, dass sie wissen, ohne dass jedoch etwas hinzugefügt wird.
Jeden Tag werde Ich ein wenig zu dir sprechen von Meinen Wünschen an die Menschen, von Meinen Freuden und Meinen Sorgen, und vor allem werde Ich den Menschen Meine unendliche Güte und die Zärtlichkeit Meiner mitfühlenden, erbarmenden Liebe zeigen.
Ich wünsche auch, dass deine Vorgesetzten dir erlauben, deine freien Augenblicke in Unterhaltung mit Mir zu verbringen, und dass du Mich täglich eine halbe Stunde trösten und lieben kannst. So wird du erlangen, dass die Herzen der Menschen, Meiner Kinder, wohl vorbereitet werden für die Ausbreitung jener Form von Verehrung, deren Besonderheit Ich euch soeben offenbart habe, damit ihr zu einem grossen Vertrauen in diesen VATER gelangt, Der von Seinen Kindern geliebt werden möchte.
Damit dieses Werk, das Ich unter den Menschen vollbringen möchte, sich so schnell wie möglich im Herzen aller Nationen ausbreiten kann, jedoch ohne, dass die künftig damit Betrauten die mindeste Unklugheit begehen, bitte Ich dich, deine Tage in grosser Sammlung zu verbringen. Du wirst glücklich sein, mit den Geschöpfen wenig zu sprechen; in der Verborgenheit deines Herzens wirst du mit mir sprechen und Mir lauschen, auch wenn du mitten unter ihnen bist.
Hierzu ist übrigens noch etwas, was Ich von dir wünsche: wenn Ich manchmal für dich zu dir sprechen werde, wirst du das von Mir Anvertraute in ein kleines, besonderes Heft schreiben. Aber hier kommt es Mir darauf an, zu den Menschen zu sprechen: Ich lebe mit den Menschen in grösserer Trautheit als eine Muter mit ihren Kindern.
Seit der Erschaffung des Menschen habe Ich keinen einzigen Augenblick aufgehört, ihm nahe zu sein; als Schöpfer und VATER ist es Mir ein Bedürfnis, ihn zu lieben. Es ist nicht so, dass Ich ihn brauche, vielmehr lässt Mich Meine Liebe als VATER und Schöpfer dieses Bedürfnis spüren, den Menschen zu lieben. Daher bin Ich dem Menschen nahe, Ich folge ihm überallhin, Ich helfe ihm bei allem, Ich bin ihm Alles.
Ich kenne seine Bedürfnisse, seine Leiden, alle seine Wünsche, und Meine grösste Freude ist es, ihm beizustehen und ihn zu retten. Die Menschen glauben, Ich sei ein schrecklicher Gott und Ich wolle die ganze Menschheit in die Hölle stürzen. Welche Überraschung am Ende der Zeiten, wenn sie so viele verloren geglaubte Seelen sehen werden, die sich inmitten der Erwählten der ewigen Seligkeit erfreuen.
Ich wünschte, alle Meine Geschöpfe wären davon überzeugt, dass es einen VATER gibt, der über ihnen wacht und der ihnen selbst von hier unten an schon einen Vorgeschmack der ewigen Seligkeit schenken möchte.
Eine Mutter wird nie das kleine Geschöpf vergessen, das sie zur Welt gebracht hat. Ist es nicht noch schöner, dass ich Mich Meinerseits aller Meiner Geschöpfe erinnere, die Ich auf die Welt gestellt habe?
Wenn nun eine Mutter das kleine Wesen liebt, das Ich ihr geschenkt habe, so liebe Ich es noch mehr, da Ich es erschaffen habe. Wenn es wohl manchmal geschieht, dass eine Mutter ihr Kind etwa wegen eines Fehlers, mit dem es behaftet ist, weniger liebt, Ich würde es dagegen noch mehr lieben. Sollte sie es selbst vergessen oder nur selten an es denken, etwa in dem Alter, da es ihrer Sorge entwachsen ist, Ich werde es nie vergessen. Ich liebe es immer, auch wenn es sich nicht mehr an Mich, seinen VATER und seinen Schöpfer erinnerte; Ich erinnere Mich seiner und liebe es weiterhin.
Ich habe euch schon gesagt, dass Ich euch bereits hier unten die ewige Seligkeit schenken möchte, aber ihr habt dieses Wort nicht in seiner vollen Bedeutung verstanden: Wenn ihr Mich liebt, und wenn ihr Mich vertrauensselig mit diesem liebevollen Namen VATER anruft, dann beginnen für euch ab hier und jetzt schon die Liebe und das Vertrauen, die euer Glück in der Ewigkeit ausmachen werden, welches ihr im Himmel in der Gemeinschaft der Erwählten besingen werdet. Ist dies nicht eine Vorwegnahme der Glückseligkeit des Himmels, die ewig dauern wird?
Ich wünsche daher, das der Mensch sich oft daran erinnert, dass Ich dort bin, wo er ist. Dass er nicht leben könnte, wenn Ich nicht bei ihm wäre, lebendig wie er. Trotz seines Unglaubens höre Ich niemals auf, bei ihm zu sein.
Oh! Wie sehne Ich Mich danach, dass folgender Plan verwirklicht werde, den Ich euch jetzt mitteile; bis jetzt hat der Mensch kaum daran gedacht, Gott seinem VATER diese Freude zu machen, von der Ich zu euch sprechen will:
Ich wünsche, dass sich ein grosses Vertrauen zwischen dem Menschen und seinem VATER im Himmel festig, ein wahrer Geist der Vertraulichkeit und gleichzeitig des Zartempfindens, damit Meine grosse Güte nicht missbraucht wird.
Ich kenne eure Bedürfnisse, eure Wünsche und alles, was in euch ist. Doch wie glücklich und dankbar wäre Ich, wenn ihr zu Mir kämet, um Mir eure Nöte anzuvertrauen, wie ein Kind es vertrauensvoll mit seinem Vater macht? Wie könnte Ich euch etwas verweigern, sei es von geringer oder von grosser Wichtigkeit, wenn ihr Mich darum bittet?Wohl seht ihr Mich nicht; doch spürt ihr nicht, wie Ich euch ganz nah bin den Ereignissen, die in euch und um euch geschehen? Wie verdienstvoll wird es eines Tages für euch sein, an Mich geglaubt zu haben, ohne mich gesehen zu haben!
Selbst jetzt, da Ich in Person hier mitten unter euch allen bin, da Ich mit euch rede, euch ohne Unterlass auf jede Art und Weise wiederhole, dass Ich euch leibe, und dass Ich erkannt, geliebt und geehrte sein möchte durch eine besondere Weise der Huldigung, einzige Person, jene, der Ich diese Botschaft diktiere! Eine einzige inmitten der Menschheit! Und doch spreche Ich zu euch, und in jener, die Ich sehe und zu der Ich spreche, sehe Ich euch alle und spreche Ich zu euch allen und zu jedem einzelnen, und Ich liebe euch, wie wenn ihr Mich sehen würdet.
Ich wünsche also, dass die Menschen Mich erkennen und spüren könnten, dass Ich jedem von ihnen nahe bin! Erinnert euch, ihr Menschen, dass Ich die Hoffnung der Menschheit sein möchte. Bin Ich das etwa nicht schon? Wäre Ich nicht die Hoffnung des Menschen, so wäre er verloren! Aber es ist notwendig, dass Ich als solche erkannt werde, damit der Friede, das Vertrauen und die Liebe in das Herz der Menschen einziehen und sie dahin kommen, Verbindung mit ihrem VATER des Himmels und der Erde aufzunehmen.
Glaubt nicht, Ich sei der schreckliche alte Mann, den die Menschen auf ihren Bildern und in ihren Büchern darstellen! Nein, nein, Ich bin weder jünger noch älter als Mein Sohn und als Mein Heiliger Geist.
Darum wünsche Ich, dass alle, vom Kind bis zum betagten Menschen, Mich mit dem vertrauten immer bei euch bin; und dass sie Mich 'Bruder' nennen, weil Ich Mich euch ähnlich mache, um euch Mir ähnlich werden zu lassen.
Wie gross wäre Meine Freude, wenn Eltern ihre Kinder anhalten würden, Mich oft mit dem Namen 'VATER' anzurufen, wie Ich es ja in Wirklichkeit bin! Was sehnte Ich Mich doch danach, dass in diese jungen Seelen ein Vertrauen, eine ganz kindliche Liebe zu Mir eingepflanzt würde! Ich habe alles für euch getan. Wollt ihr nicht das für Mich tun?
Ich möchte Mich in jeder Familie einrichten, wie im eigenen Daheim, so dass alle in aller Sorglosigkeit sagen könnten: 'Wir haben einen VATER, der unendlich gut, unbeschreiblich reich und barmherzig ohnegleichen ist. Er denkt an uns, Er ist uns nahe, Er liebt uns, Er schaut auf uns, Er Selbst hilft uns, Er wird uns alles geben, was uns fehlt, wenn wir Ihn darum bitten. All Sein Reichtum gehört uns, wie werden alles haben, was wir brauchen.' - Ich bin eigens dort, damit ihr Mich um das bitten könnt, was ihr braucht: 'Bittet, und ihr werdet empfangen'. In meiner väterlichen Güte werde Ich euch alles geben, sofern alle Mich als wahren VATER zu schätzen wissen, der inmitten der Seinen lebt, wie Ich es in Wahrheit tue.
Ich wünsche zudem, dass jede Familie, allen sichtbar, das Bild anbringen wird, das Ich später Meinem 'Töchterchen' zeigen werde. Ich wünsche, dass jede Familie dadurch imstande ist, sich unter Meinen ganz besonderen Schutz zu stellen, um Mich leichter ehren zu können. Dort soll die Familie Mich jeden Tag teilnehmen lassen an ihren Bedürfnissen, ihren Arbeiten, ihren Nöten, ihren Leiden, ihren Wünschen und auch an ihren Freuden, denn ein VATER muss alles wissen, was Seine Kinder bewegt. Natürlich weiss Ich es, Ich bin ja gegenwärtig, aber ich liebe die Einfachheit gar sehr.
Ich weiss Mich euren Verhältnissen anzupassen. Ich mache Mich klein mit den Kleinen, mit den Menschen mittleren Alters bin Ich einer von ihnen, mit den betagten Menschen mache Ich Mich ihnen ähnlich, damit alle begreifen, was Ich ihnen zu ihrer Heiligung und zu Meiner Verherrlichung sagen will.
Habt ihr nicht den Beweis für das, was Ich euch soeben gesagt habe, in Meinem Sohn, der Sich klein und schwach gemacht hat wie ihr es seid? Habt ihr ihn nicht auch jetzt, indem ihr Mich hier zu euch sprechen seht? Und habe ich Mir nicht ein armes Geschöpf gleich euch ausgesucht, um zu euch zu sprechen, damit ihr verstehen könnt, was Ich euch sagen möchte? Mache Ich mich heute nicht euch ähnlich?
Seht, Ich habe Meine Krone zu Meinen Füssen niedergelegt und die Welt an Mein Herz genommen, Ich liess Meine Glorie im Himmel, und Ich bin hierher gekommen, allen Alles zu sein, arm mit den Armen und reich mit den Reichen. Ich möchte die Jugend beschützen wie ein zärtlicher Vater. Es gibt so viel Böses in der Welt! Diese armen, unerfahrenen Seelen lassen sich verführen von den Verlockungen der Laster, die sie nach und nach völlig zugrunde richten.
Oh ihr, die ihr ganz besonders jemanden braucht, der euch im Leben bewahrt, damit ihr das Böse meiden könnt, kommt zu Mir! Ich bin euer VATER, der euch mehr liebt, als euch je ein Geschöpf lieben wird! Flüchtet euch ganz nahre zu Mir, vertraut Mir eure Gedanken und eure Wünsche an. Ich selbst werde euch zärtlich lieben. Ich werde euch Gnaden schenken für die Gegenwart, und Ich werde eure Zukunft segnen. Seid gewiss, dass Ich euch nicht vergesse, nach 15 oder 20 oder 25 oder 30 Jahren seit Ich euch geschaffen habe. Kommt! Ich sehe, dass ihr gar sehr einen liebevollen und unendlich gütigen VATER nötig habt, so wie Ich es bin.
Ohne Mich bei vielem anderem aufzuhalten, das zu sagen hier sehr angebracht wäre, worüber Ich jedoch später werde reden können, möchte Ich nun ganz besonders zu den Seelen jener sprechen, die Ich Mir erwählt habe, die Priester und Ordensleute: zu euren teuren Kindern Meiner Liebe. Ich habe Grosses mit euch vor!
Vor allen anderen wende Ich Mich an dich, Meinen vielgeliebten Sohn, an dich, Meinen Stellvertreter, um in deine Hände dieses Werk zu legen, welches das erste von allen sein sollte und das, wegen der Angst, die der Teufel dem Menschen eingeflösst hat, erst in der jetzigen Zeit vollbracht werden wird.
Ach, Ich wünschte, du würdest das Ausmass dieses Werkes begreifen, seine Grösse, seine Weite, seine Tiefe, seine Erhabenheit. Würdest du doch die unermesslichen Wünsche erfassen, die Ich für die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft habe!
Wenn du wüsstest, wie sehr Ich danach verlange, durch eine besondere Feier von den Menschen erkannt, geliebt und verehrt zu werden! Dieses Verlangen trage Ich in Mir seit aller Ewigkeit und seit der Erschaffung des ersten Menschen. Dieses Verlangen habe Ich verschiedene Male den Menschen gegenüber zum Ausdruck gebracht, vor allem im Alten Testament. Aber der Mensch hat es nie verstanden. Gegenwärtig lässt Mich dieses Verlangen alles vergessen, was vergangen ist, wenn es doch nur jetzt in Meinen Geschöpfen auf der ganzen Welt verwirklicht würde.
Ich lasse Mich zu dem armseligsten Meiner Geschöpfe herab, um mit ihr in ihrer Unwissenheit und durch sie mit den Menschen sprechen zu können, ohne dass sich jene der Grösse des Werkes bewusst würde, das Ich unter ihnen vollbringen möchte.
Ich kann mit ihr nicht über Theologie reden, das ginge sicher fehl, sie würde nichts verstehen. Ich lasse dies zu, denn so kann Ich Mein Werk durch Einfachheit und Unschuld verwirklichen. Jetzt aber liegt es an dir, dieses Werk zu untersuchen und es so schnell wie möglich zur Ausführung zu bringen.
Um durch eine eigene Feier erkannt, geliebt und verehrt zu werden, verlange Ich nichts Aussergewöhnliches. Was ich wünsche ist nur dies:
1. Ein Tag oder wenigstens ein Sonntag sei Meiner ganz ausdrücklichen Verehrung unter dem Namen: Vater der ganzen Menschheit geweiht.
Für dieses Fest wünsche Ich eigene Texte für die Heilige Messe und das Offizium. Es ist nicht schwer, die Texte dazu in der Heiligen Schrift zu finden.
Wenn ihr es vorzieht, dieses besondere Fest für Mich an einem Sonntag zu feiern, dann wähle Ich den ersten Sonntag im August; wenn ihr einen Wochentag nehmt, dann bevorzuge Ich, dass es immer der siebte dieses gleichen Monats sei.
2. Der ganze Klerus möge sich verpflichten, diese Form der Verehrung zu entfalten, und sich vor allem so einsetzen, dass die Menschen Mich kennenlernen können, wie Ich bin und wie Ich immer in ihrer Mitte sein werde, das heisst, als den zärtlichsten und liebevollsten VATER über alle Väter.
3. Ich wünsche, dass er Mir Eintritt verschafft in den Hospitälern, ja selbst in den Werkstätten und Fabriken, in den Kasernen und in den Sitzungssälen der Staatsminister, schliesslich überall, wo meine Geschöpfe sich befinden, und lebte dort auch nur ein einziger Mensch!
Das sichtbare Zeichen Meiner unsichtbaren Gegenwart soll ein Bild sein, das darauf hinweist, dass Ich dort wirklich gegenwärtig bin. So werden alle Menschen all ihre Tätigkeiten unter dem Blick ihres VATERS verrichten, und Ich Selbst werde Meine Augen auf Meinen Geschöpfen ruhen lassen, die Ich an Kindesstatt angenommen habe, nachdem Ich sie erschaffen hatte. So werden alle Meine Kinder gleichsam unter dem Blick ihres zärtlichen VATERS leben.
Zweifellos bin Ich auch jetzt überall gegenwärtig, aber ich wünschte, auf eine für die Sinne wahrnehmbare Weise dargestellt zu sein.
4. Während des Jahres sollen der Klerus und die Gläubigen gewisse Andachtsformen zu Meiner Verehrung über, ohne dabei ihre gewöhnlichen Beschäftigungen zu beeinträchtigen.
meine Priester sollen furchtlos überallhin und in alle Nationen gehen und die Fackel Meiner Väterlichen Liebe zu den Menschen tragen. So werden die Seelen erleuchtet und gewonnen, nicht nur unter den Ungläubigen, sondern auch in allen Gruppierungen, die nicht zur wahren Kirche gehören.
Ja, auch diese Menschen, die Meine Kinder sind, sollen diese Fackel vor sich leuchten sehen. Sie sollen die Wahrheit erkennen, auf dass sie sie umfangen und alle christlichen Tugenden üben.
5. Ganz besonders wünschte Ich, in den Seminarien, den Noviziaten, in den Schulen und Heimen verehrt zu werden. Alle, von den Kleinsten bis zu den Grössten, sollen Mich erkennen können und Mich lieben als ihren VATER, ihren Schöpfer und ihren Erlöser.
6. Die Priester sollen sich dafür einsetzen, in der Heiligen Schrift nachzuforschen, was Ich schon früher gesagt habe und was bis jetzt unbeachtet geblieben ist bezüglich der Form der Verehrung, die Ich von den Menschen empfangen möchte. Sie sollen auch bemüht sein, dass Meine Wünsche und mein Wille allen Gläubigen und allen Menschen bekannt werden, indem sie je nachdem aufführen, was Ich den Menschen im allgemeinen und den Ordensleuten im besonderen sagen werde. Sie sind die Seelen, die Ich Mir erwählt habe, um Mir grosse Verehrung zu erweisen, mehr als die Menschen in der Welt.
Sicher wird es Zeit brauchen, bis diese Wünsche, die Ich für die Menschheit gefasst und die bekannt gemacht habe, umfänglich verwirklicht werden können. Eines Tages jedoch, mit Hilfe der Gebete und Opfer grossherziger Seelen, die sich für dieses Werk Meiner Liebe hingeben, ja, eines Tages wird Mein Anliegen zu Meiner Zufriedenheit erfüllt sein. Ich werde dich segnen, Mein geliebter Sohn, und Ich werde dir das Hundertfache geben von allem, was du für Meine Verherrlichung tust.
Auch an dich, Mein Sohn Alexander, möchte Ich ein Wort richten, damit Meine Wünsche in der Welt verwirklicht werden.
Du sollst zusammen mit dem Pater Spiritual des 'Kleinen Pflänzchens' Meines Sohnes Jesus, Wegbereiter dieses Werkes der besonderen Verehrung sein, die ich von den Menschen erwarte. Euch, Meinen Söhnen, vertraue Ich dieses Werk und seine so wichtige Zukunft an.
Redet eindringlich und macht bekannt, was Ich sagen werde, damit Ich von allen Meinen Geschöpfen erkannt, geliebt und verehrt werde; dann werdet ihr getan haben, was Ich von euch erwarte: das heisst, Meinen Willen, und ihr werdet die Wünsche erfüllt haben, die Ich seit langem im Stillen bewahrt habe.
Für alles, was ihr zu Meiner Ehr tun werdet, werde Ich das Doppelte zu Eurem Heil und Eurer Heiligung tun. Schliesslich werdet ihr im Himmel, und nur im Himmel, den grossen Lohn erhalten, den Ich euch ganz besonders geben werde, sowie all jenen, die sich für diese Meine Absicht mühen werden.
Ich habe den Menschen für Mich erschaffen, und es ist wahrhaft recht, dass Ich dem Menschen Alles sei. Losgelöst von seinem VATER und Schöpfer wird der Mensch keine wahren Freuden geniessen, denn sein Herz ist nur auf Mich hin geschaffen.
Auch Meinerseits ist Meine Liebe zu Meinen Geschöpfen so gross, dass Ich keine Freude so verkoste, wie die, mitten unter den Menschen zu sein.
Meine Glorie im Himmel ist unendlich gross, aber Meine Glorie ist noch viel grösser, während Ich unter Meinen Kindern weile: den Menschen der ganzen Welt. Meine Geschöpfe, euer Himmel ist für euch im Paradies mit Meinen Erwählten; denn dort oben im Himmel ist es, dass ihr in Mich versenkt sein werdet in immerwährender Anschauung und euch einer ewigen Glorie erfreuen werdet. mein Himmel ist für Mich auf Erden bei euch allen, ihr Menschen! Ja, auf Eren und in euren Seelen ist es, dass Ich Meine Seligkeit und Freude suche. Ihr könnt Mir diese Freude schenken, und ihr seid das euren Schöpfer und VATER sogar schuldig, der sich danach sehnt und es von euch erwartet.
Meine Freude darüber, mitten unter euch zu sein, ist nicht kleiner als jene, die Ich empfand, als Ich mit Meinem Sohn Jesus uf Seinem irdischen Weg war; Mein Sohn, das war Ich, Der Ihn gesandt hat. Er wurde empfangen durch den Heiligen Geist, Der auch Ich bin. In einem Wort: immer war Ich es.
Meine Geschöpfe, indem Ich euch liebe wie Meinen Sohn - und Wir beide sind EINS - sage Ich zu euch wie zu Ihm: Ihr seid Meine vielgeliebten Kinder, an denen Ich Mein Wohlgefallen habe: darum freue Ich Mich, mit euch zusammen zu sein und möchte bei euch bleiben. Meine Gegenwart unter euch ist wie die Sonne auf dem Erdreich. Wenn ihr wohl geneigt seid, Mich aufzunehmen, werde Ich euch ganz nahe kommen, Ich werde in euch Wohnung nehmen, Ich werde euch erleuchten, Ich werde euch mit Meiner unendlichen Liebe erwärmen.
Was euch betrifft, ihr Seelen im Zustand der Sünde, oder euch, die ihr in Unkenntnis seid über die Wahrheit der Religion, bei euch werde Ich nicht einziehen können. Aber Ich werde euch dennoch nahe sein, da Ich niemals aufhöre, euch zu rufen, euch einzuladen, die Schätze zu ersehenen, die Ich euch bringe, damit ihr das Licht seht und von der Sünde geheilt werdet.
Bald betrachte Ich euch mit Mitleid wegen dem unglücklichen Zustand, in dem ihr euch befindet; bald mit Liebe, um euch geneigt zu machen, den Lockungen der Gnade zu folgen. Ich verbringe manchmal Tage, sogar Jahre neben gewissen Seelen, um sie der ewigen Glückseligkeit vergewissern zu können. Sie verstehen nicht, dass Ich es bin, der auf sie wartet, der sie in jedem Augenblick des Tages anruft. Währenddessen werde Ich überhaupt nicht müde und finde trotzdem Meine Freude daran, euch nahe zu bleiben, immer in der Hoffnung, dass ihr eines Tages zu eurem VATER zurückkehrt und Mir wenigstens einige Beweise der Liebe erzeigt bevor ihr sterbt.
Da ist zum Beispiel ein Mensch, der nun bald sterben wird: diese Seele ist für Mich immer wie der 'verlorene Sohn' gewesen.
Ich habe diese Seele mit Gütern überhäuft, aber sie ging und verschleuderte diese Güter, diese unverdienten Geschenke ihres liebevollsten VATERS und zudem beleidigte sie Mich schwer. Ich wartete auf sie; Ich folgte ihr überall hin, Ich gab ihr neue Gunstbezeigungen, solche wie gute Gesundheit und das Vermögen, das Ich sie durch ihre Arbeit erwerben liess, so dass sie im Überfluss hatte. Viele Male umsorgte Meine Vorsehung sie von neuem. Sie lebte zwar im Überfluss, aber sie beachtet nichts als den traurigen Glimmer ihrer Laster , und ihr ganzes Leben wurde ein Gewebe von Verirrungen durch die gewohnheitsmässige Todsünde. Aber Meine Liebe wird nie müde. Ich ging ihr dennoch nach; Ich liebte sie; und trotz der Ablehnung, die sie Mir entgegenhielt, war Ich damit zufrieden, geduldig neben ihr zu bleiben in der Hoffnung, dass sie vielleicht eines Tages auf Meine Liebe hören und zu Mir , ihrem VATER und ihrem Retter zurückkommen würde.
Schliesslich rückt ihr letzter Tag näher; Ich schicke ihr eine Krankheit, damit sie zu sich finden und zu Mir, ihrem VATER zurückkehren könne. Doch die Zeit geht vorbei, und nun ist Mein Kind, 74 Jahre alt, zu seiner letzten Stunde gekommen. Ich bin wieder gegenwärtig, wie immer. Ich spreche zu ihm mit noch grösserer Güte als bisher. Ich lasse ihm keine Ruhe; Ich rufe Meine Erwählten, für es zu beten, bis es die Verzeihung erbitte, die Ich ihm anbiete... In diesem Augenblick vor seinem letzten Atemzug öffnet es die Augen, erkennt sein Verirrungen und wie weit es sich vom wahren Weg, der zu Mir führt, verirrt hat. Es geht in sich, dann sagt es zu Mir mit einer Stimme, die so schwach ist, dass niemand in seiner Umgebung es verstehen kann:
"O mein Gott, jetzt sehe ich, wie gross Deine Liebe zu mir war, und wie ich Dich unablässig durch mein so schlechtes Leben beleidigt habe. Ich dachte nie an Dich, mein VATER und mein Retter. Nun siehst Du alles an; und für all dies Böse, das Du in mir siehst, und das ich in meiner Beschämung anerkenne, bitte ich Dich um Verzeihung. Und ich liebe Dich, o mein VATER und mein Retter!"
Im gleichen Augenblick starb dieser Mensch und ist somit da vor Meinem Angesicht. Ich richte ihn mit Meiner Liege als VATER, als den er Mich angerufen hat; und er ist gerettet. Er wird noch eine Zeitlang zur Sühne am Reinigungsort bleiben, danach wird er glücklich sein in alle Ewigkeit. Und nachdem Ich Mich während seines Lebens an der Hoffnung gefreut hatte, ihn nach seiner Reue zu retten, freue ich Mich nun noch mehr zusammen mit Meinem Himmlischen Hof, dass sich meine Sehnsucht erfüllt hat, und dass Ich in alle Ewigkeit Sein VATER bin.
Was die Seelen anbelangt, die in Gerechtigkeit und in der Heiligmachenden Gnade leben, finde Ich Meine Seligkeit darin, in ihnen Wohnung zu nehmen. Ich schenke mich ihnen. Ich vertraue ihnen den Gebrauch MEINER ALLMACHT an, und in MEINER LIEBE finden sie eine Vorwegnahme des Paradieses in Mir, ihrem VATER und ihrem Erlöser!"
Hier endet das erste Heft der Botschaft
ZWEITES HEFT
Es beginnt am 12. August 1932. Eines Tages riss es der Teufel an sich und zerschnitt die Titelseite mit einer Schere.
"Soeben habe ich eine Quelle Lebendigen Wassers offengelegt, die ab heute und bis ans Ende der Zeiten unerschöpflich sein wird. Zu euch, Meine Geschöpfe, komme Ich, um euch die innersten Tiefen Meiner leidenschaftlichen VATERLIEBE für euch, Meine Inder, entdecken zu lassen; Ich will, dass ihr Zeugen Meiner unendlichen und erbarmenden Liebe seid.
Es genügt Mir nicht, euch Meine Liebe gezeigt zu haben, Ich will euch dazu Mein Herz öffnen, aus dem eine erfrischende Quelle entspringen wird an der alle Menschen wieder neu aufleben werden. Dann werden sie die Freuden verkosten, die sie bisher nicht gekannt hatten, wegen der ungeheuren Last einer übersteigerten Angst vor Mir, ihrem zärtlichen VATER.
Seit Ich den Menschen einen Retter versprochen habe, liess Ich diese Quelle hervorsprudeln, und Ich liess sie durch das Herz Meines Sohnes strömen, damit sie bis zu euch gelangt. Doch Meine unermessliche Liebe zu euch, lässt Mich noch mehr tun, indem Ich Mein Innerstes eröffne, aus dem dieses Wasser des Heiles für Meine Kinder sprudelt, und Ich erlaube ihnen, umsonst all das zu schöpfen, was sie für Zeit und Ewigkeit brauchen.
Wollt ihr die Kraft dieser Quelle erleben, von der Ich euch spreche, dann lernt zuerst, Mich besser zu kennen und Mich zu lieben, so sehr, wie Ich es wünsche, das heisst, nicht nur als euren VATER, sondern als euren Freund und euren Vertrauten.
Warum staunt ihr über das, was Ich euch sage? Habe Ich euch denn nicht nach Meinem Bild erschaffen? Ich habe euch nach Meinem Bild erschaffen, damit ihr es nicht seltsam findet, wenn ihr mit eurem VATER, eurem Schöpfer, eurem Gott redet und mit Ihm vertrauten Umgang habt, weil ihr durch Meine barmherzige Güte die Kinder Meiner Väterlichen und Göttlichen Liebe geworden seid.
Denn Mein Sohn ist in Mir und Ich bin in Ihm, in Unserer gegenseitigen Liebe, dem Heiligen Geist, der uns verbindet durch dies Band der Liebe, das bewirkt, dass WIR DER EINE sind.
Er. Mein Sohn, ist das Gefäss dieser Quelle; daher können die Menschen aus Seinem Herzen schöpfen, das immer bis zum Überfliessen mit dem Wasser des Heiles gefüllt ist. Aber ihr müsst euch dieser Quelle vergewissern, die Mein Sohn euch erschliesst, damit ihr euch davon überzeugen könnt, wie erfrischend und angenehm sie ist! So kommt zu Mir durch Meinen Sohn, und wenn ihr bei Mir seid, dann vertraut Mir eure Wünsche an.Ich werde euch diese Quelle zeigen und Mich zu erkennen geben, wo wie Ich Bin. Wenn ihr Mich kennen werdet, wird euer Durst gestillt und ihr erfrischt sein! Eure Leiden werden geheilt sein; eure Ängste werden verschwunden sein; eure Freude wird gross sein und eure Liebe wird eine Ruhe finden, wie ihr sie bisher noch nie verkostet habt!
'Aber', so werdet ihr Mir sagen, 'wie können wir zu Dir kommen?' Kommt zu Mir auf dem Weg des Vertrauens, nennt Mich euren VATER, liebtMich im Geist und in der Wahrheit,und das wird genügen, dass dieses erfrischende und alles vermögende Wasser euren Durst stillen kann.
Doch wenn ihr wirklich wollt, dass es euch mit allem beschenke, was euch fehlt, um Mich zu erkennen und Mich zu lieben, und wenn ihr euch kalt und gleichgültig findet, dann ruft Mich nur mit dem liebevollen Namen 'VATER', und Ich werde zu euch kommen. Meine Quelle wird euch die Liebe schenken, das Vertrauen und alles, was euch fehlt, um immer von eurem VATER und Schöpfer geliebt zu sein.
Da Ich ja hauptsächlich danach verlange, Mich euch allen zu erkennen zu geben, damit ihr euch alle schon hier auf Erden Meiner Güte und Zärtlichkeit erfreuen könnt, sollt ihr Apostel sein bei jenen, die Mich noch nicht kennen, und Ich werde eure Arbeiten und Bemühungen segnen, indem Ich euch eine grosse Glorie bei Mir in der Ewigkeit bereite.
Ich bin der Ozean der Liebe.Meine Kinder, Hier ist ein weiterer Beweis Meiner Väterlichen Liebe, die Ich für euch alle hege, ohne Ausnahme, ganz gleich, welchem Alter, welchem Stand oder welcher Nation ihr angehört. Weder verschiedene gesellschaftliche noch religiöse Gruppierungen, weder Treue noch Untreue, weder Gläubige noch Gleichgültige schliesse Ich aus. In diese Liebe schliesse Ich alle vernunftbegabten Geschöpfe ein, die in ihrer Gesamtheit die Menschheit ausmachen.
Dies beweist es: Ich bin der Ozean der Liebe. Ich habe euch bekanntgemacht mit der Quelle, die Meinem Innersten entspringt, um euren Durst zu stillen; und nun, damit ihr kosten könnt, wie gütig Ich allen gegenüber bin, möchte Ich euch den Ozean Meiner allumfassenden Liebe zeigen, damit ihr alle euch mit geschlossenen Augen hineinstürzt; warum? Eingetaucht in diesen Ozean werden die Seelen, welche durch Laster und Sünden zu bitteren Tropfen geworden sind, das Übermass der Bitterkeit verlieren in diesem Bad der Liebe. Sie werden besser aus ihm emporsteigen, glücklich darüber, dass sie gelernt haben, gut und von Liebe erfüllt zu sein. Wenn ihr selbst, durch Unwissenheit oder durch Schwäche wieder zurückfallt in den Zustand eines bitteren Tropfens, dann bin Ich wieder ein Ozean der Liebe, bereit, diesen bitteren Tropfen aufzunehmen, um ihn zu verwandeln in Liebe und Güte und um euch heilig zu machen, wie Ich es bin, Ich, euer VATER. Wollt ihr, Meine Kinder, hier unten ein Leben in Frieden und Freude führen? Dann kommt und stürzt euch in diesen unermesslichen Ozean und bleibt darin wohnen für immer. Indem ihr fortzu euer Leben mit seiner Arbeit ganz und gar dazu nutzt, wird dasselbe Leben durch die Liebe geheiligt sein.
Was geschieht mit Meinen Kindern, die nicht in der Wahrheit sind? Ich will sie umso mehr einhüllen mit Meinen Väterlichsten Bevorzugungen, damit sie ihre Augen dem Licht öffnen, das in dieser Zeit sichtbarer denn je aufstrahlt.
Dies ist die Zeit der Gnade, vorhergesehen und erwartet von aller Ewigkeit her! Ich bin hier in Person, um mit euch zu reden; Ich komme als der zärtlichste und liebevollste VATER. Ich lasse Mich herab, Ich vergesse Mich, um euch zu Mir emporzuheben und euer Heil zu sichern.
Ihr alle, die ihr heute lebt und auch ihr, die ihr noch nicht geboren seid, die ihr aber noch leben werdet in allen Jahrhunderten bis zum Ende der Welt, denkt daran, dass ihr nicht allein lebt, sonder dass ein VATER über allen Vätern bei euch lebt, sogar in euch lebt; dass Er an euch denkt und euch einlädt, Anteil zu nehmen an den unfassbaren Vorzügen Seiner Liebe.
Nähert euch der Quelle, die immer aus Meinen Väterlichen Herztiefen entspringt. Kostet die Süsse dieses heilbringenden Wassers, und sobald ihr seine ganze köstliche Macht über eure Seelen erfahren und so alle eure Bedürfnisse befriedigt habe, kommt und stürzt euch in den Ozean Meiner Liebe, um nur noch in Mir zu leben und euch selbst zu sterben, um ewig in mir zu leben.
Schwester Eugenia vermerkte dazu:
'Unser Vater hat mir in einem vertraulichen Gespräch gesagt: Die Quelle steht als Symbol für Mein Erkanntwerden, und der Ozean steht für Meine Liebe und euer Vertrauen.
Wenn ihr an dieser Quelle trinken wollt, dann ergründet Mich, lernt, damit ihr Mich kennt, stürzt euch in den Ozean Meiner Liebe, indem ihr euch Mir anvertraut mit einem Vertrauen, das euch verwandelt und dem ich nicht widerstehen kann, sodass Ich euch eure Fehler verzeihen und euch mit den grössten Gnaden erfüllen werde.''
Weiterführung der Botschaft:
Ich bin mitten unter euch. Selig jene, die diese Wahrheit glauben und die diese Zeit nützen, von der die Heilige Schrift folgendermassen spricht:
'Es wird eine Zeit kommen, in der Gott von den Menschen so verehrt und geliebt wird, wie Er es wünscht.' Daraufhin stellt die Schrift die Frage 'Warum?' die sie so beantwortet: 'Er allein ist würdig, in Ewigkeit verehrt, geliebt und gepriesen zu werden!'
Mose hat von Mir Selbst als erstes der zehn Gebote diese Weisung erhalten, um sie den Menschen mitzuteilen: 'Liebe Gott und bete Ihn an!' Die Menschen, die schon gläubig sind, könnten Mir sagen: 'Wir lieben Dich, seitdem wir auf der Welt sind, oder seit unserer Bekehrung; denn wir sagen oft im Gebet des Herrn: "Vater unser im Himmel". Ja, Meine Kinder, es ist wahr, ihr liebt Mich und ihr ehrt Mich, wenn ihr den ersten Satz des Vaterunsers sprecht. Doch fahrt mit den anderen Bitten fort, und ihr werdet sehen:
"Dein Reich komme!" - Ist mein Reich gekommen? Ihr verehrt, das ist wahr, mit ganzem Eifer das Königtum Meines Sohnes Jesus, und in Ihm ehrt ihr Mich! Doch werde4t ihr eurem VATER diese grosse Ehre verweigern, Ihn 'König' zu nennen, oder wenigstens, Mich herrschen zu lassen, damit alle Menschen Mich kennenlernen und lieben könnten?
Ich wünsche, dass ihr dieses Fest des Königtums Meines Sohnes feiert als Wiedergutmachung der Beleidigungen, die Ihm zugefügt wurden vor Pilatus und auch seitens der Soldaten, die Seinen Heiligen und unschuldigen menschlichen Leib geisselten. Ich wünsche nicht, dass dieses Fest abgeschafft werde, sondern vielmehr, dass es mit Begeisterung und Eifer gefeiert werde; doch um diesen König wirklich kennenlernen zu können, muss man auch Sein Königreich kennenlernen!
Um nun in vollkommener Weise zu dieser doppelten Erkenntnis zu gelangen, muss man auch den VATER dieses Königs, den Schöpfer dieses Königreiches kennenlernen.
Wahrlich, Meine Kinder, die Kirche - jene Gemeinschaft, die Ich durch Meinen Sohn gründen liess - wird Mein Werk vervollständigen, indem sie die Verehrung Dessen veranlassen wird, der ihr Urheber ist: euer VATER und euer Schöpfer. Einige von euch, Meine Kinder, könnten Mir sagen: 'Die Kirche ist unaufhörlich gewachsen, die Christen sind die grösste Religionsgemeinschaft; dies ist doch Beweis genug, dass unsere Kirche vollständig ist!' Wisst, Meine Kinder, euer VATER hat immer über der Kirche gewacht, seit ihrem Ursprung; im Einvernehmen mit Meinem Sohn und dem Heiligen Geist wollte Ich sie unfehlbar durch Meinen Stellvertreter, den Heiligen Vater. Ist es derweil nicht wahr, dass die Christen, wenn sie Mich kennten, wie Ich wirklich bin, nämlich als den zärtlichen und barmherzigen, den gütigen und grossmütigen VATER, dann würden sie mit grösserer Vollkraft, unerschrocken, aufrichtig und ernsthaft diese Heilige Religion ausüben?
Ist es nicht wahr, Meine Kinder, wenn ihr wüsstet, dass ihr einen VATER habt, der an euch denkt und der euch mit unendlicher Liebe liebt, dann würdet ihr euch entsprechend mehr und mehr bemühen, eure christlichen Pflichten, sowie selbst die bürgerlichen, treuer zu erfüllen, um gerecht zu sein und Gott wie den Menschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen?
Ist es nicht wahr: wenn ihr diesen VATER kennen würdet, der euch alle ohne Unterschied liebt und der, ohne Unterschied, ein jedes bei dem schönen Namen 'Kind' ruft, dann würdet ihr Mich lieben wie zärtliche Kinder; und die Liebe, die ihr Mir schenkt, würde sie sich dann nicht durch Meinen Ansporn zu einer tatkräftigen Liebe entfalten, die sich auf die übrige Menschheit erstreckt, die diese Gemeinschaft der Christen noch nicht kennt, und noch weniger Den, der sie erschaffen hat und der ihr VATER ist?
Wenn jemand zu all diesen Seelen reden würde, die ihrem Aberglauben ausgeliefert sind; oder zu vielen anderen, die Gott anrufen, weil sie wissen, dass es Ihn gibt, ohne aber zu wissen, dass Ich ihnen nahe bin; wenn man ihnen sagte, dass ihr Schöpfer auch ihr VATER ist, der an sie denkt und Sich ihrer annimmt, der sie in so vielen Leiden und Verlassenheiten mit inniger Liebe umgibt: man würde die Bekehrung selbst der Hartnäckigsten erlangen, und diese zahlreichen Bekehrungen wären auch dauerhafter, das heisst echt.
Wenn gewisse Leute das Werk der Liebe, wofür ich mitten unter die Menschen komme, kritisch betrachten, werden sie Grund zur Beanstandung finden und sagen: 'Aber seitdem die Missionare in die fernen Länder gekommen sind, haben sie zu den Ungläubigen doch nur von Gott, von Seiner Güte, von Seiner Barmherzigkeit geredet; was sollen sie denn jetzt noch mehr sagen, was sie nicht schon immer gesagt hätten?`
Meine Missionare sprechen nach wie vor so weit und so tief von Gott, wie sie selbst Mich kennengelernt haben. Aber Ich versichere euch, ihr kennt Mich nicht so, wie Ich bin. Daher komme Ich, um Mich Selbst bekannt zu machen als VATER aller und als den zärtlichsten aller Väter, um die Liebe die ihr Mir entgegenbringt, die aber durch Angst verfälscht ist, zu vervollkommnen.
Ich komme, um Mich Meinen Geschöpfen ähnlich zu machen und dadurch die Vorstellung, die ihr von einem erschreckend gerechten Gott hat, zu berichtigen. Denn Ich sehe, wie die Menschen ihr Leben durchlaufen, ohne sich ihrem einen und einzigen VATER anzuvertrauen; Er möchte sie wissen lassen, dass es Seine einzige Sehnsucht ist, ihren Weg durch das Erdenleben zu erleichtern, um ihnen dann im Himmel ein vollendet Göttliches Leben zu schenken.
Darin habe Ich einen Beleg, dass die Seelen Mich nicht tiefer kennen, als ihr Mich nicht tiefer kennt, ohne das Mass der Vorstellung zu übersteigen, die ihr von Mir habt.
Doch jetzt, da Ich euch diese Erleuchtung schenke, bleibt in diesem Licht und trag das Licht zu allen; dies wird eine mächtige Hilfe sein, viele Bekehrungen zu erlangen und sogar, wenn möglich, die Pforten der Hölle zu verschliessen, denn Ich erneuere hier mein Versprechen, dessen Erfüllung niemals ausbleiben kann, und dies verspreche Ich:
ALLE, DIE MICH VON HERZEN
MIT DEM NAMEN 'VATER' ANRUFEN,
SEI ES AUCH NUR EIN EINZIGES MAL, WERDEN NICHT VERLOREN GEHEN;
SONDERN SIND DES EWIGEN LEBENS IN DER GEMEINSCHAFT DER ERWÄHLTEN SICHER.
Und ihr, die ihr zu Meiner Ehre arbeiten und euch darum bemühen werdet, dass Ich erkannt, verehrt und geliebt werde, Ich versichere euch, dass euer Lohn gross sein wird, denn Ich würdige alles, auch euren kleinsten Einsatz, und Ich vergelte es euch hundertfach in der Ewigkeit.
Wie Ich euch schon gesagt habe, soll man die Liturgie in der Heiligen Kirche abrunden, indem man auf ganz besondere Weise den Urheber dieser Gemeinschaft ehrt, den, der kam, um sie auch ins Leben zu rufen und Den, der ihre Seele ist, nämlich den einen Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiligen Geist. Solange diese drei Personen nicht ausgesprochen in einer je eigenen Liturgie verehrt werden, sowohl in der Kirche, als auch in der ganzen Menschheit, solange mangelt dieser Gemeinschaft etwas. Einigen Seelen erlaubte ich schon, diesen Mangel zu spüren, doch die meisten waren zu ängstlich und entsprachen Meinem Aufruf nicht. Andere hatten zwar den Mut, an rechter Stelle darüber zu reden, doch angesichts von Schmach und Misserfolgt gaben sie auf.
Jetzt ist Meine 'Stunde' gekommen. Ich komme Selbst, um den Menschen, Meinen Kindern, das zu erklären, was sie bis jetzt noch nicht vollkommen verstanden haben. Ich komme Selbst und bringe das brennende Feuer des Gesetzes der Liebe, damit Ich mit seiner Hilfe die gewaltige Eisschicht, die die Menschheit umschliesst, schmelzen und in ihrer Wirkung aufheben kann.
O geliebte Menschheit! O ihr Menschen, die ihr Meine Kinder seid; kommt heraus, durchbrecht die Fesseln, mit denen euch der Teufel bisher gebunden hielt durch die Angst vor einem VATER, der nichts als Liebe ist! Kommt, tretet frei herzu, ihr habt alle das Recht auf eine enge Verbindung mit eurem VATER; weitet euer Herz, bittet Meinen Sohn, damit Er euch Meine Wohltaten an euch immer besser begreifen lasse.
O ihr, die ihr Gefangene des Aberglaubens und teuflischer Gesetze seid, brecht aus aus dieser tyrannischen Sklaverei und kommt zur Wahrheit der Wahrheiten. Erkennt Den, der euch erschaffen hat und der euer VATER ist. Geht nicht hin und beansprucht, von euren Rechten Gebrauch zu machen, indem ihr jenen Anbetung und Verehrung zollt, die euch zu einem bisher unnützen Leben verführt haben, sondern kommt zu Mir. Ich erwarte euch alle, denn alle seid Ihr Meine Kinder.
Und ihr, die ihr im wahren Licht seid, sagt jenen, wie angenehm es ist, in der Wahrheit zu leben! Zudem sagt diesen Christen, diesen geliebten Geschöpfen, Meinen Kindern, wie wohltuend es ist, daran zu denken, dass es einen VATER gibt, der alles sieht, der alles weiss, der nur ungern und zögernd bestraft. Sagt ihnen schliesslich, dass Ich sie im Unbill des Lebens nicht im Stich lassen werde.
Ich werde sie nicht verlassen in Trauer und Kummer des Lebens, allein und ohne Verdienst; sie sollen zu Mir kommen: Ich werde ihnen helfen, Ich werde ihre Last erleichtern, Ich werde ihr so bitteres Leben versüssen und sie mit Meiner Väterlichen Liebe berauschen, um sie zu beglücken für Zeit und Ewigkeit.
Und ihr, Meine Kinder, die ihr den Glauben verloren habt, und in der Finsternis lebt, erhebt eure Augen, und ihr werdet ein strahlendes Licht sehen, das euch erleucht wird.
Ich bin die Sonne, die erleuchtet, die wärmt und die neu erwärmt, seht her und erinnert euch daran, dass Ich euer Schöpfer, euer VATER, euer alleiniger und einziger Gott bin. Weil Ich euch liebe, komme Ich, um Mich von euch lieben zu lassen, damit ihr alles gerettet werdet.
Ich wende Mich an alle Menschen der ganzen Welt und lasse den Aufruf Meiner Väterlichen Leibe widerhallen; diese unendliche Liebe, die Ich euch zu erkennen geben möchte, ist andauernde, bleibende Wirklichkeit.
Liebt, liebt, liebt immer, aber seht auch zu, dass dieser VATER geliebt werde, damit Ich von jetzt an allen den VATER mit der leidenschaftlichsten Liebe zu euch offenbaren kann.
Und ihr, Meine vielgeliebten Kinder, ihr Priester und Ordensleute, Ich betraue euch verbindlich damit, diese Väterliche Liebe, die Ich für die Menschen und besonders für euch hege, bekannt zu machen. Ihr seid zum Arbeiten angehalten, damit Mein Wille Sich in den Menschen und an euch verwirkliche. Nun liegt es in diesem Willen, dass Ich erkannt, verehrt und geliebt werde. Lasst Meine Liebe nicht lange warte, denn Ich dürste zu arg danach, geliebt zu werden.
Seht! Dies ist das unter allen bevorzugte Jahrhundert! Lasst auch diese Bevorzugung nicht entgehen; seid ehrfürchtig darauf bedacht, dass euch nicht wieder entzogen werde! Die Seelen brauchen gewisse Göttliche Berührungen, und die Zeit drängt. Fürchtet nicht, Ich bin euer VATER. Ich werde euch bei euren Bemühungen und euerer Arbeit helfen. Ich gebe euch immer Kraft, und Ich lasse euch schon hier auf Erden den Frieden und die Freude der Seele kosten, indem Ich euren Dienst und eure Werke der Hingabe fruchtbar mache: ein unschätzbares Geschenk, denn die Seele, die im Frieden und in der Freude lebt, erfreut sich eines Vorgeschmacks des Himmels, während sie den ewigen Lohn erwartet.
Meinen Vikar, den Pontifex Maximus, Meinen Stellvertreter auf Erden, habe Ich ausgestattet mit einem ganz besonderen Interesse am Apostolat der Missionen in den fernen Ländern, und vor allem mit sehr grossem Eifer, damit die Verehrung des Heiligsten Herzens Meines Sohnes Jesus weltweit werde. Jetzt vertraue Ich ihm das Werk an, das zu vollbringen der gleiche Jesus auf die Erde gekommen ist: Mich zu verherrlichen, indem Er Mich bekannt macht, wie Ich wirklich bin, wie Ich es nun allen Menschen, Meinen Geschöpfen und Meinen Kindern sage.
Wenn die Menschen verstünden, das Herz Jesu mit all Seinen Wünschen und Seiner Herrlichkeit zu durchdringen, die würden erkennen, dass es Seine brennendste Sehnsucht ist, den VATER zu verherrlichen, Den, der Ihn gesandt hat. Vor allem will Er Ihm nicht eine verminderte Verherrlichung überlassen, wie es bis jetzt gehandhabt worden ist, sondern die volle Verherrlichung, die dem Menschen möglich ist und die er Mir schuldet als seinem VATER und Schöpfer, mehr noch: als dem Urheber seiner Erlösung!
Was Ich von ihm verlange, das kann er Mir auch geben; sein Vertrauen, seine Liebe, seinen Dank.
Ich verlange nicht danach, erkannt, verehrt und geliebt zu werden, weil Ich auf Mein Geschöpf oder seine Anbetung angewiesen wäre,; es ist einzig, um es zu retten und um es an Meiner Glorie teilnehmen zu lassen, dass Ich Mich zu ihm herablasse. Auch nehmen Meine Güte und Meine Liebe wahr, dass eine grosse Anzahl der Lebewesen, die Ich aus dem Nichtshervorgebracht und wahrhaft an Kindesstatt angenommen habe, in Gefahr sind, mit den Dämonen in das ewige Unglück zu stürzen, sodass sie das Ziel ihrer Erschaffung verfehlen und für Zeit und Ewigkeit zugrunde gehen!
Wenn Ich Mir etwas wünschte, besonders in dieser gegenwärtigen Zeit, so ist es einfach eine wachsende Glut im Eifer der Gerechten, was eine echte und dauerhafte Bekehrung sehr erleichtern wird, sowie die Umkehr der 'verlorenen Söhne' in das Haus ihres Vaters, vor allem auch der Juden und all der anderen, die auch Meine Geschöpfe und Meine Kinder sind; wie die von der Kirche Getrennten, die vom Glauben Abgefallenen, die Freimaurer, die armen Ungläubigen, die Gotteslästerer und die verschiednen Sekten und Geheimbünde. Gelegen oder ungelegen, diese ganze Welt soll wissen, dass es einen Gott und einen Schöpfer gibt. Diesen Gott, der in zweifacher Weise zu ihrer Unwissenheit sprechen wird, kennen sie nicht; sie wissen nicht, dass Ich ihr VATER bin.
Glaubt mir, ihr, die ihr auf Mich hört beim Lesen dieser Worte: wenn alle Menschen, die unserer Katholischen Kirche fern sind, von diesem VATER, der sie liebt, der ihr Schöpfer und ihr Gott ist, sprechen hörten, von diesem VATER, den es danach verlangt, ihnen das Ewige Leben zu schenken: ein grosser Teil dieser Menschen, selbst der eigenwilligsten, käme zu diesem VATER, von dem ihr ihnen sprechen würdet.
Wenn ihr nicht unmittelbar zu ihnen gehen könnt, um so mit ihnen zu sprechen, dann sucht nach Mitteln und Wegen: es gibt ihrer tausende, direkte wie indirekte; setzt sie mit dem Geist der wahren Nachfolge und glühendem Eifer in die Tat um. Ich verspreche euch, dass eure Anstrengungen innert kurzem, durch eine Gnade, von grossem Erfolg gekrönt sein werden. Macht euch zu Aposteln Meiner Väterlichen Güte, und durch den Eifer, den Ich euch allen geben werde, werdet ihr stark sein und mächtig in der Wirkung auf die Seelen.
Ich werde immer bei euch und in euch sein: wenn zwei von euch miteinander reden, werde Ich unter euch sein; wenn ihr zahlreicher seid, werde Ich in eurer Mitte sein. So werdet ihr das reden, was Ich euch eingeben werde, und in denen, die euch zuhören, werde Ich die notwendige Bereitschaft wirken. So werden die Menschen durch die Liebe gewonnen und für alle Ewigkeit gerettet werden.
Bezüglich der Mittel zu Meiner Verehrung, wie Ich sie wünsche, verlange Ich von euch nichts anderes als grosses Vertrauen. Glaubt nicht, dass Ich von euch strenge Bussübungen und Abtötungen erwarte, sodass Ich beispielsweise wünschte, ihr solltet barfuss gehen, euch mit dem Gesicht zur Erde niederwerfen oder euch mit Asche bestreuen, usw.; nein, nein! Ich wünsche und liebe es, dass ihr im Verhalten zu Mir euren Platz des Kindes einnehmt, in Einfachheit und Vertrauen Mir gegenüber! Euch gegenüber werde Ich allen alles sein wie der zartfühlendste und liebevollste VATER. Ich werde Mich euch allen vertraut machen, indem Ich Mich an alle verschenke und Mich klein mache, damit ihr gross werden könnt für die Ewigkeit.
Der grösste Teil der Ungläubigen, der Gottlosen und der verschiedenen Gruppierungen verharrt in seiner Gottlosigkeit und Ungläubigkeit, weil sie glauben, Ich verlange Unmögliches von ihnen, dass sie sich Meinen Befehlen unterwerfen müssten, so, wie Sklaven einem erbarmungslosen Meister, der in seiner Macht prunkt und in seinem Hochmut verharrt, unzugänglich seinen Untertanen gegenüber, um sie zu Respekt und Ergebenheit zu zwingen. Nein, nein, Meine Kinder ! Ich weiss Mich tausendmal kleiner zu machen, als ihr es ahnt!
Was ich jedoch fordere ist die treue Erfüllung Meiner Gebote, die Ich Meiner Kirche gegeben hat, damit ihr wie vernünftige Geschöpfe seid und euch nicht durch eure Unbeherrschtheit und eure schlechten Neigungen den Tieren angleicht; schliesslich, damit ihr diesen Schatz wahren könnt, der eure Seele ist, und die Ich euch in voller Göttlicher Schönheit schenkte, mit welcher Ich sie wieder bekleidet habe!
Dann handelt von nun an - wie Ich es wünsche - nach den Richtlinien, die Ich euch bereits gegeben habe, um Mich durch eine besondere Feier zu ehren.
Könntet ihr doch daraus Meinen Willen verstehen, dass Ich euch viel schenken und euch weitgehend an Meiner Macht und Glorie teilhaben lassen möchte, einzig, um euch glücklich zu machen und euch zu retten, und um euch Meinen einzigen Wunsch zu offenbaren: euch zu lieben und in Gegenseitigkeit von euch geliebt zu sein.
Wenn ihr Mich mit kindlicher und vertrauensvoller Liebe liebt, werdet ihr auch Meiner Kirche und Meinen Stellvertretern liebevolle und ergebene Ehrerbietung entgegenbringen. Nicht einen Respekt wie den, welchen ihr jetzt habt, und der euch von Mir fernhält, weil Ich euch Furcht einflösse; diese falsche Ehrfurcht, die ihr jetzt habt, ist eine Ungerechtigkeit, die ihr der Gerechtigkeit antut, was eine Verletzung der empfindlichsten Stelle Meines Herzens bedeutet: eine Vergesslichkeit, ja Verachtung Meiner Väterlichen Liebe zu euch.
Was Mich am meisten bei Meinem Volk Israel betrübt hat, und was Mich bei der heutigen Menschheit wieder betrübt, das ist diese falsch verstandene Ehrfurcht Mir gegenüber. Der Feind des Menschengeschlechtes hat sich ihrer erfolgreich bedient, um sie in Götzendienst und Spaltung umschlagen zu lassen. Er bedient sich ihrer weiterhin, und er wird sich ihrer immer gegen euch bedienen, um euch von der Wahrheit Meiner Kirche und von Mir zu entfernen. Oh. lasst euch nicht mehr vom Feind verführen; glaubt an die Wahrheit, die euch soeben enthüllt wird und schreitet weiter im Lichte dieser Wahrheit!
Ihr, Meine Kinder, die ihr euch ausserhalb der Katholischen Kirche befindet, ihr sollt wissen, dass ihr nicht von Meiner Väterlichen Liebe ausgeschlossen seid. Ich richte einen zärtlichen Anruf an euch, denn ihr seid auch Meine Kinder! Wenn ihr bis jetzt in den Fallen lebtet, die der Teufel euch gestellt hat, dann erkennt, dass er euch getäuscht hat. Kommt zu Mir, eurem VATER, und Ich werde euch mit Liebe und Freude empfangen!
Auch Ihr, die ihr keine andere Religion kennt als diejenige, in welche ihr hineingeboren seid und diese Religion ist nicht die wahre, öffnet eure Augen: Hier ist euer VATER, Er, der euch erschaffen hat und der euch retten will. Ich komme zu euch, um euch die Wahrheit zu bringen und mit ihr das Heil. Ich weiss, dass ihr Mich nicht kennt und nicht wisst, dass Ich nichts anderes von euch verlange, als dass ihr Mich als VATER und Schöpfer und auch als Erlöser kennenlernt. Wegen dieser Unwissenheit könnt ihr Mich nicht lieben; lernt daher, dass Ich euch nicht so fern bin, wie ihr glaubt!
Wie könnte Ich euch allein lassen, nachdem Ich euch durch Meine Liebe erschaffen und an Kindesstatt angenommen habe! Ich folge euch überall hin, Ich beschütze euch in allem, damit aus allem Meine grosse Freigebigkeit zu euch hervorgehe, auch wenn ihr Meine unendliche Güte vergesst; eine Vergesslichkeit, die euch sagen lässt: "'Es ist die Natur, die uns so ausgestattet hat, die uns leben und sterben lässt'. Jetzt ist die Zeit der Gnade und des Lichtes! Anerkennt daher, dass Ich der einzig wahre Gott bin!
Um euch in diesem und im anderen Leben das wahre Glück zu schenken, wünsche Ich, dass ihr das tut, was Ich euch in diesem Licht antrage. Jetzt ist die rechte Zeit - der Augenblick ist günstig, lasst euch die Liebe nicht entgehen, die sich eurem Herzen in derart spürbarer Weise anbietet. Als Mittel wünsche Ich von euch allen die Mitfeier der Heiligen messe gemäss der Liturgie; das ist Mir sehr lieb! Weiter werde Ich euch mit der Zeit andere kleine Gebete angeben, aber Ich möchte euch nicht überfordern! Das Wesentliche wird sein, Mich zu ehren wie Ich es euch gesagt habe, indem ihr ein Fest zu Meiner Verherrlichung einsetzt, und indem ihr Mir dient in der Einfachheit der wahren Kinder Gottes eures VATERS, des Schöpfers und Erlösers des ganzen Menschengeschlechtes.
Seht dies als weiteres Zeugnis Meiner Väterlichen Liebe zu den Menschen; Meine Kinder, Ich werde nicht die ganze Grösse Meiner unendlichen Liebe aussprechen, denn es genügt euch, die Heilige Schrift zu öffnen sowie das Kruzifix, den Tabernakel und das Allerheiligste Altarsakrament zu betrachten, damit ihr verstehen könnt, bis zu welchem Punkt Ich euch geliebt habe!
Um euch indessen die Notwendigkeit aufzuzeigen in der ihr seid, Meinen Willen für euch zufriedenzustellen, und damit Ich von nun an mehr erkannt und besser geliebt werde, will Ich euch aufmerksam machen auf einige der zahllosen Bezeugungen Meiner Liebe zu euch; das will Ich, bevor Ich diese paar Worte abschliesse, welche erst das Fundament Meines Werkes der Liebe unter den Menschen sind.
Solange der Mensch nicht in der Wahrheit lebt, verkostet er in Wirklichkeit nicht die wahre Freiheit: ihr meint, in der Freude und im Frieden zu sein, Ihr Meine Kinder, die ihr ausserhalb des wahren Gesetzes lebt, für dessen Erfüllung Ich euch erschaffen habe; aber im Grunde eures Herzens spürt ihr, dass da weder wahrer Friede noch wahre Freude in euch ist, und dass ihr nicht in der wahren Freiheit Dessen seid, der euch erschaffen hat und der euer Gott, euer VATER ist.
Ihr aber, die ihr im wahren Gesetz lebt, oder vielmehr, die ihr versprochen habt, diesem Gesetz zu folgen, das Ich euch zur Festigung eures Heiles gegeben habe, seht, wie eure Unvollkommenheit euch zum Bösen geführt hat! Ich habt euch durch euer schlechtes Verhalten vom Gesetz entfernt. Glaubt ihr etwa, glücklich zu sein? Nein. Ihr spürt, dass euer Herz nicht im Frieden ist. meint ihr, wenn ihr euer Vergnügen und rein menschliche Freuden sucht, würde euer Herz volle Erfüllung finden? nein! Lasst Mich euch sagen, dass ihr nie in der wahren Freiheit noch im wahren Glück leben werdet, solange ihr Mich nicht als VATER anerkennt und euch nicht Meinem süssen Joch unterwerft, um wahre Kinder Gottes, eures VATERS zu sein! Warum? Weil Ich euch nur auf das eine Ziel hin erschaffen habe, nämlich: Mich zu kennen, Mich zu lieben und Mir zu dienen, wie das einfache und vertrauensvolle Kind seinem Vater hilft!
Einst, Im Alten Testament, verhielten sich die Menschen wie Tiere; sie hatten sich kein Merkmal bewahrt, das ihre Würde als Kinder Gottes, ihres VATERS anzeigte. Daher musste Ich Mich in einer manchmal erschreckenden Strenge zeigen, um sie erkennen zu lassen, dass Ich sie zu der grossen Würde der Kinder Gottes erheben wollte. Später, als Ich sah, dass einige von ihnen vernünftig genug waren, endlich zu erkennen, dass es notwendig war, einige Unterschiede zwischen ihnen und den Tieren festzulegen, da begann Ich, sie mit Wohltaten zu überschütten, um ihnen den Sieg über jene zu erlauben, die immer noch nicht ihre eigene Würde erkennen und bewahren konnten. Und als ihre Zahl anstieg, sandte Ich ihnen Meinen Sohn, geschmückt mit aller Göttlichen Vollkommenheit, denn Er war der Sohn eines vollkommenen Gottes. Er kam, um ihnen die Pfade der Vollkommenheit zu bahnen. Durch Ihn habe Ich sie in Meine unendliche Liebe hineingenommen als wahre Söhne und Töchter und seither habe Ich euch nicht mehr nur 'Geschöpfe' genannt, sondern 'Söhne' und 'Töchter'.
Ich habe euch mit dem wahren Geist des Neuen Gesetzes ausgestattet, der euch nicht nur von den Tieren unterscheidet wie die Menschen des Alten Gesetztes, sondern euch über diese Menschen des Alten Bundes erhebt. Ich habe euch alle zur Würde der Kinder Gottes erhöht; ja, ihr seid Meine Söhne und Töchter, und ihr dürft Mir sagen, dass Ich euer VATER bin. Aber unterlasst es nicht, Mir auch dementsprechend zu vertrauen, denn ohne dieses Vertrauen werdet ihr nie wahrhaft frei sein.
Alles in allem geht es Mir darum, euch begreifen zu lassen, dass Ich durch dieses Werk der Liebe komme, um euch machtvoll zu helfen, die tyrannische Versklavung abzuwerfen, die eure Seelen gefangen hält, und um euch die wahre Freiheit verkosten zu lassen; daraus entspringt die wahre Glückseligkeit, verglichen mit der alle Freuden der Welt nichts sind. Erhebt euch alle zu dieser Würde der Kinder Gottes und wisst eure Grösse zu schätzen, und Ich werde mehr denn je euer liebevollster und barmherzigster VATER sein.
Ich bin gekommen, euch mit diesem Werk der Liebe den Frieden zu bringen. Wenn jemand Mich ehrt und sich Mir anvertraut, werde Ich einen Strahl des Friedens auf ihn fallen lassen in allen seinen Widerwärtigkeiten, seinen Schwierigkeiten, seinen Leiden und seinen Kümmernissen allerart, vor allem, wenn er Mich anruft und Mich liebt als seinen VATER.
Wenn die Familien Mich ehren und Mich lieben als ihren VATER, werde Ich ihnen Meinen Frieden senden und mit ihm Meine Vorsehung.
Wenn die Arbeiter, alle Gewerbetreibenden und anderswie Schaffenden Mich anrufen und Mich ehren, werde Ich ihnen Meine Kraft geben und Mich ihnen als guter und barmherziger Vater erweisen.
Wenn man Mich in der ganzen christlichen Gesellschaft anruft und ehrt, werde Ich Meinen Frieden schenken. Ich werde Mich als liebevollster VATER erzeigen, und durch Meine Macht werde Ich den Seelen das ewige Heil sichern. Wenn die ganze Menschheit Mich anruft und Mich ehrt, werde Ich Meinen Geist des Friedens wie erquickenden Tau auf die ganze Menschheit herabkommen lassen.
Wenn alle Nationen als solche Mich anrufen und Mich ehren, wird es keine Zwietracht und keine Briefe mehr geben, denn Ich bin der Gott des Friedens, und wo Ich bin, gibt es keinen Krieg.
Wollt ihr über euren Feind siegen? Ruft Mich an, so werdet ihr siegreich über ihn triumphieren. Zum Abschluss: ihr wisst, dass Ich alles vermag durch Meine Allmacht. Wohl denn! Diese Allmacht biete Ich euch allen an, damit ihr euch ihrer bedient für Zeit und Ewigkeit. Ich werde Mich immer als euer VATER erzeigen, vorausgesetzt, dass ihr euch als Meine Kinder erweist.
Was wünsche Ich Mir anderes durch dieses Werk der Liebe, als dass Ich Herzen finde, die Mich verstehen können?
Ich bin die Helligkeit, wovon Ich die Vollkommenheit und die Fülle besitze; und diese Helligkeit, deren Urheber Ich bin, gebe Ich euch durch Meinen Heiligen Geist und durch die Verdienste Meines Sohnes. Ich stelle sie in euren Seelen wieder her.
Durch Meinen Sohn und den Heiligen Geist komme Ich zu euch, in euch, und in euch suche Ich Meine Ruhe.
Für einige Seelen bedeuten dieses Worte: 'Ich komme in euch', ein Geheimnis, aber sie sind kein Geheimnis. Denn nachdem Ich Meinem Sohn die Einsetzung der Heiligsten Eucharistie aufgetragen hatte, habe Ich Mir vorgenommen, jedesmal zu euch zu kommen, wenn ihr die Heilige Hostie empfangt!
Nichts hindert Mich jedoch daran, selbst vor der Einsetzung der Heiligsten Eucharistie aufgetragen hatte, habe Ich Mir vorgenommen, jedesmal zu euch zu kommen, wenn ihr die Heilige Hostie empfangt!
Nichts hinderte Mich jedoch daran, selbst vor der Einsetzung der Heiligen Eucharistie in euch zu kommen, denn nichts ist Mir unmöglich! Aber der Empfang dieses Sakramentes ist leicht zu verstehen und erklärt euch, wie Ich in euch komme!
Wenn Ich in euch bin, gebe Ich euch auf viel unmittelbarer Weise das, was Ich besitze, vorausgesetzt, dass ihr Mich darum bittet. Durch dieses Sakrament vereinigt ihr euch mit Mir aufs innigste, und innerhalb dieser Trautheit verströmt das Überfliessen Meiner Liebe in eurer Seele die Heiligkeit die Ich besitze. Ich durchflute euch mit Meiner Liebe; so braucht ihr Mich nur um die Tugenden und Vervollkommnungen zu bitten, derer ihr bedürft und seid sicher, dass jeweils dann, wenn Gott im Herzen Seines Geschöpfes ruht, euch nicht verweigert wird.
Nun, da ihr den Ort Meiner Ruhe begreift, möchtet ihr Mir diese nicht gewähren? Ich bin euer VATER und euer Gott; werdet ihr es wagen, Mit dies zu verweigern? Oh, lasst Mich nicht durch eure Grausamkeit einem VATER gegenüber leiden, der euch um dieses einzige Geschenk für Sich bittet, um euch durch dieselbe Gnade mit allen Wohltaten zu überschütten. Sucht Seelen, die sich selbstlos zu Meiner Ehre und Verherrlichung hingeben und Mir dieses Ruhen gewähren können.
Ich bin die wahre Quelle des Gesetzes, und ihr müsstet das Abbild davon sein. Und da Ich euch soeben darin bekräftigt habe, dass dies ein Gesetz der Liebe ist, sollt ihr Apostel voller Liebe sein, um liebesfähige und zartfühlende Seelen zu suchen für Mein Reich der Leibe unter allen Menschen.
Meine Kinder, Ich bin der Urquell aller Gnaden und aller Wohltaten; darüber hinaus bin Ich abgrundtiefe Liebe, Habt ihr den unendlichen Ozean Meiner Barmherzigkeit in Betracht gezogen? Kommt jetzt, schaut, erwägt dieses unergründliche Tiefe Meiner Liebe!
Kurzum: Ich will euch jetzt nichts weiter davon sagen, denn nicht jetzt in diesen Seiten werde Ich das Tiefste Meines Herzen ausgiessen.
Mit der Zeit werden die Menschen, Meine Kinder, das finden, was Ich, ihr VATER, ihnen sagen will; dann nämlich, wenn die Mitteilung dieser Seiten von ihnen angenommen sein wird, indem sie diese Botschaft mit Aufmerksamkeit und Liebe lesen: sodann werde Ich ihnen Mich Selbst mitteilen; sie werden Meine göttliche und wirkliche Gegenwart wahrnehmen, DIE SIE GLÜCKLICH UND IHRES VATERS SICHER MACHEN WIRD.
Und dies wird sich zunehmend verwirklichen, wann der Stellvertreter Meines Sohnes auf Erden Meinem Wunsch entsprochen haben wird.
Wenn Ich ein Sein aus dem Nichts ziehe, das Ich aus dem Staub, dem Element der Erde nehme, um daraus einen Menschen zu erschaffen, dann gebe Ich ihm etwas sehr Grosses, etwas das von Mir kommt: das ist die Seele, der Geist. Auch wenn der Mensch zur Welt kommt, ist er schon so gross, denn er trägt in sich diesen Schatz der Schönheit, der von Gott kommt und diese Seele göttlich macht. Da der Mensch durch Mich erschaffen ist, muss er auch aus Mir leben. Ohne Mich könnte er nicht leben, er wäre wie der Fisch ohne Wasser; Meine Liebe in ihm ist es, die ihm in jedem Augenblick das Leben schenkt. Um ihn zu erhalten, gebe Ich ihm die Luft, den Regen, die Sonne, die Wärme, die Kälte; Ich ernähre ihn, Ich bekleide ihn, und vieles mehr. Auf der geistlichen Ebene tue Ich das gleiche für ihn: Ich gebe ihm alle Sakramente, die Gebote, die Gebete, das Heilige Opfer, ebensogut wie Hilfen in Fülle, zu denen Mich Meine Liebe angeregt hat.
Erkennt doch daraus, oh Menschen, dass alles, wirklich alles, euch von Mir zukommt.
Was hätte Mich dazu bewegen können, dies alles zu tun, wenn nicht Meine Liebe, Meine unendliche Liebe zu euch?! Seht jetzt, Ich verlasse meine Glorie, Ich komme und Ich mache klein, um mit euch, Meinen Kindern, vertrauteren Umgang zu haben, denn Mich dürstet nach Liebe. Ich sehne Mich danach, euch immer mehr zu bereichern, Ich biete euch neue Gnaden an und Ich zeige euch jene auf, die ihr euch entgehen lasst ohne irgendeinen Gewinn für eure Seelen, weil ihr Meine Güte und Meine Liebe viel zu gering einschätzt.
Alles, was Ich tue, Meine Kinder, tue Ich es nicht, weil Ich euch leidenschaftlich liebe?
Wisset, dass ihr alles braucht, und dies alles kommt euch einzig von Mir her zu. Ich möchte in das Geheimste dieser Tiefe nicht weiter vordringen; denn wenn Ich euch die Fülle Meiner Liebe zu euch offenbarte, würdet ihr euch vor dem grössten Mysterium unter allen Mysterien befinden.
Folgert schliesslich aus all dem, dass ihr mehr in Meine Liebe hineingetaucht seid als der Fisch ins Wasser und wisst ihr sagt; 'Ich komme von Gott, meinem VATER, und ich kehre wieder zu Ihm zurück, denn ich gehöre einzig Ihm allein.'
Bevor Ich diese Botschaft beende, will Ich einen Wunsch an eine gewisse Anzahl geweihter Seelen in Meinem Dienst richten. Diese Seelen, das seid ihr, Priester und Ordensleute. Ihr seid Meinem Dienst geweiht, sei es in der Kontemplation, sei es in den Werken der Nächstenliebe und des Apostolates. Meinerseits bedeutet dies eine Bevorzugung Meiner Güte; eurerseits heisst dies Treue zu eurer Berufung durch euren guten Willen.
Dies ist Mein Wunsch: Ihr, die ihr leichter versteht, wozu Ich die Menschheit auffordere, bittet Mich, bis dass Ich das Werk Meiner Liebe in allen Seelen vollbringen kann. Ihr kennt alle Schwierigkeiten, die es zu besiegen gilt, um nur eine Seele zu gewinnen! Nun gut, Ich zeige euch das Wirkmittel, das es euch erleichtern wird, Mir ihrer sehr viele zu gewinnen: dieses Mittel besteht genau darin, dafür zu sorgen, dass Ich von den Menschen erkannt, geliebt und verehrt werde.
Vor allem wünsche Ich, dass ihr als erste damit beginnt. Welche Freude für Mich, in erster Linie einzuziehen in die Häuser der Priester und Ordensleute!
Welche Freude, Mich als VATER mitten unter den Kindern Meiner Liebe zu finden! Mit euch, Meinen Vertrauten, werde Ich Mich unterhalten, wie mit Freunden. Ich werde für euch euer Alles sein, der euch für alles genügt! Ich werde vor allem der VATER sein, der eure Wünsche entgegennimmt, der euch mit Seiner Liebe, Seinen Wohltaten, Seiner alles umfangenden Zärtlichkeit zum Überströmen erfüllt!
Verweigert Mir diese Freude nicht, die Ich mitten unter euch zu verkosten wünsche! Ich werde sie euch hundertfach zurückschenken; und da ihr Mich ehrt, werde auch Ich euch ehren, indem Ich euch eine grosse Glorie in Meinem Königreich bereite!
Ich bin die Quelle allen Lichtes: wo dieses Licht eindringt, wird das Leben, das Brot und die Seligkeit sein. Dieses Licht erleuchtet den Pilger, den Zweifelnden, den Unwissenden; es wird euch alle erleuchten, oh ihr Menschen, die ihr in dieser Welt voller Finsternis und Laster lebt. Hättet ihr Mein Licht nicht, würdet ihr in den Abgrund des ewigen Todes fallen!
Schliesslich wird dies Licht die Wege zur wahren katholischen Kirche erhellen für ihre armen Kinder, die noch Opfer des Aberglaubens sind. Ich werde Mich als VATER, jener erweisen, die am meisten auf Erden leiden, der armen Aussätzigen, und ihresgleichen!
Ich werde Mich als VATER all jener Menschen erweisen, die verwahrlost und von der ganzen menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen sind.
Ich werde Mich als VATER der Heimgesuchten, der Kranken, vor allem jener in Todesnot erweisen.
Ich werde Mich als VATER aller Familien, der Waisen der Witwen, der Gefangenen, der Arbeiter und der Jungend erweisen. Ich erweise Mich als VATER in all euren Bedürfnissen.
Schliesslich werde Ich Mich als VATER der Staatsoberhäupter, als VATER ihrer Nation erweisen!
Und alle werdet ihre Meine Güte spüren, alle werdet Ihr Meinen Schutz erfahren, alle werdet ihr Meine Allmacht sehen!
Empfangt Meinen Väterlichen und Göttlichen Segen, ihr alle. Amen!
Im besonderen Mein Sohn und Stellvertreter, Amen!
Im besonderen Mein Sohn, der Bischof. Amen!
Im besonderen Mein Sohn, dein Pater Spiritual. Amen!
Im besonderen Meine Töchter, deine Mütter. Amen!
Und die ganze Kongregation Meiner Liebe. Amen!
Und die ganze Kirche und der ganze Klerus. Amen!
Einen ganz namentlichen Segen an die Kirche am Reinigungsort. Amen! Amen!"
Göttliche Wirklichkeit in der Einheit eines einzigen Wesens und in der dreifaltigen Verschiedenheit der Personen des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist, ich bete Dich an im Nichts meines Daseins, reich allein durch die Gabe des Lebens, das mir von Dir gespendet wird.
In diesen Akt der Anbetung möchte ich alle Stimmen Deiner Geschöpfe hineinnehmen und sie mit der meinen vereinigen.
Sie sind die Stimmen Deiner Stimme, die ich im Kelch meiner Liebe zu sammeln wünsche; denn ich möchte, vereint mit dem Eingeborenen Gottmenschen, der im liebenden Gehorsam zum Göttlichen Willen den vollkommensten Lobpreis dargebracht hat, so weit wie möglich meine Mitwirkung anbieten, für heute in der Zeit, wie auch für morgen in der Ewigkeit.
Madre Eugenia Ravasio
Der Vater, Jesus und der Heilige Geist mögen
uns segnen,
uns beschützen,
uns erleuchten und uns führen,
uns stärken und uns heiligen
mit Maria, der Mutter Jesu. Amen.
Madre Eugenia Ravasio
(abwechselnd oder einzeln)
V Mein Göttlicher Vater,
A Mehr denn je bin ich Dein Kind.
V Danke, mein Vater, Du hast mir Jesus, Deinen Sohn, gegeben;
A Mit allen Gnaden und Gaben des Heiligen Geistes, die Er in Sich trägt.
V Also bin ich nicht länger ich,
A Dein vielgeliebter Sohn lebt in mir.
V Vater, Er spricht zu Dir,
A Er betet zu Dir, Er liebt Dich, Er fleht für mich und für alle meine Schwestern und Brüder in der Welt.
V Von ihm will ich mich ergreifen und vernichten lassen; ich will mir selbst sterben, um in ihm nur noch
Lob, Anbetung und lebendiger Dank zu sein!
A Bist dass Du allein, Vater, mein Leben und mein Alles seiest.
V Vater, schau nun mit Wohlgefallen auf Dein Kind.
A Sieh in mir Deinen Sohn Jesus an, der Dich liebt.
V So bin ich nicht mehr allein, mein Vater; ich bin im Dreieinen, ich lebe im Dreieinen und werde im Schoss des Dreieinen sterben.
A Ja, Vater wir alle wollen durch unser Leben, indem wir uns in allem an Deinen Willen binden, immer in Jesus sein, so dass wir - durch die
Gnade des Heiligen Geistes - Dein Tempel, Dein Trost und Deine Apostel werden. Vor allem aber möchten wir wie Dein Sohn sein, der Dich
so sehr geliebt hat, dass Er aus Liebe zu Dir und aus Eifer für Deine Verherrlichung gestorben ist.
V O Jesus, wir danken Dir dafür, dass Du Dich selbst ganz schenkst in dieser Eucharistischen Begegnung.
A Wir lieben Dich aus ganzem Herzen, in uns selbst und in allen geweihten Hostien der ganzen Welt, einfach, zärtlich und stark als Deine kleinen
Brüder und Schwestern. Keinen Augenblick des Tages wollen wir Dich verlassen. Wir möchten immer in Deiner Liebe bleiben.
V In dem Augenblick, da die Hostie sich auflöst und die Gestalt des Brotes vergeht, bleibst Du, Göttliches Wort, doch weiter in uns gegenwärtig.
O anbetungswürdiger Sohn des Vaters, Du willst auf geheimnisvolle Weise unsere armselige Menschheit annehmen, dass jeder von uns zu
einem "zweiten Christus" werde, damit so, durch Deine Gnade und Deinen Geist, unser Leben Abbild und Weiterführung Deines Lebens
sei, als Kind des Vaters zu Seiner Ehre.
A Da sind wir, Dir ganz verfügbar und möchten aufrichtig nach Deinem Geist leben, denken, handeln, wollen und lieben, damit "Durch Dich, mit
Dir und in Dir" dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes aller Ehre und Verherrlichung sei.
V Maria, Königin der Apostel und unsere Mutter, bleibe bei uns während dieses Tages.
A Wir vertrauen ihn Dir an, damit deine Güte uns helfe, ihn mit Jesus im Heiligen Geist unserem Vater Wohlgefälligkeit zu leben, und er reich
werde an Verdiensten zur Rettung der Seelen.
V Göttlicher Vater, wir wollen Dich lieben.
A Göttlicher Vater, wie wollen Dich ehren.
V Göttlicher Vater, wir wollen Dich bekanntmachen.
A Göttlicher Vater, wir wollen die Liebe zu Dir wecken.
V Göttlicher Vater, wir wollen Dich verherrlichen.
A Göttlicher Vater, Dein Reich kommen, wie im Himmel, so auf Erden.
Göttlicher Vater, im Namen Jesu gib, das unsere Familien, unsere Gemeinschaften, unsere Gesellschaft und unsere Nationen eins seien
im Frieden, in Ebenbürtigkeit und in Liebe. Amen
Mutter Eugenia Elisabetta Ravasio
Um dich 'mitzubewegen' mit der Gemeinschaft "Unitas in Christo ad Patrem" von Madre Eugenia, die zur EHRE DES VATERS anregt, bis der VATER so erkennt, geliebt und verehrt wird, wie Er es wünscht, kannst Du Dich so einsetzen:
- Übergib jeden Morgen, möglichst schon beim Erwachen, den Tag dem VATER mit einfachen, persönlichen Worten in der Gesinnung, Seine Gebote zu leben; wisse Dich in Deinem Herzen stets in Seiner liebenden Gegenwart, die Dich in Deinem Leben begleitet.
- Bete zum Beispiel die drei letzten Anrufungen vom Gebet "Gott ist mein Vater".
- Lass Dich ein in dieses Gebet wann immer es Dir möglich ist. Der VATER Selbst hat es Mutter Eugenia gegeben; (sie hat uns versprochen, es immer zusammen mit uns zu beten).
- DER VATER gewährt viele Gnaden auf die Fürbitte von Madre Eugenia, besonders für die Familien, für jedwelche Notlage der Familie.
- Madre Eugenia sagte, dass nur schon der Titel des Gebetes "Gott ist mein Vater" ein volles Gebet ist; sie empfahl uns, es oft untertags zu wiederholen: Gott ist mein Vater, denn sie betonte, dass der VATER sehr zufrieden und erfreut ist über Sein Kind, das Ihn liebevoll "Mein Vater" nennt.
Voll Freude schliesse ich mich der Bewegung der Gemeinschaft "Unitas in Christo ad Patrem" an, um die Ehre des Vaters zu fördern.
Dazu bin ich bereit, mich möglichst schon morgens beim Erwachen mit Vertrauen und Liebe einzulassen auf: "Gott ist mein Vater", oder die drei letzten Anrufungen, oder auch nur den Titel, der - Wie Madre Eugenia sagt - schon ein vollkommenes Gebet ist.
Der Vater freue sich sehr über Sein Kind, das Ihn untertags oft und liebevoll "mein Vater" nennt, um der tiefsten persönlichen Sehnsucht nach dem Vater zu folgen und IHM Antwort zu geben auf Seinen Wunsch:
Erkannt, geliebt und geehrt
zu werden von allen Menschen, seinen Kindern.
N.B.:Falls Sie das Werk des Vaters, anvertraut an Madre Eugenia, auch materiell unterstützen möchten, ist dies mit einer freien Spende möglich:
Für Spendenüberweisungen benützen Sie bitte:
- entweder diese Postgiro-Nr.; 23 966 005 an unsere Adresse
- oder geschützt in festem Papier zusammen mit Ihrem Brief im gewöhnlichen Kuvert.
Vergelt's Gott!
Wenn Sie es wünschen, können Sie ebenfalls das Gebetsbüchlein bei uns beziehen:
Missionarie "Unitas in Christo ad Patrem", Via del Cinema, 16, I-00040 Anzio - Falasche (Roma)
Tel.: 0039-069873405 oder Fax: 0039-069862483
In Seiner Erlösliebe will der Himmlische Vater durch das Kreuz Seines Sohnes, dessen Gnaden in der Katholischen Kirche verwaltet und fruchtbar werden sollen, die ganze Menschheit zu sich heimholen.
Sieben Lichtstrahlen symbolisieren die sieben Gaben des Heiligen Geistes wie auch die sieben Sakramente, durch die der Himmlische Vater den Mystischen Leib Christi, d.i. die Kirche, mit seiner Gegenwart salbt und auferbaut, indem ER ihr so Seine Gottheit schenkt - sie vergöttlicht -, damit wir Menschen wahrhaft Seine Kinder sein können.
Der Petersplatz in Rom weist hin auf die Bedeutung des Petrusamtes und stellt zugleich die umgreifende Liebe des Vaters dar, der durch die "Mutter Kirche" Sich Selbst der Menschheit gibt, sie führt und ihr dient, um alle Menschen, Seine Kinder, - ob "Heiden", "Katholiken" oder"Abtrünnige" - mit Seiner ewigen Liebe beschenken zu können.
"CUM MARIA" - zusammen mit Maria hat ER nach Seinem ewigem Ratschluss allen Menschen die beste und warmherzigste aller Mütter gegeben, die Mutter Seines eigenen Sohnes, damit alle in der Arche ihres Unbefleckten Herzens sicher das Himmlische Ziel, die nie endende Freude in der Anschauung Gottes erreichen. Mit Maria, in der Kraft des Heiligen Geistes, können sie dem Himmlischen Vater die Ihm einzig wohlgefällige Liebesantwort geben. Das ist der Sinn der drei hochlodernden Flammen aus den Öllampen auf dem Globus. Sie werden zu einer Flamme, je näher sie sich Jesus zubewegen. Seine Mystische Gegenwart in der Kirche wird durch die Heilige Hostie dargestellt, in welcher die lateinischen Initialbuchstaben Seines Heiligen Namens geschrieben stehen. Jesus, Homini Salvator (Jesus, Erlöser der Menschen).
Das Ziel in der Mitte der schon jetzt angebrochenen Seligkeit ist also die Eucharistische Vereinigung, durch die auch der Vater Selber bei uns einkehren möchte, um in uns einen "Ort der Ruhe" zu finden und Seine Väterliche Liebe auszubreiten. In Christus und mit Ihm und durch Ihn werden alle in der Liebesfülle des Heiligen Geistes die Gemeinschaft mit dem Vater erfahren, wie auch untereinander die einigende Kraft der Himmlischen Nächstenliebe und so die vom Vater gewünschte EINE Menschenfamilie bilden, wie es der Vater in Seinem Heilsplan vorsieht: "um durch Ihn alles zu versöhnen. ...." (vgl. Kol 1, 16-20)
Aus der vollkommenen Einheit mit Christus und mit den Brüdern und Schwestern im Glauben wird der Vater Sein Reich der Liebe, der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens erstehen lassen.